HD/ND (Fallbeispiel mit Fragen)

  • Mal ganz unabhängig davon, was mehr einbringen würde, wie kodiere ich korrekt folgenden Fall: ca 80 jähriger Mann, Lebercirrhose, Herzinsuffizienz und Niereninsuffizienz, Aszites, Pleuraerguss, Hemiparese nach Apoplex (ca 1/2 Jahr her) , Blind (seit 2-3 Monaten), schwerer Dekubistus nach viralem Infekt mit masiver Diarrhoe, Stuhl- und Harninkontinent - aber bei all dem ziemlich klar, weiß, was er will, nämlich nicht mehr essen (hat auch wochenlang alles erbrochen). PEG lehnt er ab (und geht auch nicht wegen Aszites), trinkt gut (auch mal ein Bier, aber nicht mehr) und lieg nach drei Wochen (wir hätten für den nächsten Tag ein Bett im Pflegeheim gehabt) tod im Bett - ruhig entschlafen.
    Zu uns verlegt wurde er, um die Glaubhaftigkeit des Patientenwillens zu klären (man wollte ihm andernorts erst eine PEG dann einen ZVK zur Ernährung legen). Wir haben keine der genannten Diagnosen therapiert (außer Dekubitus) und hatten dennoch unsere Arbeit. Die Erstattung schwankt zwischen 1 und 4 (Tausend Euro). Ist das eine klassiche Z51.5?
    Wer bietet mehr?
    Susanne aus München

    Susanne in München :i_drink:

  • Guten Morgen,


    zunächst eine Rückfrage: er wurde verlegt. Von wo? Wenn von anderer Abteilung des Hauses, oder von einem anderen Haus, so muss die Aufnahmediagnose dort mit ins Kalkül gezogen werden.


    Grüße aus Nordhessen


    M.R.

    M.Rost

  • Zitat


    Original von Susanne:
    .....Ist das eine klassiche Z51.5?
    Susanne aus München



    Hallo,



    http://www.dkgev.de/pub/dkh/12_2002/1000-1004_Roeder.pdf

    Lesenswert, falls Sie es nicht schon kennen...




    Vorbemerkung: Sie haben den Willen des Patienten berücksichtigt (Selbstbestimmungsrecht)
    Sie haben barmherzig gehandelt!!!!


    Barmherzigkeit?
    „(man wollte ihm andernorts erst eine PEG dann einen ZVK zur Ernährung legen). “





    Kodierung:
    Hinweis
    Z51.5 gemäß Australian coding standards
    (nicht in den dt. Kodierrichtlinien!!!!)


    “Palliative care should never be assigned as the principal diagnosisâ€





    Vorschlag :
    HD : die Diagnose, die die stat. Aufnahme (Veranlassung) und die relativ kurze Prognose begründet


    ND: z.B. : Z51.5, L89, E46 etc



    Bei den Top 20 DRG auf Palliativstationen (Lit.: s.o.) taucht die sich aus einer möglichen Hauptdiagnose Z51.5 ergebende DRG Z63.. nicht auf.





    Gruß
    E. Rembs

  • Zur Frage der Verlegung: er wurde aus einem Pflegeheim ins KHS eingewiesen wegen Nahrungsverweigerung und zu uns weiterverlegt zur ethischen Stellungnahme bzw. symptomorientierten Behandlung.
    Muss ich in Zukunft immer Detektiv spielen und die Einweisungsdiagnosen in andere Häuser eruieren (in den immer rudimentärer werdenden Arztbriefen stehen die nämlich oft nicht drin)? Und bisher dachte ich immer, dass die Einweisungsdiagnose bzw. Aufnahmediagnose nicht gleichzusetzen ist mit der Hauptdiagnose. Inwiefern gehen ED und AD in die DRG mit ein?
    Es lässt sich bei o.g. Beispiel keine "führende" Diagnose festlegen - am ehesten vielleicht die "Alter Mann der sterben will" aber für die finde ich keine passende ICD.
    Bin also noch nicht ganz zufrieden.
    PS: unser Grouper macht einen "Diabetischen Fuß" und meldet Fehler-DRG, denn Diabetes ist so ungefähr das Einzige, was er nicht hat. Aber einen fetzten Dekubitus an der Ferse - und einige dieser Fetzen haben wir abgetragen ("Chirurgische Wundtoilette") - aber das war das Wenigste und ist in der DRG das entschiedende. Wo ist da die Logig?


    Gespannt auf weitere Anregungen


    Susanne;)

    Susanne in München :i_drink: