• Guten Abend,


    viele Pat. mit MRSA sind aufgrund Multimorbidität bereits in der höchsten Vergütungsstufe angesiedelt, sodass MRSA keine zusätzliche Vergütung bietet. Es fallen hier aber durchgängig zusätzliche Kosten an, die an sich auch unabhängig vom jeweiligen Krankheitsbild sind: Isolieren, Abstriche mit Bakteriologie, Lokalbehandlungsmaßnahmen. Ich möchte daher dafür plädieren, bei Pat. mit MRSA einen fixen Pauschalzuschlag von z.B. RG +0.3 einzuführen, um den Aufwand, der wie gesagt unabhängig vom Krankheitsbild entsteht abzubilden.


    Dr. M. Rost
    OA Innere
    Hyg.beauftragter.

    M.Rost

  • Guten Abend, Herr Dr. Rost,


    nach meiner Meinung werden die Kosten ja nicht nur durch den PCCL dargestellt. Zunächst ist ja davon auszugehen, dass die Kalkulationskrankenhäuser die Kosten in genera zugeordnet haben. Ich gehe davon aus, dass auch ggf. die Kosten für MRSA-Patienten hineingerechnet wurden. Ich denke, dass man sich auch bei den DRG - zwar nicht wie bei tagesgleichen Pflegesätzen - davon nicht leiten lassen darf, dass nun genau dieser Fall kostenmäßig abgebildet wird, sondern eben eine Klasse von Fällen. Das mag eine Plattitüde sein, macht aber oft Sinn noch einmal diese sich in Erinnerung zu rufen. Daher würde ggf. eine Sondervergütung eine Überkompensation bedeuten. Oder ist Ihnen bekannt, dass MRSA-Besiedlung nicht berücksichtigt wurde und ggf. ein ZE zu vereinbaren ist?

    Gruß
    Dieter R
    MA einer KK

  • Herr Rost,


    den Post nehme ich zurück. Sollte ja genau eine Frage an InEK sein. Entschuldigung. Hatte wohl Wahrnehmungssörungen. :k_biggrin:

    Gruß
    Dieter R
    MA einer KK

  • Hallo DR,
    sehr gut erkannt. Das Diskussionsbrett heißt ja mit Bedacht: Meine Frage an das InEK und nicht meine Antwort vom oder meine Meinung zur Frage an das InEK, wiewohl das auch kein Problem darstellt (Ausnahme s. Forenregeln). Es geht nur darum, Fragen zu stellen (zu sammeln), die via Vorschlagsverfahren möglicherweise nicht gestellt werden (nicht jeder kluge Kopf hat ja gleich eine eingabeberechtigte Fachgesellschaft hinter sich stehen oder scheut einfach den Aufwand des standardisierten Verfahrens), die aber dennoch ihre Berechtigung haben und Gedankenanstöße liefern können. Vielleicht scheinen letztere manchmal dumm oder unausgegoren. Vielleicht sammeln wir hier aber auch sinnvolle Einwände, die möglicherweise bisher unberücksichtigt blieben oder dem \"lernenden System\" Denkanstöße liefern können... Erwarten Sie hier bitte grundsätzlich keine Antworten. Ein \"lernendes System\" kann es sich m. E. gar nicht leisten, sich hinter dem Feigenblatt standardisierter Eingaben zu verstecken... Ihrer aller Meinung ist wichtig, um dem Moloch Selbstverwaltung (das InEK ist auch nur eine Ausprägung dessen) - aufgerieben zwischen den Fronten KH und KK - auf die Beine zu helfen. Selbst-Verwaltung, allein der Begriff erscheint grenzwertig... Es ist die Gratwanderung zwischen \"Alle Macht dem Staat\" und \"Verwaltet euch selbst\". Da hätte ich doch gern eine neue Arbeit, die darin besteht, mich selbst zu verwalten (Engel links, Teufel rechts. Fanta 4)...


    Meine Meinung.
    Gruß
    B. Sommerhäuser

  • Guten Morgen,


    Vorschläge zur MRSA/MRE-DRG-Vergütung sind diese Jahr und auch letztes beim InEK eingereicht worden. Einer davon von mir für den Hauptverband der BG-Kliniken formuliert.
    Zudem war die MRSA-Problematik im DRG-System der Inhalt meiner Promotion.
    Hier habe ich die Vergütung nach BPfV, G-DRG V.1 (und auch aktualisiert G-DRG V.2) und die Kosten analysiert (Patienten mit Isolation in 2002).


    Das Ergebnis unterstreicht eindeutig einen Handlungsbedarf, vorallem dann, wenn man eine Häufung dieser Patienten hat. Bei uns ca. 120/Jahr, eigene Isolationsabteilung.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau