DRG-Änderung und Abwertung durch Biopsie

  • Liebes Forum,
    warum wird der Fallwert einer Arteriitis temp. (M31.6, DRG I66A, Fallwert 1,338) nach Durchführung einer A.temporalis-Biopsie (OPS 1-587.0, DRG 28C, Fallwert 0,869) abgewertet ?
    Im voraus vielen Dank
    R.Adams

  • Guten Morgen Herr Adams,


    die Frage ist nicht einfach zu erklären. Hier ein Versuch.


    Die Kalkulation (die Berechnung der durchschnittlichen Kosten) pro DRG erfolgt durch das InEK. Es ist so, dass eine konservativ behandelte Arteriitis temporalis pro Fall durchschnittlich mehr kostet als ein Fall mit Biopsie. Wahrscheinlich läßt sich dies auch anhand der unterschiedlichen durchschnittliches Belegungsdauern anschaulich machen.


    Bei der Zuweisung eines Behandlungsfalls (ICD/OPS Kodes) kommt der Grouper ins Spiel. Dieser klappert innerhalb einer MDC (Zuweisung durch HD)in aller Regel zunächst die operativen, dann die intermediären und anschließend die medizinischen DRGs ab und schaut, ob Ihr Behandlungsfall die Kriterien der jeweiligen DRG erfüllt. Dabei ist es manchmal so, dass vergleichsweise gering bewertete operative oder intermediäre DRGs zu einem geringeren Erlös führen als konservative Behandlungsfälle. Jedoch zuerst durch den Grouper abgefragt werden.


    Alles klar?

    Mit freundlichen Grüßen


    D. Duck

  • Guten Tag Herr Duck,
    vielen Dank für die prompte Antwort.
    Ihre Erklärung hinsichtlich eines Klasseneffektes trifft wahrscheinlich zu. Ich bezweifele aber, dass die Durchführung einer Biopsie ein Kennzeichen unterschiedlicher \"Schweregrade\" speziell bei der Arteriitis definiert.
    Unabhängig von diesen Überlegungen: Darf es sein, dass ein nicht-Leitlinienkonformes (s. Leitlinien Neurologie Arteriitis cranialis ) Vorgehen ökonomisch belohnt wird ? Müsste nicht die DRG-Berechnung auch diesen wesentlichen Gesichtpunkt einbeziehen anstelle eines offensichtlichen statistischen Artefakts ?
    Viele Grüße
    R.Adams

  • Hallo Forum, Hallo Herr Adams, Hallo D.Duck,


    es gibt derer Fälle einige im System, die trotz der Versuche des InEK, sie zu minimieren immer noch nicht ausgemerzt sind. Wir hatten erst gestern einen Fall, bei dem durch Codierung einer Portanlage eine operative Partition getroffen wurde, verbudnen mit einer Abwertung um ca 0,6 Punkte RG, wodurchd er Fall schließlich bei einem Erlös von ca. 160€/Tag landete.


    Ich sammle derartige Fälle und würde mich über entsprechende Protokolle in meinem Postfach freuen.


    Gruß


    merguet

  • Hallo,

    zum obigen OPS hätte ich hier eine Frage.

    Warum wird hier 1-587.0 kodiert und nicht 5-386.0x. Bei uns wird ein 1cm Gefäßstück der A. temporalis herausoperiert. Warum darf ich den letzteren Code nicht verwenden (laut MDK), ich finde keine näheren Erläuterungen zum Unterschied.


    Mit freundlichen Grüßen


    rokka

  • Guten Morgen,


    für mich ergibt sich die Nutzung des OPS 1-587.0 gegenüber 5-38- aus der formalen OPS-Nomenklatur.

    Die Entnahme eines Gewebestückes aus der A.temporalis ist eine diagnostische Maßnahme zur Sicherung oder Ausschluss des Vorliegens einer Arteriitis temporalis.

    Es handelt sich nicht um eine therapeutische Exzision eines Gefäßes aufgrund einer Erkrankung.


    VG

    F15.2

    Grüße aus dem Allgäu ^^

  • Hallo,


    na ja aber Gewebsstück ist ja nicht ganz richtig es wird ein kompletter Gefäßabschnitt entnommen mit jeweils Ligaturen(diese übrigens auch unter 5-389.0x hab ich gerade erst gesehen). Von therapeutischer Exzsion steht nirgendwo etwas.


    MfG


    rokka

  • Guten Tag,

    wurde die Verdachtsdiagnose bestätigt? Es steht auch im Text (Exzision von erkrankten Blutgefäßen). 1 cm scheint mir auch etwas zu viel.

    mit freundlichen Grüßen

    Alaa Eddine