N30.0 Akute Zystitis vs. N10 Akute Pyelonephritis

  • Guten Tag zusammen,


    wann kann die N10 Akute Pyelonephritis kodiert werden? Die N30.0 wird bei uns kodiert wenn die/der Pat. Schmerzen im Bereich des UB hat oder Flankenschmerzen, Brennen beim Wasserlassen u./o. Blut im Urin, idealer Weise einen positiven Uricult hat.


    :whistling:


    Aber wann kann die N10 kodiert werden? Wenn der Pat. zusätzlich Fieber hat? Wie sind die Kriterien zur Verschlüsselung der N10 konnte in den DKR leider keinen Hinweis finden.


    Vielen Dank im voraus und beste Grüße


    Onk

  • Guten Morgen,


    eine Pyelonephritis kann dann verschlüsselt werden, wenn sie vorgelegen hat, d. h., wenn die behandelnden Ärzte diese Diagnose gestellt haben. Das ist ärztliche Tätigkeit und das können die DKR nicht leisten.


    Viele Grüße,


    V. Blaschke

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    Dr. med. Volker Blaschke

  • Liebes Forummitglied,


    einfach mal bei WIKIPEDIA nachschauen:




    Charakteristisch für die akute Form ist ein plötzlich einsetzendes schweres Krankheitsgefühl. Hinzu kommen Symptome, die auf eine Infektion des oberen Urogenitaltraktes hinweisen, wie Fieber, Schüttelfrost, Flankenschmerz, Klopf- und Druckschmerz im Bereich des Nierenlagers, Übelkeit und bei schwerem Verlauf auch Erbrechen. Symptome der Blasenentzündung können ebenfalls vorhanden sein. Dazu zählen Pollakisurie (häufige Blasenentleerungen bei nicht erhöhter Harnmenge), Dysurie (erschwertes oder schmerzhaftes Wasserlassen), Hämaturie (blutiger Urin). Bei der akuten Pyelonephritis ist die Nierenfunktion nicht eingeschränkt.


    Bis zu einem Drittel der älteren Patienten haben kein Fieber, hier dominieren gastrointestinale und pulmonale Symptome.[2]


    Bei der chronischen Form kann das Beschwerdebild zunächst fehlen. Hier stehen eher unspezifische Symptome wie Leistungsminderung, Kopfschmerzen, Inappetenz mit Gewichtsabnahme, Müdigkeit oder Pollakisurie im Vordergrund. Der Verlauf ist im Gegensatz zur akuten Pyelonephritis schleichend oder schubweise.




    Die zweifelsfreie Diagnosestellung einer Pyelonephritis in Abgrenzung von einem schweren unteren Harnwegsinfekt (Blase und Harnröhre) erfordert den Nachweis von Bakterien aus einem Punktat des Nierenbeckens. Auf Grund der möglichen Komplikationen wird dies nur im Falle der gleichzeitigen Anlage einer perkutanen Nephrostomie durchgeführt.


    Ist im Urintest auf Leukozyten (Leukozyturie) und Nitrit mindestens einer der beiden Parameter positiv, handelt es sich mit einer Sensitivität von 75% bis 84% und einer Spezifität von 82% bis 98% um Harnwegsinfektionen.[5] Eventuell können auch Erythrozyten (Erythrozyturie) und Protein (Proteinurie) nachgewiesen werden.


    Der Mittelstrahlurin wird außerdem bakteriologisch untersucht (Erreger- und Resistenzbestimmung). Urinkulturen sind bei 90% der Patienten mit akuter Pyelonephritis positiv.[5]


    Im Blut kommt es zur Leukozytose (Vermehrung der weißen Blutzellen) und einem Anstieg des CRPs (Akute-Phase-Protein). Bei Verdacht auf Sepsis werden Blutkulturen abgenommen. Mit einer Ausscheidungsurographie können Veränderungen des Nierengewebes erkannt werden. Die Sonographie und die Computertomographie kommen bei komplizierteren Verläufen zum Ausschluss von Komplikationen zur Anwendung.


    Durch den Einsatz der 99Tc-DMSA-Nierenszintigrafie kann das Ausmaß der Narbenbildung durch die Pyelonephritis abgeschätzt werden.


    Vielleicht hilft es. In der Hoffnung zur Kodierung liegt Ihnen auch das Krankenblatt vor ;) .


    Mit lieben Grüßen aus Berlin




    Heidi