Verweildauerszenarien 2010

  • Hallo,


    kann mir jemand sagen, wo ich fachabteilungsbezogene Verweildauerdaten finde (außer gegen Geld bei WIDO-Klip, Krankenhauskompass) und gibt es irgendwo Zukunftsszenarien bez fachabteilungsbezogene Verweildauerveränderungen bis ca 2010.
    Gibt es noch aktuelle fachabteiungsbezogene VD für USA??


    Vielen Dank im voraus


    CR


  • Hallo CR, hallo Forum,


    deutsche Zahlen aus NRW für die letzten 11 Jahre und nach Fachbereichen findet ihr im
    Krankenhausplan NRW (Pflegetage / Fälle) ab S. 79 und die DRG-VWD wie immer in Australien, z. B. http://www.health.gov.au/casem…ng/graph_table/puw_r4.zip

    herunterladen, die fachspezifischen DRGs auswählen (z. B. chirurgische Partition einer oder mehrerer MDCs), Summe Number of Days / Summe Number of Seps ergibt durchschnittliche VWD der interessierenden DRGs.


    Ob diese Zahlen extrapoliert werden können, ist eine ganz andere Frage. Vielleicht werden die VWDs auch wieder länger, wer weiß das schon so genau?
    --
    Mit freundlichen Grüßen


    Dr. Bernhard Scholz
    DRG-Beauftragter
    Kliniken des Landkreises Freyung-Grafenau gGmbH

    [center] Bernhard Scholz [/center]

  • Hallo aus Gelsenkirchen


    wie wollen Sie diese Daten denn in Deutschland abgebildet haben?


    Nach DRG (mit welchem Grouper aus welchem Jahr?) oder nach Entlassungsdiagnose der KH-Hauptabteilung.
    Letzteres ist für die Verwendbarkeit / Vergleichbarkeit zur Zeit das kleinere Problem. Aber die Zuordnung in ein Fachabteilungssystem ist in meinen Augen mit der DRG Einführung eh überholt und nur noch für die interne Behandlungs(Kosten)-Steuerung notwendig.
    Hier ergibt sich zum Beispiel folgende reale IST-Situation:


    konservativ behandelte Patienten ohne schwere KK mit "Rückenbeschwerden". (DRG habe ich zur Zeit nicht im Kopf)


    Schaue ich dann in die behandelnden / entlassenden Hauptabteilungen und ihre Verweildauern eröffnen sich Welten.
    Patient Unfallchirugie 6 Tage
    Patient Neurologie 10 Tage


    Wie gesagt es finden sich gleiche Behandlungsdiagnosen aber unterschiedliche "Diagnostik-Prozeduren". Diese Unterschiede werden aber durch den Grouper wieder "weggebügelt" (zur Zeit bei australischer Vorgabe).
    In der jetzigen Situation freut sich der Finanzkontroller über jeden zusätzlichen Pflegetag also über eine neurologische Behandlung. Zukünftig werden sich die Neurologen fragen lassen müssen wie sie die längere Verweildauer verantworten können. Und dabei wird sicher nicht das Argument der besseren Diagnostik zählen.
    Für diese Fälle bedarf es der Ursachenforschung und später der "Clinical Pathways".


    Schaue ich mir nun den stationären Verlauf an findet sich als entscheidendes Unterscheidungs-Kriterium nur die primäre Zuweisung des Patienten in eine der Fachabteilungen mit folgendem Scenario:
    Patient kommt als Notfall in die Ambulanz(die Notwendigkeit der stationären Aufnahme ist unbestritten). Der Unfallchirurg schaut sich den Patienten an, radiologische Diagnostik etc. , und schliesst bestenfalls ein Trauma / Fraktur und eine notwendige Intervention aus. Entscheidungsbaum: Trauma-Fraktur-Intervention ausgeschlossen (Abteilung voll belegt?)---> "Nichts für mich" "Schwester rufen Sie den Nervenarzt"....
    Wie diese Geschichte weiter geht ist hinreichend bekannt.


    Für mich ergibt sich hieraus folgender Weg:
    Zunächst die Sachlage im eigenen Haus verbessern und dann (hoffentlich bald) auf die anderen schielen. Dies gilt solange es keine eigenen deutschen Vergleichswerte / DRG`s / Grouper / Datensammlungen gibt.
    Haben Sie Lust an einer freien Datenquelle teilzunehmen senden sie mir ihre IMC Daten. Siehe Thread: "Deutsche Verweildauer". Wenn gewünscht kann genau ihre Frage dort dargestellt werden.


    Mit freundlichen Grüssen





    --
    Michael Kilian
    Med. Informations-u. Qualitätsmanagement
    Evangelische Kliniken Gelsenkirchen

    Michael Kilian

  • Hsllo,


    mir ist natürlich bewusst, daß in einem DRG-System die FA - theoretisch - keine Rolle mehr spielt. Leider sieht die Realität aber noch ein bißchen anders aus. "Am Bette hängt, zum Bette drängt" nun mal jedes KH und auch die momentan und mit Sicherheit in den nächsten Jahren weiter vorhandene Fachabteilungsstruktur. Damit sind auch VD-Daten und daraus folgende Auslastungen weiterhin Steuerungsinstrument des KH für die nächsten Jahre.


    Wenn noch jemand Tipps hat, vielen Dank im voraus


    Gruß


    CR

  • Zitat


    Original von CR:
    "Am Bette hängt, zum Bette drängt"


    Hallo aus Gelsenkirchen


    dies sehe ich genau so!


    Doch: "Jeder Tropfen höhlt den Stein" und bis unser(e) CA [jetzt wird es mit Smilies kompliziert da mir dies für "um die Ecke gedacht" nicht einfällt] kapieren das müssen / können bedarf es ja auch noch einer Regelung für die Ermächtigung.
    Solange es keine einheitliche Liquidationsbasis in einem DRG System für KH-Ärzte und Externe gibt wird doch kein CA seine Machtposition aufgeben.


    Gelsenkirchen, warm und dunkel
    --
    Michael Kilian
    Med. Informations-u. Qualitätsmanagement
    Evangelische Kliniken Gelsenkirchen

    Michael Kilian

  • Hallo Forum,


    habe zu der folgenden Frage eine interessante Stellungnahme gefunden.

    Zitat


    Original von Scholz:
    Vielleicht werden die VWDs auch wieder länger, wer weiß das schon so genau?


    Nämlich hier:
    http://www.neuheusers.de/gpi/forum/ShowMessage.asp?ID=34


    [philosophy mode]
    Bemerkenswert finde ich, dass Menschen meistens nicht so unvoreingenommen sind. Viele wollen uns glauben machen, die Zukunft zu kennen und wollen schon jetzt Vorkehrungen treffen, z. B. Betten abbauen oder Personal abbauen. Und plötzlich stellt man fest, dass man sich geirrt hat.


    Für mich ein Grund mehr, ein "lernendes System" zu etablieren, d. h. unvoreingenommen Daten zu erheben, um flexibel reagieren zu können.
    [/philosophy mode]
    --
    Mit freundlichen Grüßen


    Dr. Bernhard Scholz
    DRG-Beauftragter
    Kliniken des Landkreises Freyung-Grafenau gGmbH

    [center] Bernhard Scholz [/center]

  • Hallo CR (Codier-Rambo? Certifizierter Ratgeber?),


    falls Sie in Ihrem Haus eine IMC-Auswertung gemacht haben, gibt es dort eine klasse Liste der durchschnittlichen Verweildauern je DRG im Durchschnitt aller 850 teilnehmenden KH.
    Falls Sie bei den Krankenkassen arbeiten, müßten Sie die Daten des Jahres 2000 evtl. bei der AOK Westfalen Lippe abfragen können, die hatten ein Modellprojekt mit einer Auswertung von immerhin 50 Krankenhäusern laufen.


    Gruss
    Patricia Klein
    :besen: :besen: :besen:
    --
    Patricia Klein

    Patricia Klein