Beatmungsdauer im weaning

  • Schönen guten Tag allerseits! :)


    Von der Intensivstation wurde eine Anfrage an mich gestellt, die ich hier mal der Gesamtheit der Expertinnen und Experten dieses Forums zur Diskussion stellen möchte:


    Zitat


    Wieder einmal haben wir Probleme bei der Dokumentation von Beatmungsstunden bei Patienten im Weaning. In Ihrem letzten Schreiben teilten Sie uns mit, daß die Berechnung der Dauer der Beatmung mit der Intubation beginnt und mit der Extubation, nach einer Periode der Entwöhnung, bei Entlassung, Tod oder Verlegung endet.
    Nun zu unserem konkreten Fall:
    Eine tracheotomierte Patientin, bei der schon seit ca. 2 - 3 Wochen versucht wird, sie von der Beatmung zu entwöhnen. Leider immer wieder mit Rückschlägen verbunden. Teilweise kann sie tagsüber fast gänzlich auf der O2-Nase atmen und nachts erholt sie sich über die Beatmung mittels CPAP/ASB. Manchmal sind auch nur kürzere Phasen auf der O2-Nase möglich.
    Die Zeiten, die sie an der Beatmungsmaschine verbringt, werden als Beatmungsstunden dokumentiert. Allerdings stellt sich bei mir die Frage, ob auch die Zeiten auf der O2-Nase aufgeführt werden müssten, da ich diesen Bereich auch als Weaning bezeichnen würde. Mit dieser Maßnahme wollen wir die Atemmuskulatur der Patientin trainieren. Aufgrund der Umstände ist eine verstärkte Überwachung und psychische Betreuung notwendig. Könnten wir diesen Zeitraum den Beatmungsstunden hinzurechnen, würde dies unsere Beatmungsstunden für die Zukunft beträchtlich erhöhen.


    Wird das Problem des Weanings zum Zankapfel zwischen MDK und Krankenhäusern? Oder hat jemand klare Definitionen, die in einem solchen Fall das Weaning abgrenzen?
    :itchy:
    Mit erwartungvollen Grüßen,
    --
    Reinhard Schaffert


    Medizincontroller
    Facharzt für Chirurgie
    Kliniken des Wetteraukreises

  • Hallo Herr Schaffert, liebes Forum,


    die DKR sagt aus:


    "8-718 Dauer der maschinellen Beatmung ...
    Die Dauer der Entwoehnung wird bei der Berechnung der Beatmungsdauer eines Patienten hinzugezaehlt."


    Und da ja gerade die oben beschriebenen O2-Nasen-Phasen ganz besonders ueberwachungsintensiv und risikoreich sind, wuerde ich sie lueckenlos den vorausgegangenen Beatmungszeiten hinzu addieren und mich noetigenfalls auch gern mit dem MDK darueber streiten!!


    Viele Gruesse


    M. Thieme
    FA fuer Anaesthesiologie

  • :dance1:
    Hierzu ist ganz klar in den DKR ( siehe Anhang) Stellung genommen. Das Weaning zählt komplett zu den Beatmungszeiten, auch wenn es mehrere Versuche gibt. ( Das ist ja auch durchaus nichts ungewöhnliches)



    :bounce: :bounce:
    DKR 2002
    8-718 Dauer der maschinellen Beatmung
    Hinw.: Die nachfolgenden Kodes sind nicht zu verwenden, wenn die
    Beatmung während einer Operation durchgeführt wurde.
    Eine Beatmung, die während einer Operation beginnt und länger als
    24 Stunden andauert, muss hier kodiert werden.
    Bei mehreren Beatmungsepisoden während eines stationären
    Aufenthaltes sind die Zeiten zu addieren und am Ende einmal zu
    kodieren.
    Die Dauer der Entwöhnung wird bei der Berechnung der
    Beatmungsdauer eines Patienten hinzugezählt.
    Die Intubation ist zusätzlich zu kodieren.


    Viele Grüße
    --
    Tom Schmitz
    Asklepios Kliniken GmbH
    ZD Krankenhausfinanzierung DRG Management

    Tom Schmitz
    Asklepios Kliniken GmbH
    ZD Krankenhausfinanzierung DRG Management