Wider das politische Getöse einiger Krankenkassen

  • Hallo Herr Bauer,

    Zitat


    Original von Michael Bauer:
    Genau deshalb nervt es mich, wenn von KH-Vertretern jeden Tag 5 Mal derselbe Artikel in einen Thread gestellt wird, der im Namen schon ehrenrührig ist für mich als Kassenvertreter.


    dazu dann


    Zitat


    Original von Michael Bauer:
    ich spreche nicht von dem gleichen Artikel sondern von demselben, also einem ähnlichen, wesensgleichen. Und ähnliche Artikel mit immer derselben (also ähnlichen) Aussage und immer denselben (also ähnlichen) Reaktionen hatten wir zuhauf in diesem Thread!
    Da muss ich mir dann auch irgendwann die Frage stellen, ob das noch Sinn macht, oder nicht.


    Nein. Sie meinen dann gleiche Artikel und nicht \"derselbe\". \"derselbe\" ist nur einer, der dann wiederholt eingestellt wird.
    http://www.uni-due.de/~lge292/…/trainer/seiten/s578.html


    Aber lassen wir das.


    Es macht sehr wohl Sinn zu demonstrieren, dass tagelang die Presse mit Halbwahrheiten um die Ecke kommt und die Kliniken in Richtung Betrüger schiebt. Das war dann der Spitzenreiter:

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Moin,


    während oben die Organe der beiden in den Medien Seiten streiten, klappen auf der Sachebene nach Jahren der Zusammenarbeit Dinge, die ich nie für möglich gehalten hätte.


    Wir einigen uns mit KK in zahlreichen Fällen, ohne dass jemals irgendeine Seite der Anderen Vorwürfe macht. Schon gar nicht jene der Vorsätzlichkeit. Leider gehen diese Einigungen auch mit in den großen Topf, der dann als \"falsche Abrechnungen\" u.ä. klassifiziert werden.


    Die Emotionen kommen doch nur durch diese Vorwürfe auf. Niemand kann doch ernsthaft glauben, dass ein solch komplexes System ohne Interpretationsschwierigketien auskommt. Insofern verstehe ich auch nicht diejenigen, die so vehement die derzeitge Medienwelle der Zeitungen gegen die KH-Seite verteidigen.


    Auch die Kassen müssen doch sehen, dass dies nur das Mißtrauen aller (auch der Patienten) gegen alle erhöht. Wer will das?


    Deswegen: Stopp dem Medialen Echo,


    Zurück zur Sachbearbeiterebene


    Gruß


    merguet

  • Hallo merguet,
    da möchte ich jetzt bitteschön nicht missverstanden werden. Ich verteidige keineswegs die Medienwelle gegen die Krankenhäuser! Wo pauschal Krankenhäuser als Betrüger hingestellt werden, bin ich sicherlich nicht mit dabei. Ich versuche lediglich darzustellen, dass die Lobbyisten der KH-Gesellschaften die gleichen Mittel einsetzen und Wege beschreiten, wenn es gilt, die breite Öffentlichkeit einzusetzen, um politisch erfolgreich zu sein. Dass dieser Lobbyismus (gleich auf welcher Seite!) mit der gelebten Wirklichkeit oder mit den tatsächlichen Hintergründen eines Sachverhaltes dann nicht mehr viel zu tun hat, wissen wir beide!

    Viele Grüße


    Michael Bauer :)
    Krankenkassenbetriebswirt

  • Hallo Herr Bauer,


    seien Sie beruhigt, nichts liegt mir ferner, als über Ihre Person zu diskutieren. Ich habe lediglich ein paar Anmerkungen über meinen Eindruck zur aktuellen \"Metaebene\" der Kommunikation gemacht.


    Dass Sie Krankenhäuser als Abrechnungsbetrüger bezeichnet hätten, habe ich nicht behauptet, sondern vielmehr gemutmaßt, ob Sie sie möglicherweise so betrachten.


    Und um vielleicht doch wieder auf die Sachebene zu kommen: Sie haben erklärt:


    Zitat

    ich kann nicht erkennen, dass es dem Nutzen des Patienten widerspricht, wenn die KK versuchen, durch Rechnungsprüfung zu korrekten Abrechnungen beizutragen


    Dem halte ich entgegen:


    - Das Geld für die hierzu nötige Bürokratie wird der Patientenversorgung zunächst einmal entzogen. Ob die Fallprüfung unterm Strich dann tatsächlich mehr erbringt als sie kostet, ist momentan in keiner Weise belegt.


    - Eine Prüfung der Verweildauer ist keine Rechnungsprüfung (die Rechnung als solche ist ja korrekt), sondern eine Prüfung auf die Notwendigkeit stationärer Behandlung. Auch in diesem Punkt ist nicht belegt (und es wird auch von Mitarbeitern des MDK durchaus bezweifelt), ob ambulante Alternativen in Bezug auf die Gesamtversorgung tatsächlich kostengünstiger sind.


    - Das heisst natürlich nicht, dass überhaupt keine Rechnungsprüfungen mehr stattfinden sollen. Aber es sollte gerade im Interesse der Patienten und einer funktionsfähigen Gesundheitsversorgung liegen, den hierzu nötigen administrativen Gesamtaufwand auf ein absolutes Minimum zu beschränken. Die momentan laufende Medienkampagne ist hierzu leider kein geeignetes Mittel.


    Mit freundlichen Grüßen


    Markus Hollerbach

  • Hallo Hr. Hollerbach,
    dem ist auch meinerseits nichts mehr hinzuzufügen. Nichts liegt mir ferner als pauschale Verurteilungen, gleich welcher Art und gleich welcher Richtung.
    Die Kosten für das Prüfinstrumentarium der Krankenkassen (gleich in welchem Betätigungsfeld) werden immer den Patienten entzogen, genauso wie das Gehalt unseres Vorstandes und auch das Gehalt des Geschäftsführers Ihres Krankenhauses nicht direkt dem Patienten zur Verfügung stehen.
    Ich bin sicher, dass es viele Bereiche gibt, in denen kostensparender gearbeitet werden könnte, so dass im Ergebnis mehr Mittel für die Patienten da wäre.

    Viele Grüße


    Michael Bauer :)
    Krankenkassenbetriebswirt

  • Guten Tag,


    Zitat

    Original von Michael Bauer:
    Ich bin sicher, dass es viele Bereiche gibt, in denen kostensparender gearbeitet werden könnte, so dass im Ergebnis mehr Mittel für die Patienten da wäre.


    Herr Rembs hat ja bereits einen Link hierzu gepostet.


    Der \"Bund der Steuerzahler\" berichtete 2009, es werden schätzungsweise Jahr für Jahr 30 Milliarden Euro an Steuergeldern verschwendet. Bund, Länder und Gemeinden könnten mühelos zweistellige Milliardenbeträge einsparen, wenn weniger sorglos, weniger großzügig und dafür aber effizienter mit dem Geld der Steuerzahler umgegangen würde.


    Als Konsequenz wurde gefordert, \"Verschwender müssen bestraft werden. Davon würden auch ein Abschreckungseffekt und ein Signal an potentielle oder noch unentdeckte Steuergeldverschwender ausgehen.\"


    http://www.steuerzahler.de/Die…684c8970i1p534/index.html


    Analog hierzu würde ich akzeptieren, wenn eine Klinik wegen bewußter Falschabrechnung - z.B. nicht durchgeführte Herz-OP u.ä. - gezielt zur Rechenschaft gezogen würde; die Pauschal-Urteile auf beiden Seiten aber sind ungerechtfertigt und haltlos, verunsichern Patienten und sind nicht geeignet für einen ernsthaften Dialog. Leider spiegelt sich dies auch in zahlreichen Posts wider, in denen es oftmals an den Rand des persönlichen Angriffes und unter die Gürtellinie geht.
    Schade!

    Mit freundlichen Grüßen

    Lunge - Internist / Pneumologe

  • Hallo,
    warum werden denn eigentlich so wenig 17c - Prüfungen durchgeführt?
    Da wären dann sogar die von den Kassen so geforderten Sanktionen in Form von Strafzahlungen im Gesetz enthalten(...Soweit nachgewiesen wird, dass Fallpauschalen grob fahrlässig zu hoch abgerechnet wurden, ist der Differenzbetrag und zusätzlich ein Betrag in derselben Höhe zurückzuzahlen; ...)

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Zitat


    Original von E_Horndasch:
    Hallo,
    warum werden denn eigentlich so wenig 17c - Prüfungen durchgeführt?



    Na ja, es ist halt einfacher mit einem Maschinengewehr etwas zu erlegen, als mit Pfeil und Bogen zu jagen.

    stellv. Leitung Medizincontrolling
    Fachwirt Gesundheits- und Sozialwesen (IHK)
    MDA

  • Guten Morgen,


    eine §17c-Stichprobenprüfung erfordert einen Schlichtungsausschuss auf Landesebene. Wenn dieser nicht existiert gibt es keine 17c-Stichprobenprüfungen. Das ist in mehreren Bundesländern der Fall.


    Ausserdem wird im §17c-Verfahren für den MDK Facharztstandard vorgeschrieben. Das ist bei den Prüfungen nach §275 nicht der Fall und stellt den MDK evtl. vor schwierige personelle Herausforderungen.


    Und schließlich bleibt die uGV bei der 17c-Prüfung ungeprüft. Da das die wichtigste Melkkuh bei den Einzelfallprüfungen ist, ist bei der 17c-Stichprobe einfach nicht genug zu holen.



    Entgegen anderslautender Berichte ist die überwiegende Mehrzahl (97%) der KH-Abrechnungen völlig korrekt - im Gegensatz zu den MDK-Gutachten, die nach eigenen Zahlen in rund der Hälfte der Fälle mit Rechnungskürzung gegen DKR, FPV, geltende medizinische Leitlinien oder ganz allgemein gegen die medizinische Vernunft verstossen.


    Da es im §275-Verfahren keinen Schlichtungsausschuss und keinen zwingenden Facharztstandard beim MDK gibt, entsteht aus der großen Zahl von Fehlgutachten ein ausufernder Kleinkrieg mit der Sachbearbeiterebene der KK (mit großen Belastungen auf beiden Seiten). Letztlich wird mehr als die Hälfte der initialen Begutachtungsfehler revidiert und korrigiert (im Einvernehmen mit der KK!), weil die KK-Mitarbeiter nachvollziehen können, dass diese Gutachten nicht zur Begründung einer Rückforderung taugen.


    Dies alles zu wissen und dennoch mit den Zahlen der MDK-Prüfungen Politik zu machen....das ist schon ein starkes Stück!
    (Der Volksmund sagt dazu:\"Aus dem Brett vor dem Kopf eine Waffe machen...\")


    Vielleicht zeugt es von Panik auf seiten der KK, weil die Summe für die Aufwandspauschalen inzwischen fast zwei Drittel der vom MDK mühsam gekürzten Rechnungsbeträge erreicht?


    Aus der Praxis kann ich berichten, dass die Kooperation mit den meisten KK auf regionaler Ebene gut ist. Hier gibt es nur wenige Frontverläufe. Die Verärgerung (und oft auch Resignation) über unbrauchbare MDK-Gutachten ist auf beiden Seiten groß und Lösungen werden im Dialog gesucht und meist auch gefunden.


    Beste Grüße - NuxVomica

  • Guten morgen ,


    zum Thema 17c vs. 275er Prüfung möchte ich nochmals auf den Bericht des BRH hinweisen.
    Zusätzlich sollte man beachten, das von der Politik ein Wettbewerb unter den Kassen gewollt ist. Da in der 17c Prüfung das Ergebnis auf alle beteiligten Kassen aufgeteilt wird(bisher ja über das Budget, die Neuregelung ist so nicht umsetzbar), entsteht für keinen ein Wettbewerbsvorteil.


    VG
    c_c

  • Zitat

    Na ja, es ist halt einfacher mit einem Maschinengewehr etwas zu erlegen, als mit Pfeil und Bogen zu jagen.



    und diesen \"Beitrag\" möchte ich mal unkommentiert lassen :d_pfeid: