• Hallo Forum,


    ich weiß, dass das Thema Rauchen schon sehr häufig behandelt wurde, trotzdem gibt es von meiner Seite noch einige Fragen.


    Die Krankenkassen in Niedersachsen erwarten mittlerweile, dass die F17.2 generell aus dem Datensatz §301 gestrichen wird, insbesondere dann, wenn man nur durch die F17.2 eine Erlössteigerung hat.


    Der MDK hat sich inzwischen zu den psychatrischen Diagnosen und insbesondere zur F17.2 offiziell geäußert. (siehe Anlage Seite 3)


    Gibt es im Forum Krankenkassen anderer Bundesländer, die nach MDK-Gutachten, die F17.2 genehmigt haben?? Gibt es die Möglichkeit mir diese Gutachten anonymisiert per Email (thomas.schroeder@bonifatius-lingen.de) zur Verfügung zu stellen.


    Gibt es Meinungen zu dem allgemeinen Gutachten des MDKs.


    MfG
    Schröder

    MfG


    Thomas Schroeder

  • Zitat


    Original von TSchroeder:
    (Ich würde dieses Gutachachten gerne allen zur Verfügung stellen, aber ich weiß nicht wie ich das machen kann)


    Hallo Herr Schröder,


    Sie können an Ihren Beitrag z.B. eine pdf-Datei anhängen (max. 1024 KBs). Siehe jeweils unter dem Texteingabefenster: Dateienanhang.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo Herr Selter,


    vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe die Datei an die Originalanfrage angehängt.



    MfG
    Schröder

    MfG


    Thomas Schroeder

  • Hallo,


    wir haben hier berits Erfahrungen mit F17.2.
    MDK meint in ihren Gutachten hierzu:


    ...allein die Tatsache, dass jemand raucht, rechtfertigt
    nicht das Kodieren von F17.2. Nicht mal dann, wenn die Raucher
    regelmäßig über die Schädlichkeit des Rauchens aufgeklärt werden!
    MDK möchte, dass der Aufwand in den Patientenakten explizit
    angegeben wird: z.B. das Datum des Gesprächs übers Rauchen, oder
    genaue Angabe der Gründe, weswegen das Rauchen zu Ressourcenverbaruch
    gefüht hat.


    Also wird man so machen müssen, zumal das Krankenhaus den Nachweis
    erbringen muss.


    Grüße aus BC in BW
    Ordu

  • Hallo Herr Schröder und das weitere Forum,


    ich sehne mich auch seit einiger Zeit nach einer Antwort, wie andere Häuser mit der F17.2 \"Tabakabhängigkeit\" umgehen.


    Hinsichtlich der Definition und Prävalenz (zum %tualen Vergleich des Codes in Ihrem Haus) bin ich im Internet nochmals auch für mich auf die Suche gegangen und fündig geworden.
    Vielleicht bietet folgendes eine Grundlage, um eine Kodierhilfe zu geben oder sich eine Argumentationsgrundlage gegenüber der Kasse aufzubauen:


    1.eine Prävalenz-Studie des Instituts für Therapieforschung mit möglichen Definitionen des \"Tabakabhängigkeitssyndroms\" und ein
    2. ein \"Fact-Sheet\" zu Abhängigkeit und Substanzkonsum des österreichischen Instituts \"Suchtprävention\"


    Auszug aus dem 1.
    [c=blue]http://www.ift.de/IFT_deut/Daten/praevalenz.htm[/code]
    [arial]<<<<
    [f2]Prävalenz des Konsums psychoaktiver Substanzen und Zahl der jährlichen Behandlungsfälle in DeutschlandGerhard Bühringer, Ludwig Kraus, Rita Augustin (2002a; zuletzt aktualisiert am 14.11.2002)


    Tabak:


    • Riskanter Konsum:
    13,1 Mio.Definition: 6 oder mehr Zigaretten pro Tag.


    Berechnung: Rechnet man die Daten der Bundesstudie 2000 auf die 18-59-Jährigen hoch, so ergeben sich 11,5 Mio. Personen mit einem Konsum von 6 oder mehr Zigaretten pro Tag. In der Altersgruppe der 50-59-Jährigen fanden sich 16,8% mit dieser Konsummenge. Zur Extrapolation auf die 18-69-Jährigen wurde angenommen, dass die Altersgruppe der 60-69-Jährigen ebenfalls diese Prävalenz aufweist.


    • Missbrauch:
    6,3 Mio.Definition: 20 oder mehr Zigaretten pro Tag.


    Berechnung: Rechnet man die Daten der Bundesstudie 2000 auf die 18-59-Jährigen hoch, so ergeben sich 5,4 Mio. Personen mit einem Konsum von 20 oder mehr Zigaretten pro Tag.
    In der Altersgruppe der 50-59-Jährigen fanden sich 9,5% mit dieser Konsummenge.
    Zur Extrapolation auf die 18-69-Jährigen wurde angenommen, dass die Altersgruppe der 60-69-Jährigen ebenfalls diese Prävalenz aufweist.


    • Abhängigkeit:
    4,3 Mio.
    Berechnung: Rechnet man die Daten der Bundesstudie 2000 auf die 18-59-Jährigen hoch, so ergeben sich 3,9 Mio. Personen mit einer Nikotinabhängigkeit nach DSM-IV. In der Altersgruppe der 50-59-Jährigen fanden sich 3,9% mit einer Abhängigkeitsdiagnose nach DSM-IV. Zur Extrapolation auf die 18-69-Jährigen wurde angenommen, dass die Altersgruppe der 60-69-Jährigen ebenfalls diese Prävalenz aufweist[/f2]
    .[/arial]


    ...und des 2.
    [c=blue]http://www.praevention.at/aktu…03/Factsheet_Sucht_01.pdf[/code]


    >>>>
    [f2][arial]Diagnostische Leitlinien:
    Die sichere Diagnose „Abhängigkeit“ sollte nur gestellt werden, wenn irgendwann während des letzten Jahres drei oder mehr der folgenden Kriterien gleichzeitig vorhanden waren:
    1. Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, psychotrope Substanzen zu konsumieren.
    2. Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums.
    3. Ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums, nachgewiesen durch die substanzspezifischen Entzugssymptome oder durch die Aufnahme der gleichen oder einer nahe verwandten Substanz, um Entzugssymptome zu mildern oder zu vermeiden.
    4. Nachweis einer Toleranz. Um die ursprünglich durch niedrigere Dosen erreichten Wirkungen der psychotropen Substanz hervorzurufen, sind zunehmend höhere Dosen erforderlich (eindeutige Beispiele hierfür sind die Tagesdosen von Alkoholikern und Opiatabhängigen, die bei Konsumenten ohne Toleranzentwicklung zu einer schweren Beeinträchtigung oder sogar zum Tode führen würden):
    5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums, erhöhter Zeitaufwand, um die Substanz zu beschaffen, zu konsumieren oder sich von den Folgen zu erholen.
    6. Anhaltender Substanzkonsum trotz des Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen, wie z.B. Leberschädigung durch exzessives Trinken, depressive Verstimmungen infolge starken Substanzkonsums oder drogenbedingte Verschlechterung kognitiver Funktionen. Es sollte dabei festgestellt werden, dass der Konsument sich tatsächlich über Art und Ausmaß der schädlichen Folgen im klaren war oder dass zumindest davon auszugehen ist. [/arial] [/f2]
    <<<<



    In der Gefäßchirurgie sind wir dazu übergegangen, das ausführliche Gespräch in der Akte mit Dauer zu dokumentieren und im Arztbrief zu erwähnen, dass der Patient auf die Folgen des fortgesetzten Rauchens hingeweisen wurde.


    Ich denke, es ist absolut vertretbar, eine F17.2 zu verschlüsseln, wenn man den Patient z.B. über die Risiken der verzögerten Heilung aufklärt oder er bereits in jungen Jahren fortgeschrittene Lungen- oder Gefäßprobleme hat und trotzdem eben sogar während des stationären Aufenthalts weiterraucht. :d_gutefrage:
    Muss man da erst den Psychologen holen ?
    :jaybee:


    Und auch wenn der Chef mehrfach zur Visite antreten muss und man wiederholt den Patienten in der Raucherecke suchen gehen lassen muss, dann hat man doch einen eindeutigen Ressourcenverbrauch mit dem Nikotinverlangen des Patienten, auch wenn man nie sicher weiß, wieviel Zigaretten er tatsächlich raucht (woher auch...?) - oder wie seht Ihr das ?


    Gruß an einem verregneten Sommeranfangstag
    _Medcon_

  • Moin, moin,


    wir gehen momentan dazu über, unseren (\"genervten\" !!!) Kollegen, Pfadmodule mit Beispielen für die Dokumentation von Mehraufwendungen für bestimmte Nebendiagnosen (so z.B. auch für F17.2) an die Hand zu geben und bauen daraus pathwaygestützte MDK - Reports, die dann den patientenindividuellen Mehraufwand korrekt darstellen.


    Der Forderung des MDK, die F17.2 (und möglichst auch noch ein paar andere Diagnosen) komplett aus der hausindividuellen Kodierung zu streichen, steht aus meiner Sicht auch entgegen, dass diese Diagnose zu den sehr häufig verschlüsselten gehört (in den TOP 10 des InEK) und damit maßgeblich zum Kalkuationsergebnis und den DRG-Gewichtungen beiträgt.


    Wir würden also das DRG - Kalkulationsergebnis konterkarieren, ließen wir die korrekten Verschlüsselungen weg.


    Grüße