Kraftminderung in der Hand gleich Hemiplegie????

  • Hallo Forumsteilnehmer,


    kann mir jemand bitte weiterhelfen?:


    Eine Patientin wird wegen einer TIA stationär aufgenommen. Als Symptom besteht eine \"diskrete Kraftminderung der linken Hand\". Ist diese Diagnose dann mit G81.9 Hemiplegie zu verschlüsseln oder wie machen wir das am geschicktesten?


    Unsere Internisten sagen, es gibt keinen besseren Kode. Die Kraftminderung ist eine geringe Schweregrad - Ausprägung und muß deshalb als Hemiplegie verschlüsselt werden.


    Der MDK sagt, die beschriebene Kraftminderung der linken Hand kann nicht als Hemiplegie aufgefaßt werden sondern ist eine Gesundheitsstörung, die die Kodierung nicht rechtfertigt.


    Was tun?


    Danke für die Unterstützung


    Claudia Moog :sterne:

  • Hallo,


    mein Vorschlag:
    entweder G81.9
    oder
    die TIA als Verdachtadiagnose codieren G45.8.... (ist doch erstmal nur die Aufnahmediagnose)
    So würden wir zumindest codieren. Vielleicht gibts ja noch andere Vorschläge.
    MfG
    KS

  • Hallo Frau Moog ,


    wir verschlüsseln in dem Falle die \" diskrete Kraftminderung der linken Hand \" auch nicht , da man hier wohl kaum von Parese oder Plegie sprechen kann .
    Deshalb bin ich der Meinung , daß Ihr MDK recht hat . ;(



    Mit freundlichen Grüßen
    Mario Schädlich

  • Guten Morgen,
    meiner Meinung nach kommt es auf den Aufwand an, den man treibt. Wenn die Kraftminderung
    ad 1) eine diagnostische Latte mit CT, NMR, C-Doppler etc. nach sich zieht und Sie sonst keine andere Diagnose / Ursache finden, dann würde ich sie nehmen. Oder schicken Sie die Patientin wieder heim, da sie ja nur eine Gesundheitstörung hat (lt. MDK)??
    ad 2) ist die Patientin gehandicapt? So kann auch eine diskrete Kraftminderung dazu führen, dass zur normalen Nahrungsaufnahme eine hilfestellung erfoderlich ist. Was heisst überhaupt diskret? Meiner Kenntnis nach gibt es hier Paresegrade.


    z.B. nach MRC:
    Grad 0 keinerlei Muskelaktivität
    Grad I sichtbare oder tastbare Muskelkontraktion ohne Bewegungseffekt
    Grad II Bewegungseffekt unter Ausschaltung der Eigenschwere
    Grad III Bewegungen gegen die Schwerkraft möglich
    Grad IV Bewegungen gegen mäßigen Widerstand
    Grad V Normale Muskelkraft


    Bei der Kodierung immer dran denken: Hat die Klinik damit einen (erhöhten) Aufwand oder wird etwas nur zur Kenntnis genommen?


    Vielleicht hilft das weiter.


    Schönen Frühlingstag noch

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo, Frau Moog,


    aus Sicht des Neurologen ist die Kodierung der Hemiplegie in diesem Fall nicht zulässig, da ja eine offenbar eine Monoparese vorlag, für die es sehr wohl einen eigenen Kode gibt, nämlich G83.2 (Monoparese obere Extr.) oder G83.1 (Monoparese untere Extremität). Beide haben jedoch einen KKS von 0, so dass die Bevorzugung der G81.- evtl. ökonomisch motiviert ist, cave: \"upcoding\" .


    Die Frage, ob die Parese überhaupt kodiert werden sollte, sollte man m.E. in der Tat - wie von Herrn Horndasch angemerkt - vom Schweregrad abhängig machen. Wir kodieren keine \"latenten\" Paresen oder Feinmotorikstörungen, sondern erst ab Kraftgrad 4 und darunter.
    Auch der diagnostische Aufwand rechtfertigt m.E. nicht die Kodierung der Parese, denn der Aufwand richtet sich ja auf die Ätiologie (TIA oder Schlaganfall), die in der HD kodiert ist. Ob die derzeitige Bewertung der TIA den oftmals getriebenen (und medizinische gerechtfertigten) Aufwand widerspiegelt, ist eine andere Frage, die aber nicht durch Kodierstrategien gelöst werden kann/sollte.


    Mit besten Grüßen
    Ihr Dr. K. Kessler


    Würde daher kodieren:
    HD: G45.80
    ND: G83.2

  • Hallo, Kollegen,


    ich möchte gern diese Diskussion wiederbeleben, weil ich eine differenzierte Kodierung für die \"Feinmotorikstörung der Hand\" vermisse. Vorschlag, z.B. DIMDI-Alphabet, ZI-Browser oder ID Diacos: R29.2, hier in diesem String am ehesten G83.2.


    Beide Codes scheinen mir das Problem nicht genau genug zu beschreiben. Bei losem Verdacht auf einen entzündlichen ZNS-Prozess kann jedoch die Kodierung notwendig sein.


    Bitte um Vorschläge! Vielen Dank

  • Hallo,
    hier wird doch lediglich von einer oberen Extremität gesprochen - wie kann da wohl die G81.- klassifiziert werden?
    \"Hemi\" bedeutet\"halb\" , unten sowie oben.
    Ich meine, hier kann nur ein Kode aus G83.- verschlüsselt werden.
    Lass´ mich aber immer belehren.
    Gruß,
    B. Schrader

  • Hallo Herr Schrader,


    ich glaube nicht, dass G81.- noch ernstlich zur Diskussion steht, oder?


    Allerdings entspricht Ihre Version G83.- ( ab welchem Kraftgrad anwendbar?) nicht den Angaben im alphabetischen Katalog des DIMDI und anderer Kodierhilfen (Feinmotorikstörung mit R29.2).


    Meines Erachtens beschreibt keiner der vorgeschlagenen Codes, dass es sich um eine subtile, gleichwohl u.U. abklärungs- und behandlungspflichtige Störung handelt.


    Vielen Dank für weitere Vorschläge,


    Gruß murx