Anfrageverfahren beim InEK (Fragensammlung)

  • Hallo,


    hat Niemand mehr Fragen gestellt und Antwort erhalten? Falls ja, bitte hier einstellen.


    Danke!

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo Herr Blaschke, hallo Forum,



    Gibt es zu dieser Thematik schon eine Antwort vom InEK? Oder hat gar schon jemand den Rechtsweg beschritten? Das "obligat" aus der DKR D012 wird vom MDK inzwischen durchweg ignoriert.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. med. Roland Balling

    Chirurg
    Medizincontroller
    "Ärztliches Qualitätsmanagement"
    Chirurgische Klinik, 82229 Seefeld

  • Hallo,


    hat Niemand mehr Fragen gestellt und Antwort erhalten? Falls ja, bitte hier einstellen.


    Danke!


    Hallo Herr Selter, Hallo Forumsmitglieder,


    ich habe am 16.4.2014 eine Antwort des IneK bekommen :thumbsup: ...........


    auf eine Frage, die ich am 2.6.2012 gestellt habe :cursing:


    leider weiß ich meine Frage nicht mehr ?(


    sonst hätte ich sie hier eingestellt :love:

    mfG
    Thomas Heller
    QMB/Med Co/OA Gyn
    Haßberg-Kliniken
    Haus Haßfurt/Unterfranken

  • Hallo Herr Balling,


    aber nein, es gibt noch keine Antwort des InEK, sind ja erst ein paar Jahre seit der Anfrage, kann man wirklich nicht erwarten... Es gibt hierzu zumindest eine Antwort des DIMDI, die Herr Horndasch eingestellt hat. Diese bestätigt, daß der Keimträgerstatus (Z22.3) eine Krankheit im Sinne der Klassifikation ist und daher die inhaltlichen Anforderungen ("Ursache von Krankheiten...") erfüllt sind. Wenn man dann noch die Bedeutung des Wortes "obligat" versteht, ist eigentlich alles klar. Ich kenne hierzu Klagefälle, die Sachverständigengutachten lauten entsprechend.


    Viele Grüße,
    V. Blaschke

    _____________________
    Dr. med. Volker Blaschke

  • Problembeschreibung:
    Ich möchte gerne Ihre Meinung zu der Kodierung von unerwünschten Nebenwirkungen unter Antikoagulanzien erfragen. In meiner Anfrage beziehe ich mich auf die aktuell gültigen Versionen der DKR und ICD (Stand 2013). Beispiel: Die stationäre Aufnahme des Patienten erfolgte wegen rezidivierendem Teerstuhl unter antikoagulativer Therapie mit Phenprocoumon. Der Patient erhielt zur Antagonisierung Vitamin K, der Blutgerinnungshemmer wurde pausiert. Eine weitere Abklärung (Gastroskopie/Koloskopie) wünschte der Patient wiederholt nicht.


    Mein Lösungsansatz:
    Nach DKR D002 "Hauptdiagnose" wird geregelt, dass die zugrunde liegende Krankheit als Hauptdiagnose und das Symptom als Nebendiagnose zu kodieren ist. Bei dem geschilderten Fall liegt dem Symptom "Teerstuhl" eine arzneimittelinduzierte Gerinnungsstörung zugrunde, welche spezifisch mit D68.30 Hämorrhagische Diathese durch Antikoagulanzien kodiert werden kann. Die Blutung ist unter diesem Kode inkludiert. Klassifikatorisch verweist das Alphabetische Verzeichnis ebenfalls auf besagten Kode (S. 158: Blutung bei Falithrom-Therapie). Die Gerinnungsstörung wurde durch Pausierung des Arzneimittles sowie mittles Vitamin K-Gabe behandelt. Kodierung:
    HD: D68.30 Hämorrhagische Diathese durch Antikoagulanzien ND: K92.1 Meläna + optional Y57.9 Komplikationen durch Arzneimittel oder Drogen
    Die Eingruppierung erfolgt in die Q60C Erkrankungen des retikuloendothelialen Systems, des Immunsystems und Gerinnungsstörungen mit komplexer Diagnose oder äußerst schweren oder schweren CC.


    Alternativer Lösungsansatz:


    Nach DKR 1917d ist bei unerwünschter Nebenwirkung indikationsgerechter Arzneimittelein oder mehrere Kodes für den krankhaften Zustand, in dem sich die Nebenwirkungen manifestieren zu kodieren. Demzufolge ergibt sich folgende Kodierung: HD: K92.1 Meläna + optional Y57.9 Komplikationen durch Arzneimittel oder Drogen ND: D68.30 Hämorrhagische Diathese durch Antikoagulanzien
    Die Eingruppierung erfolgt in die G67B Ösophagitis, Gastroenteritis, gastrointestinale Blutung, Ulkuserkrankung und verschiedene Erkrankungen der Verdauungsorgane mit komplexer Diagnose oder äußerst schweren CC.


    Relevanz:


    Der geschilderte Sachverhalt führt in der Praxis sehr häufig zu Unklarheiten und auch Diskrepanzen mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), da sich die Kodierung einer Blutung unter Antikoagulanzien logisch über zwei verschiedene Kodierrichtlinien abbilden lässt (DKR 002f/1917f). Die Unstimmigkeiten werden deutlich, wenn man sich die jeweiligen MDK-Kodierempfehlungen und Foka-Gegenargumentationen anschaut:
    Kodierempfehlung Nr. 114 MDK: http://drg.mds-ev.net/detail.php?recordnr=114 FOKA: http://foka.medizincontroller.de/index.php/KDE-114 
    Kodierempfehlung Nr. 274 MDK: http://drg.mds-ev.net/detail.php?recordnr=274 FOKA: http://foka.medizincontroller.de/index.php/KDE-274 
    Kodierempfehlung Nr. 326 MDK: http://drg.mds-ev.net/detail.php?recordnr=326 FOKA: http://foka.medizincontroller.de/index.php/KDE-326


    Eine entsprechende Kodierrichtlinie, welche diesen Zusammenhang erklärt, wäre in Zukunft ebenfalls sehr wünschenswert!


    Antwort:


    Sehr geehrter Herr Pötzsch,
     
    vielen Dank für Ihre Anfrage vom 29.04.2013, welche unter der Verfahrensnummer 2013a40 bearbeitet wurde.
     
    Bei dem von Ihnen geschilderten Fall ist bei der Kodierung die Kodierrichtlinie 1917 "Unerwünschte Nebenwirkungen von Arzneimitteln (bei Einnahme gemäß Verordnung)" zu beachten, in der folgendes geregelt wird:
    "Unerwünschte Nebenwirkungen indikationsgerechter Arzneimittel bei Einnahme gemäß Verordnung werden wie folgt kodiert: ein oder mehrere Kodes für den krankhaften Zustand (in Ihrem Fall Teerstuhl), in dem sich die Nebenwirkungen manifestieren, optional ergänzt durch
    Y57.9! Komplikationen durch Arzneimittel oder Drogen." (Siehe auch Beispiel 1 und 2 dieser DKR).
     
    Demnach ist für den dargestellten Fall der Kode K92.1 Meläna als Hauptdiagnose anzugeben. Der Logik des G-DRG-Systems folgend führt eine Verschlüsselung des Falles gemäß DKR 1917 damit zur Zuordnung in die MDC 06 "Krankheiten und Störungen der Verdauungsorgane" und z.B. bei Durchführung eines endoskopischen Eingriffs in die entsprechenden spezifischen DRGs.
     
    Für die Angabe von weiteren Erkrankungen als Nebendiagnose ist die in DKR D003 aufgeführte Definition von Nebendiagnosen zu beachten.
     
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    InEK GmbH
     
    Geschäftsführer Dr. Frank Heimig
     
    Handelsregister: AG Siegburg HRB 7395

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von S.Poetzsch ()

  • Liebes Forum,


    ich bin mir nicht ganz sicher, ob man im INEK-Anfrageverfahren auch Auffälligkeiten beim Gruppierungsergebnis eintragen kann. Letztlich ist es ja keine Frage, sondern ein Hinweis.


    Bsp.


    HD C61, ND C79.5/M90.78* (neu diagnostiziertes met. Prostata-Ca., im gleichen Aufenthalt pall. WS-OP bei drohendem Querschnitt
    OPS u.a. 5-83b.53 und 1-503.4 (Biopsie über gesonderte Incision)
    DRG M09A RelGew 1,948


    Gruppierungsrelevant ist hier die Incisionsbiopsie! Die mit erheblichen Ressourcen belegte Osteosynthese über mehrere Segmente spielt überhaupt keine Rolle. Hätte man keine Biopsie durchgeführt, dann würde 901B mit 4,098 BWR resultieren.


    Ich kann mir vorstellen, dass diese Konstellation nicht so selten ist.


    Ist das Anfrageverfahren dafür der richtige Weg ?


    beste Grüße
    AnMa


  • Hallo AnMA,


    ja, solche "Problemfälle" werden ebenfalls ans InEK weitergeleitet. Da gibt's auch ganz lustige Konstellationen z. B. in der Akutgeriatrie.


    Viele Grüße,
    schmunzelmonster

    Life's more painless for the brainless.

  • Hallo,


    mal die Frage, ob im letzen 1 1/4 Jahr jemand das Anfrageverfahren genutzt hat.


    Wenn ja, wäre es schön, wenn es hier dann eingestellt wird


    Vielen Dank!

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau