Externe Arztbriefschreibung

  • Liebe Kollegen,


    wer hat Erfahrung mit externen Schreibbüros, die Arztbriefe erstellen? Da wir derzeit eine externe Befund- und Auftragskommunikation einrichten, sollte auch dieses Thema per .WAV oder .MP3 kein Thema mehr sein. Wer benutzt eine solche oder Email-basierte Lösung und kann über praktische Erfahrungen berichten?


    Vielen Dank,


    V. Blaschke

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    Dr. med. Volker Blaschke

  • Hallo,


    der Thread is zwar schon recht alt. Habe ihn aber gerade erst gelesen.


    Wir haben zwar keine externe Arztbriefschreibung - benutzen aber die digitalen Diktiersystem von Phillips.
    (Speech Mike und transportable Diktiergeräte).
    Diese Geräte erzeugen eine Wav-Datei die bei uns dann direkt im Schreibbüro abgelegt werden.


    Eine Übertragung der Wav-Dateien von extern per e-Mail oder sonstiges dürfte kein Problem sein.
    Das einzige was man bedenken muss ist sicherlich der Datenschutz. Ist der gewährleistet ?


    Guegel
    Patientenverwaltung/EDV/Materialwirtschaft

  • Guten Morgen,


    es wundert mich sehr, das gewisse Forumsteilnehmer hier keine Stellung beziehen möchten.


    In vielen Diskussionsbeiträgen zum Thema Unterlagen und Briefe für die KK wird immer auf den Datenschutz bis hin zum StGB verwiesen. Sogar für den Bereich Anstiftung zur Schweigepflichtsverletzung.


    Aber wo ist hier der Unterschied? Auch die Patientendaten für Arztbriefe gehören doch zum Bereich Datenschutz. Oder gibt es externe Personen, die dém Datenschutz nicht unterstellt sind. Ich glaube kaum, das bei den externen Leistungsanbieter Ärzte die Briefe diktieren, sondern normale und "günstige" Verwaltungsmitarbeiter.


    Hat somit der Verwaltungsleiter sich strafbar gemacht, da er den Datenschutz grob fahrlässig nicht beachtet und somit als Anstifter im Sinne des StGB anzusehen ist?


    Wir sollten daher auch die Zusammenarbeit Datenschutz zwischen KH + KK in einem etwas anderen Licht sehen.
    --
    Gruß Harmsen

    Gruß Harmsen

  • Ja, eben weil der Datenschutz in diesem Bereich ein so (vielleicht unberechtigterweise) großes Thema ist, hatte ich um praktische Erfahrungen gebeten. Man verschickt einen Brief recht sorglos per Fax, obwohl man sich leicht bei der Nummer vertippen kann. Auf der anderen Seite werden an die elektronische Verschlüsselung von per Email o. ä. übertragenen Arztbriefen Anforderungen gestellt, die nicht zu erfüllen sind.


    Hinsichtlich der Schweigepflicht von externen Schreibkräften und der Verbindlichkeit herrscht anscheinend auch noch Unklarheit. Es gibt hierzu einen kurzen Aufsatz in der DMW, wer sich damit beschäftigt, wird ihn kennen. Welche Probleme gibt es mit den örtlichen Datenschutzbeauftragten bzw. denen der Länder?


    Auf der Medica sagten die Damen und Herren von ITB, daß bei IMedOne eine solche externe Arztbriefschreibung enthalten sei, konnten aber leider keine Refernzen nennen. Wer kennt jemanden, der dies nutzt? Möchte ein Nutzer vielleicht Stellung beziehen??


    Schade, ich hatte gedacht, dieses Thema sei weiter entwickelt, als es anscheinend ist. Naja, wir arbeiten daran...


    Viele Grüße,


    V. Blaschke


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    Dr. med. Volker Blaschke
    Arzt für Dermatologie / Allergologie
    Medizincontroller
    Herzzentrum Göttingen
    http://www.herzzentrum-goettingen.de

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    Dr. med. Volker Blaschke

  • Wir haben eine solche Lösung schonmal vor einigen Jahren angedacht.


    Bei der Archivierung von Unterlagen/Röntgenbildern u.s.w. bei externen Dienstleistern stellt sich ein ähnliches Problem, welches der Gesetzgeber aber regelt.


    Mitarbeiter externer Dienstleister (Unternehmen) dürfen zu keinem Zeitpunkt eine "Verbindung" zwischen Patient und archivierten Daten herstellen können.


    Somit sähe eine Lösung so aus, die Arztbriefe/Befunde VOR dem externen Versand an das Schreibbüro zu anonymisieren und bei der späteren Rückkehr wieder mit den eigentlichen Patientendaten zu versehen.


    Wir hatten die Geschichte auch soweit schon in Echtbetrieb. Der Arzt wählt im KIS den entsprechenden Patienten/Fall aus und fängt an zu diktieren. Das System verwaltet dann das Diktat (als WAV) nur anhand der beiden ID's (Patient+Fall), sendet es an das externe System und von dort kommen fertige WORD Dokumente (anhand einer Vorlage) wieder zurück, die wiederum ausgelesen werden können (Patient+Fall ID).

  • Mersheimer schrieb:
    Wir hatten die Geschichte auch soweit schon in Echtbetrieb.


    Nun hätte ich doch gern gewußt, warum es nicht erfolgreich weiterging.
    Die Abtrennung der Personendaten vom Textkörper ist doch eine recht saubere Lösung, solange das Textkörper-Diktat nur vom Patienten und nicht von Frau Meyer spricht.
    Gruß aus Niedersachsen

    Schönen Heidegruß

  • Hallo!


    Die Sache scheiterte mal wieder an der Politik! Nicht alle Ärzte waren bereit, sich an der "neuen" Art der Befund- und Arztbriefschreibung zu beteiligen.


    D.h., man hätte Ausnahmen machen und wiederum einen eigenen internen Schreibdienst vorhalten müssen. Die Ärzte hätte mit diesem System nur über den Computer diktieren können/müssen, damit das System "weiss", zu welchem Behandlungsfall das Diktat, also das WAV File, gehört.
    Die alten Stenoretten wären also weggefallen und stattdessen wäre ein kleines einfaches Programm gekommen, womit man diktieren hätte können.


    Wie schon gesagt, es scheiterte am Wiederstand einiger Chefärzte im Haus.