Hüft-TEP: Einbau und Teil-Ausbau in einer Sitzung

  • Hallo Forum,


    kurze Fallchilderung: Pat. bekommt Hüft-TEP (zement. Pfanne, zement. Schaft), intraoperative Durchleuchtung zeigt Schaftfraktur, es erfolgt sofort der Ausbau des Schaftes (Pfanne wird belassen) und Auskratzen des Zementes, Cerclage um Fraktur, Anlage einer Extension.


    2 Tage später erfolgt die Implantation einer Revisionsschaftprothese.


    Frage: Wie wird hier kodiert, eine TEP wurde beim 1. Eingriff eingebaut, aber die OP war bei Teil-Ausbau noch nicht beendet?


    Für Hilfe wäre ich dankbar!


    Felix :d_gutefrage:

  • Die TEP-Implantation ist zu kodieren, die Leistung wurde ja vollständig erbracht. Für die spätere OP würde ich einen Schaftwechsel kodieren. Auch diese Leistung wurde erbracht, wenn auch nicht in der selben OP-Sitzung.
    Gruß
    Ordu

  • Hallo Felix,


    gerade in vermeintlich verzwickten Fällen sollte man systematisch vorgehen, dies gilt besonders hier, weil die Schritte unmittelbar aufeinander folgten.


    Als erstes legt man eine Reihenfolge fest, wobei es nach DKR für Folgezustände keine zeitlichen Einschränkungen gibt.


    So wie Sie es beschrieben haben, lag folgendes vor:


    1.Indikation für den Einbau einer Hüft-TEP => Diagnose + Nebendiagnosen gemäß
    DKR


    2.Einbau einer Hüft-TEP zementiert => 5-820.01


    3.Durchleuchtung gehört dazu


    4.Femur-Schaftfraktur als Komplikation => S72.3 + T84.0 zur Diskussion des
    Circulus Vitiosus mit der M96.6 verweise ich auf das Forum


    5.Teilausbau der TEP (Femurteil)+ Osteosynthese + Extension => 5-821.8 + 5-791.1g + Extension (8-40ff je nach Methode, falls keine Knöchellaschenextension; gleiches Datum, gleiche Seite wie 2.


    6. Entfernung Extension + Einbau Femurteil (Revisionsendoprothese) => 5-787.ff je nach Material falls keine Knöchellaschenextension + 5-820.2ff (Langschaft; trotz verbliebener Pfanne am wenigsten falsch; 5-820.3 ist meines Erachtens zu wenig aber auch nicht definitiv falsch.) gleiche Seite anderes Datum.


    Man sollte aber dokumentiert haben, warum der wechsel nicht einzeitig erfolgte.


    HD ist die Indikation zum ersten TEP-Einbau.


    Es ist doch gar nicht so schwer, oder?


    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Winter
    Berlin

  • Hallo zusammen,


    ich möchte diesen alten Thread aufwärmen, da ich einen nicht ganz so, aber doch sehr alten Fall „geerbt“ habe, der den Verjährungsfristen bisher getrotzt und nun mich eingeholt hat.


    Der Sachverhalt: pertrochantäre Femurfraktur mit PFNA versorgt, jetzt Pseudarthrose. PFNA wird entfernt und eine zementierte Totalendoprothese implantiert. Nun der Streitpunkt. „Freipräparieren des Pfannenrandes. Danach Auffräsen der Pfanne bis Gr. 50. Der Versuch, eine zementfreie Allofit-Pfanne einzubringen, gelingt nicht, da die Knochenstruktur sehr weich ist. Daher Entschluss, eine zementierte Pfanne einzubringen. Es wird eine zementierte 48er Pfanne Fa. Zimmer eingebracht.“


    Frage: würden Sie in diesem Fall zusätzlich zum OPS für Hüft-TEP-Implantation einen OPS für Pfannenwechsel (in diesem Fall 5-821.22) eingeben? Ich habe da Zweifel.


    Vielen Dank im Voraus für Ihre Einschätzung!