Arthroskopische vs. endoskopische Resektion von erkranktem Knochengewebe

  • Liebes Forum,

    wir führten bei einem 40 jährigen Patienten folgende OP am oberen Sprunggelenk rechts durch, Zitat OP-Bericht:


    Zunächst Gelenkpunktion lateral und Auffüllen des Gelenkes mit Purisole. Hautschnitt in Projektion auf die laterale Begrenzung der Talusrolle und vorsichtige Erweiterung der Incision mit der Peanklemme. Eingehen in das Gelenk mit dem stumpfen Trokar, dabei geringer Erguß nachweisbar. Einbringen der Kamera und Auffüllen des Gelenkes mit Purisole. Anlage eines 2. Gelenkzuganges medial unter Sicht in Out Side In Technik. Eingehen in das Gelenk mit dem Tasthaken. Auffällig ist eine kräftige Synovitis am Talushals mit Bridenbildung und Weichteilinterponat ins Gelenk von medial bis weit nach lateral. Die Briden reichen bis zum Fibula und strahlen in die ventralen Kapsel und ins Gelenk ein. Die Sicht ist zunächst begrenzt. Es erfolgt zunächst eine Synovektomie und Adhäsiolyse des ventralen Kompartimentes. Exakte Darstellung der Fibula und der Syndesmose sowie des Innenknöchels:

    Talusrolle: in einsehbaren Bereich zeigt sich eine I-II° CM mit Schleifspuren und zum Teil kleinflächig beginnend III° CM. Große ventrale Osteophyt von ca. 1,5 x 1,5 cm mit Impingement und korrespondierende Deformität am Talushals. Die Vorderkante der Tibia ist ferner generalisiert osteophytär prominent. Im Bereich der vorderen Syndesmose ist keine Instabilität oder Ruptur nachweisbar. Das Tibio-talar Gelenk kann mit dem Tasthacken relativ schwer eröffnet bzw. auseinander gedrängt werden. Eine eindeutige Makroinstabilität kann jedoch nicht nachgewiesen werden. Sondierung zwischen Außenknöchel und Talus mit dem stumpfen Trokar, dabei kann keine höhergradige Instabilität bei geringer Dehiszenz nachgewiesen werden. Das LFTA ist etwas elongiert und vernarbt jedoch nachweisbar. Sämtliche Briden werden mit Shaver reseziert. Resektion der ventralen großen Osteophyten mit schmalen Meißel (Präparate für den Patienten zur Inspektion) und Glättung der ventralen Tibia mittels Kugel-Fräse. Zusätzliche Glättung des Talushals mit der Fräse.

    Innenknöchel: Am medialen Gelenkfläche des Innenknöchels ist der Knorpel regelrecht. Der Knorpelbelag am medialen Talus ist I° CM verändert. Die restliche mediale tibiale Gelenkfläche ist in einsehbarem Bereich intakt. Weiter dorsal medial kann nicht inspiziert werden. Das Tibiotalargelenk ist symmetrisch kann jedoch leicht erweitert werden. Ebenso besteht fibulotalar kein signifikanter Knorpelschaden. Die Synovektomie wird durch die beiden Zugänge durchgeführt. Insgesamt besteht keine Indikation zur Stabilisierung. Abschließende Spülung. Hautnähte. Infiltration von 10 ml 0,75% Naropin i.a. Steriler Verband mit lockerer elastische Wickelung.


    Verschlüsselt haben wir dies mit

    5-782.bn Exzision und Resektion von erkranktem Knochengewebe, Partielle Resektion endoskopisch, Tibia distal und

    5-782.bs Exzision und Resektion von erkranktem Knochengewebe, Partielle Resektion endoskopisch, Talus


    Der MDK ist der Meinung, dass hier der Kode

    5-812.kk Arthroskopische Operation am Gelenkknorpel und an den Menisken, Resektion eines oder mehrerer Osteophyten, Oberes Sprunggelenk

    kodiert werden muss.


    Wie sehen Sie dieses Problem? Was ist der Unterschied zwischen der arthroskopischen und endoskopischen OP? Nur der Gelenkbezug? Als Internist komme ich hier leider nicht weiter.

    Danke für eine Rückmeldung,

    S. Stephan

  • Hallo Herr Stephan,

    m.W. ist die Endoskopie eine Begutachtung von Hohlorganen und Hohlräumen im Körper. Dazu gehören natürlich auch die Gelenke. Allerdings bezeichnet man deren Inspektion spezifischer mit Arthroskopie. Daher ja, der Gelenkbezug ist nach meinem Dafürhalten der Unterschied. Und daher bin ich der Ansicht, dass der MDK-Vorschlag hier richtig ist. Endoskopisch können um das Gelenk herum z.B. Bursae oder Sehnenscheiden (oder Knochen) inspiziert und reseziert werden. Mal sehen, was die Fachspezialisten antworten.


    Beste Grüße

    B. Sommerhäuser