Biphosphonattherapie

  • Hallo Forum,


    wer kann mir Hinweise zu folgender Problematik geben


    Patienten mit einem Grundleiden Bronchial CA erhalten eine Biphosphonattherapie (Zometa) aufgrund von Knochenmetastasen.
    Diese Pat. werden pneumologisch geführt, da keine Chemotherapie durchgeführt wird.
    Es gibt hier verschiedene Aussagen darüber, deshalb stelle ich die Frage ins Forum, werden Pat. nur onkologische Fälle, wenn sie Zytostatika verabreicht bekommen?


    Ein aktuelles Fallproblem ist auch:


    Ein onkologischer Patient wird drei Tage nach Entlassung wegen Verschlechterung des AZ auf die Intensivstation aufgenommen (pneumologisch), nach Stabilisierung wird er nach einigen Tagen auf die onkologische Abteilung verlegt, hätte man diesen Patienten nicht gleich onkologisch aufnehmen können?


    Im voraus meinen Dank



    D. Rüchardt



    :dance2: :dance2: :dance2: :dance2:

  • Hallo,


    zu Frage 1: Ich ärgere mich auch darüber, dass diverse sehr kostenintensive Therapien nicht abbildbar sind, z.B. Zometa/Aredia oder auch - noch weniger verstehbar - Lysetherapien (Ein Infarkt mit Lyse bringt nich mehr als einer ohne - ein Hoch den "Praktikern", die das System geschaffen haben!!:teufel:
    Ich würde den Aufenhalt so verschlüsseln: HD C79.5 Knochenmetastasen, ND C34.x BC, Z51.88 sonstige med. Behandlung (was anderes fällt mir zu Zometa nicht ein).
    Uns haben die Kassen in der Vergangenheit im übrigen Ärger gemacht, wenn Tu-Pat. Zometa bekamen, da das auch ambulant gehen würde. Das würde für die Brüder zwar teuerer als 1 Tag stationär (nach altem Recht!), aber noch billiger war es, auch den einen Tag nicht zu zahlen. Jetzt wird ein Tagesaufenthalt sogar noch teurer, bin mal gespannt wie es weiter geht.


    Zu Frage 2: Akutdiagnose geht vor chronischer Diagnose, also HD bei Aufnahme J96.0 (Akute Respir. Insuff.), ND C34.x BC. Prozeduren z.B: 8-930 Kreislaufüberwachung auf Intensivstat.


    Oder hat da jemand bessere Ideen? Bin selbst noch am Lernen.


    Grüße


    MR

    M.Rost

  • Hallo Forum,
    dieses Problem wollte ich als nächstes angehen (nachdem wir die falsch kodierten Chemotherapien über einen Port elimiert hatten) Nun ist die Frage schon fast beantwortet.


    Wir kodieren so:


    HD: C 79.5 Knochenmetastasen
    ND: C .... Primärtumor
    Z 51.5 Palliativbehandlung


    Prozedur: keine


    Diese Kodierung ist nicht besonders überzeugend, warum der Patietn im Krankenhaus war. :rolleyes:


    Fällt jemanden eine gescheitere Kodierung, insbesondere der Prozduren eein? Die Krnakenkassen scheuen nach den Prozeduren: Wenn was drin steht => ok, wenn leer => Da wurde ja gar nichts gemacht! Der Patient gehört nicht ins Krankenhaus. :no:


    Schönes Wochenende


    U. Fiedler


  • Guten Tag Herr Rüchardt,


    Sie hatten, so habe ich es jedenfalls verstanden, gar nicht nach Kodierung und Finanzierung gefragt, sondern nach komplett Anderem.


    Man muss/kann hier 2 Seiten Ihres Problems sehen:


    1. Geschildertes im DRG-System


    Es spielt überhaupt keine Rolle, welche FA den Patienten aufnimmt, da dem Aufenthalt und der Behandlung des Patienten eine DRG (damit auch 1 Entgelt ohne FA-Bezug) zugeordnet wird (Voraussetzung ist selbstverständlich das die involvierten FA´s im DRG-System abbildbar sind). Da es eine Pauschale ist, sollte jedes KH daran interessiert sein, die Behandlung effizient durchzuführen. Starre FA`s und entsprechendes abgrenzendes Denken und Handeln ist hier deutlich kontraproduktiv.
    Unter diesem ökonomischen Druck entstehen z.B. interdisziplinär besetzte Aufnahmestationen und Behandlungspfade.
    Ein Fall wird primär über die HD einer onkologischen DRG zugeordnet, völlig indifferent gegenüber den behandelden Abteilungen.


    2. Geschildertes außerhalb des DRG-Systems


    Eindeutig ein internes Problem, welches auch nur intern gelöst werden kann. Aber auch hier kommt Obiges ins Spiel: z.B. interdisziplinär besetzte Aufnahmestationen und Behandlungspfade, so dass hier die Entscheidung nicht nach "wer zuerst kommt, malt zuerst" getroffen wird, sondern nach internen Vorgaben, welche im Vorfeld gemeinsam erarbeitet wurden (so die einfache Theorie, die Praxis ist der schwierige Teil).
    Eine Unterscheidung bzw. Zuordnung zur FA: Chemo = onkologischer Fall, keine Chemo = kein onkologischer Fall kann ja nur einer internen Vorgabe folgen, denn offiziell ist das keinesfalls.


    Gruß


    D. D. Selter

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo,


    die Frage meiner Kollegin ist geklärt und nebenbei diese Regelung ist zumindest halboffiziell mit den Kassen abgestimmt und daher für uns praktisch bindend....


    Bei uns werden diese Fälle natürlich alle onkologisch betreut (ganz im Sinne Ihrer Ausführungen), nur administrativ werden Sie anders geführt....


    Ich habe mich darüber zunächst auch gewundert, aber das wird hier immer mit dem 'Brandenburger Weg' bezeichnet....und das Verhältniss zu den Kassen ist hier tatsächlich wesentlich besser, wie z.B. in Berlin....


    Also hoffe ich auch im DRG-System auf pragmatische Brandenburger-Sonderregelungen....schließlich haben wir hier auch sehr fähige Leute in der Krankenhausgesellschaft (auch das kenne ich anders...)


    Gruß




    --
    Thomas Lückert
    Medizincontrolling
    Johanniter-Krankenhaus im Fläming

    Thomas Lückert
    Stabsstelle Medizincontrolling
    Unfallkrankenhaus Berlin