Behandlungspfad Hüft-TEP

  • Hallo Forum,


    wir haben in unserem Krankenhaus sehr lange überlegt, wie ein Behandlungspfad aussehen könnte, damit er von allen Beteiligten verstanden und auch angewendet wird. Unser erster Entwurf steht unter folgender Adresse zur Ansicht: Behandlungspfad Hüft-TEP.
    Hinter jeder Position sind (oder werden) Standards hinterlegt.
    Uns würde nun Interessieren, was andere davon halten, ob es ein gangbarer Weg ist, den wir eingeschlagen haben oder ob wir uns gänzlich umorientieren sollen/müssen.


    Gruß
    Haag

  • Hallo Herr Haag,


    wir haben auch erst gerade angefangen in der Arbeitsgruppe CP. Was mich bei Ihrem 1. Pfad wundert, ist die Festlegung auf ICD-10 Code M16.1 primär einseitig. Es gibt bei Coxarthrose nach Angaben unseres Oberarztes und meiner eigenen Erfahrung mehr beidseitige also M16.0 od. 2 od. 4 od. 6 als einseitige d.h. .1 od. .3 od. .5 od. .7
    Aber das Problem liegt vermutlich daran, daß viele die Klassifikation nicht kennen oder nicht verstehen.
    Der Pfad an sich wird vermutlich nicht so sehr abweichen ob einseitig od. beidseitig. Allerdings meint mein beauftragter Mitarbeiter, der Pfad sollte stärker differenziert werden und an den Schnittstellen müssten für die betreffenden Abteilungen eigene Pfade erstellt werden. Auch der Patient sollte eine eigene CP-Leitkarte (ähnlich Kurkarte) erhalten.
    Wir haben unser Projekt auf fünf Jahre angelegt. Die Erfahrung aus der Schweiz (Aarau) zeigt, daß es schon ein Jahr gedauert hat, bis sich die Arbeitsgruppe zur fruchtbaren Arbeit zusammengefunden hat, da die Ziele der einzelnen Mitarbeiter sehr unterschiedlich sein können.

    [size=12]Freundlichen Gruß vom Schorndorfer MDA.

  • Hallo Herr Konzelmann,


    vielen Dank für ihren Kommentar. Wir haben uns für die M16.1 entschieden weil diese die häufigste Diagnose ist auf die dann eine OP erfolgt.(zumindest laut unserem KIS). Sicher werden auch Leute operiert, die beidseits Probleme haben.
    Mich würde interessieren wie sie das genau meinen, Eigene Pfade für die Schnittstellen. Unser Gedanke war, Schnittstellenproblematiken mit Standards zu lösen. Die Schnittstelle OP-Station beispielsweise betrifft ja im Grunde jede OP für die ein Pfad erstellt wird.
    Wir sind allerdings für jeden Vorschlag/Hinweis dankbar.


    Gruß aus Eberbach/Neckar
    Andreas Haag

  • Hallo Herr Haag,


    wir meinen, die OP ist bei jedem CP anders, genauso ist die Vorbereitung und die Übernahme und Versorgung auf Station nach jeder OP anders. Gleiches trifft auf Anästhesie u.v.a. zu. Manches ist möglicherweise als Standard abzubilden, bei anderen Verzweigungen sind evtl. separate Wege zu erstellen. Es könnte am Ende aussehen wie die Verästelungen eines Baumes. Aber wie gesagt, ich selbst habe auch noch keine Erfahrung damit, sondern versuche ebenfalls aus dem zu lernen, was Sie und andere hier posten.
    Die M16.1 ist m.E. nur deshalb die häufigste bei Ihnen (übrigens wahrscheinlich auch bei uns), weil sie eben oft fälschlicherweise genommen wird und da eigentlich M16.0 od. .2 (das ist meine eigene Dysplasie-Coxarthrose beidseits) stehen sollte.

    [size=12]Freundlichen Gruß vom Schorndorfer MDA.

  • Hallo Herr Haag,
    neben einigen Argumenten, die die bisherigen Antworten schon geliefert haben, sehen ich des weiteren folgende Probleme:
    - die grafische Darstellung ist zu kompliziert, nicht Anwenderorientiert. Als Ablauffestlegung sind (meiner persönlichen Meinung nach) Flussdiagramme (ganz gleich mit welcher Software erstellt - Aris, Excel, Adonis, Bonapart)unübertroffen.
    - Wie verankern Sie die Pfade im klinischen Alltag? Ich habe lange und leidvolle Erfahrung mit der Einführung von hausinternen Leitlinien und jetzt auch Klinischen Pfaden. Meine Meinung: Die Standards müssen im täglichen Ablauf verankert sein, ansonsten verstauben die Ordner im Regal.
    - auch ich würde die Diagnose nicht so eng begrenzen.
    - mir fehlen Ausschlusskriterien
    Das ist ein Teil meiner Meinung. Ich hoffe ich konnte zu Ihrer Meinungsfindung beitragen.
    Gruß, Heiderhoff