Erfahrungen mit externen Datenauswertern?

  • Liebe DRG-Gemeinde,


    verstärkt treten derzeit externe Dienstleister an KH heran mit Angeboten wie "wir groupen eure Daten/ optimieren eure Verschlüsselung/ bieten einzigartige Datenbank-Tools zur Auswertung/ kurz: retten Euch aus dem Chaos". Obwohl keines dieser Unternehmen so richtig billig ist, ist die Versuchung sicher vor allem bei solchen Krankenhäusern groß, deren KIS nicht alle erträumten Möglichkeiten bietet.
    Wie sind Eure Erfahrungen mit solchen Dienstleistern? Wer macht solide, ihren Preis werte Arbeit? Wer verkauft simple Accessabfragen ohne weiteren sittlichen Nährwert für den Gegenwert eines Chefarztautomobils? Wie ist es mit dem medizinischen Know-How bestellt, um überhaupt kritisch mit dem Datenbestand einer klinik umgehen zu können? Wer ist schon lange im Geschäft und bewährt, wer eher ein startup mit entsprechender Philosophie? Etc, etc.


    Ich freue mich auf viele Meinungen, mit freundlichem Gruß


    Christian Jacobs

  • Lieber Herr Jacobs,
    eine interessante Fragestellung (auch mir liegen diverse Angebote für Schulungen und Präsentationen vor), die ich noch um eine weitere erweitern möchte:
    sind die Forumteilnehmer mit den Möglichkeiten Ihres KIS zufrieden, ein (Medizin-)Controlling auf DRG-Ebene durchzuführen?! Im Besonderen würden mich die Erfahrungen der ORBIS Nutzer interessieren. Ich bin manchmal fast am Verzweifeln mit diesem Programm. Liegt es an mir?


    Viele Grüße,


    Jan Cramer

    Dr. J. Cramer
    AGAPLESION Diakonieklinikum Hamburg

  • Liebe DRG-Gemeinde !
    Mit externen Beratern haben wir keine Erfahrungen gemacht. Aber die Anregung von Herrn Jacobs finde ich gut und möchte zu einem Erfahrungsaustausch zum KIS anregen.
    Wir arbeiten mit der Firma K&L zusammnen. Als das neue System ausgesucht worden ist, waren die DRG`s noch weit weg. Auf einer Präsentation sah alles sehr schön aus, doch im Routinebetrieb kommt es zu vielen Problemen, die angeblich nur bei uns existieren und entweder auf Netzwerkfehlern oder Anwenderfehler beruhen sollen. Im Routinebetrieb konnte ich das System jetzt mal genauer unter die Lupe nehmen und halte es aus den verschiedensten Gründen für nicht DRG-tauglich. Anregungen an den Projektleiter werden meist mit dem Kommentar "Das wäre ein Extrawunsch, den man nicht realisieren könnte- die anderen 300 Kunden bräuchten das nicht." abgeschmettert. Die Kollegen werden in ein bestimmtes Kodierschema gezwängt, das von der Software vorgegeben wird, aber werden dem Alltag noch den Kodierrichtlinien bzw. DRG- Anforderungen entspricht. Mir scheint die Firma über DRG nicht ausreichend informiert zu sein bzw. gewisse Notwendigkeiten der Benutzerfreundlichkeit nicht ein zu sehen. Wer hat noch Erfahrungen mit dieser Firma ? Vielleicht kann man auf die Firma besseren Druck ausüben, wenn man gemeinsam aktiv wird. Ein perfektes KIS wird es wohl nicht geben und Fehler gehören auch dazu, aber einen gewissen Standard darf man doch voraussetzten oder ?


    Mit freundlichen Grüßen


    Jörg Gust

    Jörg Gust
    (orth. Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)

  • Ähnliche Erfahrungen kann ich mit dem System der jetzt zu Siemens gehörenden Firma SMS nur bestätigen. Hier kann die DRG-Hauptdiagnose beispielsweise nur aus dem Pool bereits bestehender Hauptdiagnosen (Aufnahme, Verlauf, Entlassung) festgelegt werden. Eine DRG-Hauptdiagnose aus dem Spektrum der Nebendiagnosen zur DRG-HD zu erklären oder nur mal zu testen, wie die Gruppierung in einer Konstellation ist, wird zur aufwendigen Beschäftigung. Benutzerfreundlichkeit wird kleingeschrieben. Auch hier werden Verbesserungswünsche im Sinne einer Zeitersparnis für die klinisch tätigen Kollegen schnell abgetan. "Der Philosophie, die die Firma SMS mit der DRG-Festlegung" entspräche solche Auswahlmöglichkeit nicht. Dies würde schon der 1. Schritt zum s.g. Optimizer sein. Wird die Software eigentlich zur Befriedigung der Firmenphilosophie oder für die Kunden entwickelt? Der Web-Grouper Uni Muenster zeigt doch, wie es problemlos ginge!


    J. Schikowski:angry:

    :augenroll: Joris Schikowski
    MC Klinikum Bad Salzungen
    Vors. RV MD der DGfM e.V.

  • Zitat


    Original von J-Schikowski:
    Hier kann die DRG-Hauptdiagnose beispielsweise nur aus dem Pool bereits bestehender Hauptdiagnosen (Aufnahme, Verlauf, Entlassung) festgelegt werden. Eine DRG-Hauptdiagnose aus dem Spektrum der Nebendiagnosen zur DRG-HD zu erklären oder nur mal zu testen, wie die Gruppierung in einer Konstellation ist, wird zur aufwendigen Beschäftigung. Benutzerfreundlichkeit wird kleingeschrieben.
    J. Schikowski:angry:


    Mehrfach habe ich darauf hingewiesen, dass es nur "Diagnosen" gibt. Was ein Arzt zu irgendeinem Zeitpunkt dokumentiert, kann sich dann "nach Analyse" als Hauptdiagnose herausstellen.


    Ideal für so etwas ist ein Steuerelement (z. B. in Vsual Basic), welches erlaubt, immer nur eine der "Diagnosen" zur Hauptdiagnose zu erklären. Alle anderen "Diagnosen" sind also dann automatisch Nebendiagnosen.


    Auch bei uns leider nur Zukunftsmusik...


    ...obwohl es eigentlich allgemeinverbindlich in die amtlichen Vorgaben für KIS-Systeme gehören sollte.


    MfG B. Scholz

    [center] Bernhard Scholz [/center]

  • Hallo Herr Scholz,
    ein bißchen beruhigt mich schon, daß andere KIS es anscheinend auch noch nicht viel besser können. Womit arbeiten Sie? Ich hatte mir insgesamt ein bißchen mehr Feedback zu der Frage nach der DRG-Fähigkeit der Systeme erhofft.


    Gruß,


    Jan Cramer


    [ Dieser Beitrag wurde von Cramer am 27.07.2001 editiert. ]

    Dr. J. Cramer
    AGAPLESION Diakonieklinikum Hamburg

  • Zitat


    Original von Cramer:
    Womit arbeiten Sie? Ich hatte mir insgesamt ein bißchen mehr Feedback zu der Frage nach der DRG-Fähigkeit der Systeme erhofft.


    Hallo Herr Cramer,


    fd-klinika, die arbeiten dran.


    MfG B. Scholz

    [center] Bernhard Scholz [/center]