8-981.0/1 Monitoring, 6 Parameter

  • Hallo zusammen,


    wieder etwas ganz neues.
    Es wird in regelmäßigen Abständen der neurologische Befund erhoben. Der erste Befund am Tag wird beschrieben, bei den anderen steht \"status idem\".
    Und jetzt kommt\'s. Die Notiz \"status idem\" sei Ergebnis und kein Befund. Befund wurde also nicht dokumentiert und Patient womöglich gar nicht sachgemäß untersucht, ergo - 8-981.* wird gestrichen.


    Comments?


    Gruß
    GenS

  • Moin GenS,


    sofern sie das für neu halten, muss ich Sie allerdings enttäuschen. Ist bei uns seit Jahren Gegenstand von Auseinanadersetzungen. Den ersten derartigen Fall bringen wir gerade vor das SG. Nach unserer Auffassung kann man st.idem nur schreiben, wenn man die zuvor geannten Punkte noch einmal geprüft hat. Die Unterscheidung zwischen Ergebnis und Befund hätte ich allerdings in diesem Zusammenhang gerne mal von einem Semantiker differenziert.


    Gruß


    merguet

  • Hallo -


    semantische Taschenspielertricks zur Generierung von rabattähnlichen Erlösminderungen.


    Selbst für Laien ist nachlesbar: http://www.gesundheit.de/lexika/medizin-lexikon/status-idem


    Status idem
    Status


    St. idem
    unchanged condition
    gleicher = unveränderter klinischer Zustand, Befund



    Herzlichst.

    „Quod non in actis est, non est in mundo.“ (Was nicht in den Akten ist, ist nicht in der Welt)

  • Guten Tag




    Vorsicht:


    Märchenerzähler




    Status idem : gleicher (unveränderter) klinischer Zustand bzw. Befund




    Zum Vergleich:


    „Die MRT Untersuchungsbefunde (!) bei 30 und 60 Gy (drei Kategorien: Status idem, fraglicher Progress, Progress) wurden mit dem klinischen Verlauf über einen medianen Zeitraum von 11 Monaten korreliert“


    http://www.springermedizin.de/…tom-patienten/325182.html





    Gruß


    E Rembs

  • Hallo GenS,


    steht das etwa so im GA ? Welcher MDK hat denn begutachtet ?
    Das wär ja mal wieder unglaublich. Also wir lassen unsere Schlaganfallpatienten ja auch immer 13 Tage ohne Diagnostik und Therapie in irgendeiner Ecke liegen - Vorsicht Ironie !!!




    Die Streichung würden wir uns aufgrund dieser Lapalie, im Grunde ja \"Auslegungssache\", absolut verbieten.


    Viele Grüße


    Sebastian

  • Hallo zusammen,
    die Streichung akzeptieren wir auch nicht. Leider dauert der Rechtsweg sehr lange.
    Sebastian: Namen werde ich lieber nicht nennen. Im Gutachten steht es aber inhaltlich tatsächlich so (etwas andere Ausdrucksweise, das Wortspiel mit Befund und Ergebnis ist jedoch drin).
    Viel Spaß uns allem im selbstgewählten Beruf!
    Gruß
    GenS

  • Guten Tag,


    Zitat


    Original von GenS:
    die Streichung akzeptieren wir auch nicht. Leider dauert der Rechtsweg sehr lange.



    Kommentar :


    Die Mathematik der Trümmer


    Unglücklicherweise:
    die Trümmer dieser Gutachten gehören nicht den Gutachtern sondern sie gehören uns.



    Gruß
    E Rembs

  • Guten Tag liebes Forum!


    Vorliegend habe ich einen Fall aus 2009, lt. Gutachten "liegt die Dokumentation der 6-stündlich zu erhebende ärztliche Dokumentation zur Kodierung der 8-981.0 nicht vor.Weiterhin erfolgt die Temperaturmessung 4 mal in 24h. Dies entspricht nicht einem 24h-Monitoring."


    Stellungnahme/widerspruch des behandelnden Arztes:
    Nach den eingereichten Unterlagen ist der Patient um 10.47 Uhr aufgenommen worden. Es erfolgte dann eine initiale Untersuchung durch den Dienst tuenden Neurologen. Am Nachmittag gegen 15.00 Uhr fand die Oberarztvisite mit Erhebung des erneuten neurologischen Befundes statt. Um 20.00 Uhr wurde der Patient erneut neurologisch vom diensthabenden Neurologen gesehen. Während der Nacht war in 2009 keine routinemäßige 6stündliche Kontrolle erforderlich. Die nächste Kontrolle erfolgte am frühen Morgen und wurde im Rahmen der Stroke-Visite um 10.00 Uhr dokumentiert. Meines Erachtens ist somit bei dem Patienten mit guter Remission der Symptomatik die geforderte neurologische Verlaufsuntersuchung und Dokumentation erfolgt. Bei fehlenden Hinweisen auf eine Entzündung bzw. infektiöse Erkrankung reicht meines Erachtens auch die Dokumentation von 4maligen Temperaturmessungen in 24 Stunden aus.


    Erneutes Gutachten:
    -"Art der dokumentation entspricht nicht Facharztstandart,auch nicht im Jahr 2009"
    -"Untersuchungsabstände können auch außerhalb einer Stroke-Unit eingehalten werden,ebenso die Messeung der Körpertemperatur alle 6h"
    -Hinweise seitens des Gutachters das die DGN diese Kriterien dann ja auch 2010 in den OPS hat einfliessen lassen..


    Meine 50-Cent:
    -letztes Intervall des Neurostatus beträgt 12h, dazwischen jedoch eine Nacht in der kein Intervall vorgegeben wurde (2009). Wann wäre eine erneute Erhebung demnach geforderlich?
    -alle 6h Temperaturmessung korrekt und ausreichend


    Irgendwie komme ich nicht weiter....

  • Wir haben inzwischen folgendes Schreiben aufgesetzt:






    Gruß


    merguet

  • Hallo zusammen,


    dies betrifft zwar wenig 8-981.0, passt jedoch m.E. zum Kontext.
    Ich bekomme in der letzten Zeit "Serienbriefe" des MDK mit Behauptung, ein Patient nach TIA hätte bereits am nächsten Tag entlassen werden können. "Die Überschreitung der unteren Grenzverweildauer" (ich liebe es!) "ist nicht nachvollziehbar", denn die ganze Symptomatik hat sich ja definitionsgemäß zurückgebildet. Die Ursachenforschrung "hätte ambulant erfolgen können".


    Ich frage mich, ob es zumutbar ist, das medizinische Grundwissen in den Widersprüchen zu vermitteln ...


    Gruß
    GenS