Exenteration Bulbi und Orbitaboden mit anschl. Rekonstruktion

  • Guten Morgen,
    Ich bin gerade etwas ratlos.
    Ich kenne mich mit Augenoperationen nicht so aus.
    Pat. kommt mit einem Malignem Melanom.

    OP: Radikale TU Resektion mit Exenteration Bulbi, Exenteration Orbitae einschl. knöchernem Orbitaboden und Margo inferior.
    Anschl. Plastische Deckung und Rekonstruktion des Defektes der Orbita mittels Titan-Mesh und mikrovaskulär anastomosiertem Radialis-Transplantat.


    Wie kodiert man das?

    Ich bin da völlig überfordert.

  • Hallo,

    das sind zu wenige Angaben, um das einschätzen zu können (Mit Lid-Erhalt oder ohne? Beidseits beides oder je Seite unterschiedliches Vorgehen? Skleraschale oder Tenon-Kapsel? etc.)


    Als OPS-Kodes kommen in Frage:

    5-162.1

    (5-164.32)

    (5-164.33)

    5-770.4

    (ggf. mit einem Kode aus 5-160)

    plus die Kodes für die plastische Deckung

    und Transplantat-Entnahme


    Genaueres müssen Sie allerdings dem OP-Bericht und dem OPS entnehmen.
    Falls das nicht ausreicht, sollten Sie sich an den Operateur wenden.


    Viele Grüße

    B. Sommerhäuser

  • Laut OP Bericht:


    Radikale Tumorresektion i.S.e. Exenteratio Bulbi links

    Nach Markierung der Resektionsgrenzen erfolgt die radikale en-bloc Tumorresektion i.S.e. Exenteration Orbitae einschliesslich des knöchernen Orbitabodens und Margo inferior links. Im Anschluss werden multiple Grenzschnitte zur Schnellschnittuntersuchung entnommen und markiert. Einsendung in die Pathologie. Akribische Blutstillung.


    Präparation eines mikrovaskulären Radialis-Transplantates vom linken Unterarm

    Durchführung Allen-Test: Verzögerte Reperfusionsreaktion. Dopplersignal über der A. radialis und A. ulnaris kräftig und deutlich nachweisbar. Zunächst Einzeichnen der geplanten Schnittführung mit Wellenschnitt im Bereich des Unterarm links, vom proximalen Lappenrand bis zur Ellenbeuge. Nun Schnittführung am ulnaren Lappenrand mit dem 15er Skalpell durch die Cutis und das subcutane Fettgewebe bis auf die Unterarmfaszie der linken Seite. Nach Darstellung der Faszie wird diese scharf durchtrennt. Es folgt die sichere subfaziale Präparation nach radial. Die Sehnen der Unterarmfaszien werden denudiert, ohne dass Peritendineum zu verletzen. Die A. und V. radialis werden nach Inzision des distalen Lappenrandes im subcutanen Fettgewebe dargestellt und mit einer nichtresorbierbaren Ligatur unterbunden und durchtrennt. Der N. radialis sowie der N. cutaneus antebrachii werden folgend präpariert und sicher geschont. Die subfaziale Präparation wird fortgesetzt und der Radialislappen im Verlauf komplett unter Darstellung des Lappenstiels, welcher schrittweise von seiner Unterlage gelöst wird in einer Größe von ca. 6,5x5cm umschnitten. Die ab- und zugehenden Gefäße zum Gefäßstiel werden teils mit dem Kauter, teils mit Gefäßclips verschlossen. Zur weiteren Entwicklung des Gefäßstiels Aufnahme der Schnittführung am Unterarm. Folgend Durchtrennung der Haut und des subcutanen Fettgewebes mit dem Skalpell. Darstellung und Durchtrennung der Unterarmfaszie und Darstellung des Gefäßstiels unterhalb des M. brachioradialis bis zum Ellenbeuge. Hier nun Separation der Gefäße. Proximale Ligatur der A. radialis sowie der Begleitvenen. Absetzen des Transplantats. Beginn Ischämiezeit.


    Plastische Deckung und Rekonstruktion des Defektes der Orbita mittels titanmesh und mikrovaskulär anastomosiertem Radialis-Transplantat

    Einbringen eines präformierten Titan-mesh und Fixation mittels Schrauben (KLS zur Rekonstruktion des Orbitabodens

    Das Transplantat wird zur Rekonstruktion vom Armtisch in Empfang genommen und mittels provisorischen Nähten im Defekt fixiert. Die A. facialis weist als Anschlussgefäß einen guten arteriellen Blutfluss und ein nahezu äquivalentes Kaliber zum Anschlussgefäß auf. Die Gefäßsstümpfe werden mittels EKT unter dem Mikroskop anastomosiert. Nach Öffnen der Arterienklemme zeigt sich ein guter venöser Rückstrom über die Lappenvene. Die venöse Anastomose erfolgt mittels Coupler Device (Gr. 3mm). Nach Öffnen der Venenklemme füllt sich die Vene spontan mit Blut. Akribische Blutstillung cervical. Nun Einnaht des Transplantats in den Defekt. Hierunter zeigt sich das Transplantat stets vital. Einlage einer Redondrainage und Annaht in typischer Weise. Mehrschichtiger Wundverschluss.



    Jetzt habe ich ein paar Fragen zum OPS:

    5-163- --> Was bezeichnet man hier als Orbitaimplantat? Das Titanmesh oder ein Künstliches Auge (Skleralschale)?


    5-164.4 --> Laut Hinweis ist eine durchgeführte Exzision von Orbitaknochen gesondert zu kodiern (5-770.4)
    Ich dachte der Kode beschreibt eine Resektion der Orbita?


    Welche Endstelle nimmt man für das Titanmesh und den mikrovaskulär-anastomisiertem Lappen?

    Der Kode aus 5-905.04??