Dokumentation

  • Hallo ,
    meine Frage bezieht sich auf die Pflegedokumentation. Wie oft und wie lang (für wieviel Tage ) muss Z.B. ein Harnverhalt,oder eine Polyurie oder ein Hämatom dokumentiert sein ,damit ich es über eine Nebendiagnose abrechnen kann ? Bei Stuhl-und Urininkontinenz ist es klar, aber die anderen pflegerelevanten DiagnosenI) ????
    MfG Pauli?(

  • Hallo Pauli,


    wenn die pflegerelevanten Diagnosen Ressourcen verbraucht haben, sind sie zu kodieren. Eine "Mindestdauer" der Diagnosen ist nirgends festgelegt.


    MfG
    --
    R. Balling
    Chirurgische Klinik, 82229 Seefeld

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. med. Roland Balling

    Chirurg
    Medizincontroller
    "Ärztliches Qualitätsmanagement"
    Chirurgische Klinik, 82229 Seefeld

  • Hallo Herr Balling,
    wenn ich das richtig verstehe,ist ein Ressourcenverbrauch gleichzusetzen mit einem erhöhtem Pflege-,Überwachungs- und /oder Betreuungsaufwand. Wie weise ich diesen aber nach, bzw. wie dokumentiere ich diesen ? Reicht es, wenn es einmal in der Dokumentation erscheint ?
    Pauli?(

  • Schönen guten Tag Herr Pauli!


    Die höhe des Aufwandes ist nicht festgelegt, hier kann man sich also trefflich mit dem MDK streiten.


    Meine Rechtauffassung: Hat einer Erkrankung eine diagnostische oder therapeutische Konsequenz, kann sie immer angegeben werden, auch wenn der Aufwand dafür minimal ist (z. B. Einmalgabe eines Billigmedikamentes), denn bei diesen beiden Punkten der Aufzählung der Kriterien für die Angabe von Nebendiagnosen steht in den Kodierrichlinien gar nichts von Aufwand.


    Und wenn Sie wegen einer Erkrankung einen zusätzlichen Aufwand hatten, egal wie oft oder wie groß der war, und dies dokumentiert ist, können, nein müssen Sie sogar die Diagnose angeben (Also beispielweise ein Einmalkatheter bei Harnverhalt, Patient mit Polyurie mehrfach zur Toilette gebracht, Hämatom mit Salbe eingerieben usw.) Ausnahme ist die Inkontinenz, bei der klar festgelegt ist, dass sie über 7 Tage bestehen (und dokumentiert sein) oder bei Entlassung bestehen muss, um angegeben werden zu können.


    Schönen Tag noch,
    --
    [center]Reinhard Schaffert


    Medizincontroller
    [f1]Facharzt für Chirurgie
    Krankenhausbetriebswirt(VWA)[/f1]
    Kliniken des Wetteraukreises[/center]

  • Hallo Pauli,


    über das Thema -wie dokumentiert- gab es anfänglich mit dem MDK auch bei uns etwas Disput, da in der Pflegedoku oftmals lediglich 'Pampers gewechselt' dokumentiert war und der MDK-ler meinte 'Routine'. Mittlerweile steht in der Doku 'Pampers nass/eingestuhlt/eingekotet (oder wie sich die Pflegekraft gerade auszudrücken beliebt :-) ), gewechselt' und damit ist alles gut.
    Viele andere pflegerische Dinge sind bei uns mittlerweile mit Standards versehen, die haben alle ein Kürzel (A1f, B6c) und mit der Angabe des entsprechenden Kürzels wird dann die erfolgte Tätigkeit dokumentiert. Einfacher geht's nicht und der MDK-ler kann dann in einer Liste nachschauen was damit gemeint ist bzw. das eine oder andere Kürzel kennt man nach 'ner Weile auswendig und weil standardisiert wird's auch in der Kürze so akzeptiert.
    Auf jeden Fall muss sich die Pflege da auch ein wenig engagieren, schließlich geht's beim Kodieren auch um die Gehaltszahlungen ALLER KH-Mitarbeiter.



    --
    Michael Hönninger
    FA Anästhesiologie / Notfallmedizin
    MedizinController
    Stadtklinik Frankenthal

    Michael Hönninger
    FA Anästhesiologie / Notfallmedizin
    [glow=#FF0000,3]MedizinController[/glow]
    Stadtklinik Frankenthal

  • Guten Tag, all`denen die geantwortet haben recht vielen Dank dafür.
    Nun muss ich es also einfach ausprobieren wie der MDK reagiert.
    Bis jetzt wurden in unserem Klinikum nämlich noch keine
    pflegerelevanten Diagnosen abgerechnet . Aber man muss ja immer dazulernen !
    Ein schönes Wochenende noch allen
    Pauli
    :baby:

  • Guten Tag,
    leider muss ich noch einmal zu diesem Thema nachfragen.
    Warum muss ich pflegerelevante Diagnosen kodieren ?
    Der Aufwand dafür ist sehr hoch ( wenig Ärzte , die keine Zeit
    haben ) und der Nutzen ist unterm Strich keiner , d.h. es ändert sich dadurch ja nicht die DRG Eingruppierung ?????????(
    Ahnungslose Grüsse PauliI)

  • Hallo Pauli,
    Sie "müssen" natürlich pflegerelevante Díagnosen nicht kodieren, aber Sie sollten dringend. Auch wenn es manchmal mühsam und zeitaufwändig ist, können Sie nur dadurch im DRG-System Ihren erhöhten Aufwand abbilden. Gar nicht so selten resultiert auch eine Schweregradsteigerung (z.B. von B nach A). Außerdem ist bis auf weiteres jährlich mit einem neuen DRG-Katalog zu rechnen (mit neuen DRGs, neuen Splits, neuen Relativgewichten...). Wenn Sie dann plötzlich ab 2005 jede Menge "schwerere" Fälle haben, weil Sie erst dann entsprechend kodieren, fangen Sie sich jede Menge Anfragen ein (deren Beantwortung noch viel mehr Aufwand erfordert).
    Also, in Ihrem eigenen Interesse: kodieren
    MfG
    --
    R. Balling
    Chirurgische Klinik, 82229 Seefeld

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. med. Roland Balling

    Chirurg
    Medizincontroller
    "Ärztliches Qualitätsmanagement"
    Chirurgische Klinik, 82229 Seefeld