Zeitbedarf für Pfade

  • Guten Tag zusammen,


    eventuell kann mir jemand hier folgende Frage beantworten!


    Wie viel Zeitaufwand muss man bei kontinuierlicher Arbeit an einem Pfad einplanen.


    Mich interessiert der sowohl der Zeitbedarf für die reine Konzeption im interdisziplinären Team (sowohl erstmalig als auch bei Folge-Pfaden; die Pfade sollten sowohl als Algorithmus und Matrix(Dokuvariante) und auch mit klaren Formulierungen der Ziele, der Verweildauer und Festlegungen der Interventionen vorliegen).


    Wie lange dauert die Implementierung, so dass die Analyse der Varianzen durchgeführt werden kann.


    Wenn jemand antworten kann, bitte auch angeben, um welchen Pfad es sich gehandelt hat(Diagnose/Prozedur).


    MfG


    M. Paulus

  • Hallo Herr Paulus,


    meine Gesamteinschätzung auf Ihre Frage: saulange :-p !


    En detail:


    Wir haben bei uns eine Pfaderstellung zur Behandlung des akuten, ischämischen cerebralen Insultes (früher nannte ich das Schlaganfall) ins Leben gerufen.


    Bisherige Treffen zur Prozeßanalyse: sechs, jeweils für 60 Minuten, wobei daran immer 8 Personen beteiligt waren.
    Nachbearbeitungszeit pro Treffen: (geschätzt) zur Erstellung der Dokumentation, der Visualisierung etc.: jeweils ca. 2 - 3 Stunden für eine Person (das war ich dann selbst :look: ).


    Derzeit arbeiten wir daran, das Ganze mit Zeiten und Prozeßverantwortlichen zu hinterlegen (Zeitaufwand bis dato: 2 Mann-Tage). Von Pfadkostenrechnung war bisher nur theoretisch die Rede. Folgt man den Äußerungen von Pfad-Virtuosen, kann man da noch ziemlich viel Pulver verschießen, je nach dem, ob Sie das Ganze auch noch an Ihr KIS kleben wollen oder nur (!, :)) ) im Intranet als saubere HTML-Präsentation abliefern.


    Ich glaube (ehrlich), daß für den Fall einer Haus-weiten Pfaderstellung für eine hauptamtliche Person 2 - 3 Jahre Arbeit entstehen, wenn diese nicht noch sonst was machen muß (DRG's einführen, Kodierung kontrollieren, Berichtswesen designen, EDV-Probleme lösen .....). Dabei hätte ich nur die drei wichtigsten DRG's pro Abteilung im Auge. :shock1:


    Gruß,



    --
    Dr. med. Andreas Sander
    Stabsstelle MedCo/QM
    Evangelisches und Johanniter Klinikum DU/DIN/OB gGmbH

    Gruß aus DU
    Dr. med. Andreas Sander
    Evangelisches und Johanniter
    Klinikum Niederrhein
  • hallo Herr Paulus,
    ich hatte kürzlich Kontakt mit den Kollegen vom Klinischer Behandlungspfad Forum in Berlin ( ClinPath.de ). Die haben in einer chirugischen Abteilung eines 500 Betten Hauses der Regelversorgung für die Erstellung der Pathways und deren Implementierung ca. 2 Jahre und erhebliche Manpower gebraucht. Die bieten die Pathways jetzt gegen Entgelt zur gemeinsamen Bearbeitung im Internet an.
    Vielleicht schauen Sie dort mal rein, man kann möglicherweise 80% der Zeit sparen.
    man muss das Rad ja nicht neu erfinden.
    Gruß aus Westfalen
    boesch
    :dance1:

  • Hallo Herr Paulus,


    wir haben eine Vorgehensweise entwickelt, in der wir die Belastung der Experten (Ärzte, Pflege, KG, VW) auf ein Mindestmaß reduziert haben (5 mal 90 min. Die restliche Arbeit wird dann von einem Moderatorenteam erledigt. Diesep Pfad beinhaltet dann sowohl den Ablauf als auch Personal und Materialkosten und wird durch ein klares Konzept an die User weitervermittelt. Ich habe nun mittlerweile Erfahrung mit über 20 Pfaden, die ich moderiert habe. Am einfachsten sind elektive Eingriffe in der Chirurgie abzubilden, aber auch die Gyn, HNO, Neuro oder die Innere ist machbar. Zu diesem Thema haben wir auch Dplomarbeiten betreut.
    (http://www.klinischepfade.de)


    Dr. M. Heiderhoff