Abbildung der Intensivabteilung im Q-Bericht

  • Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    es interessiert uns, wie Sie die Intensiv-Abteilung im Q-Bericht abbilden.
    Unser Problem ist, dass diese Abteilung als eigenständige im KIS geführt wird, ein Patient bekommt also den FA-Schlüssel ITS, wenn er dort liegt, entsprechend werden als entlassenen Fälle nur die verstorbenen, verlegten oder direkt von dort entlassenen Pat. abgebildet, was ein recct seltsames und niedriges ICD/OPS Spektrum abgibt.
    Wie lösen Sie diese Fragestellung - Beibehalten der FAchabteilung oder Verschieben aller Leistungen in andere Bereiche und Erwähnung irgendwo unter \"Sonstiges\"?!


    Gruß ,


    Jan Cramer

    Dr. J. Cramer
    AGAPLESION Diakonieklinikum Hamburg

  • Lieber Herr Cramer,


    so geht es, denke ich allen, bei denen die Betten nur aus Intensivbetten bestehen. Genau so ist es bei uns in der Klinik für Anästhesie.


    Zunächst gibt es zum Pflicht-Teil des Q-Berichts keine alternative. Klar ist dabei, dass die dargestellten Diagnosen und Prozeduren nicht das Leistungsspektrum der Abteilung abbildet.


    Der neue Q-Bericht erlaubt aber auch die Möglichkeit, in einer Extra-Liste sog. \"Kompetenz-Diagnosen und -Prozeduren\" darzustellen. Mit Hilfe dieser Möglichkeit lässt sich dann die Leistungen der Intensivmedizin ganz gut darstellen, da man hier frei in der Auswahl der Kodes (mit zugehöriger korrekter Fallzahl) ist.


    Ausserdem nehmen wir an der einer externen vergleichenden Qualitätssicherung teil, deren Ergebnisse teiweise auch im Bericht erscheinen werden. So bekommen wir eine einigermaßen gute Darstelung der Abteilung hin.


    Beste Grüße

    Dr. Stefan Stern :sterne:
    Klinik für Anästhesiologie
    Klinikum der Universität München

  • Guten Morgen,
    ist nur so ein Gedanke, aber vielleicht wäre es eine Lösung für Sie:
    3600: Intensivmedizin
    Fall A: bettenführende HA wenn es sich tatsächlich um eine eigenständige Abteilung handelt.
    Fall B: nicht bettenführende Abteilung wenn die Betten in anderen Fachabteilung \"verteilt\" sind und lediglich im KIS zusammengefasst werden.
    Das Problem der Entlassungsarten und Leistungsspektrums der Abteilung lässt sich damit nicht lösen. Dennoch sollte dieses Problem kein Einzelfall in Deutschland sein und der Leser des QB so viel Fingerspitzengefühl besitzen um zu verstehen, dass eine Intensivabteilung nunmal nicht eine reguläre Fachabteilung ist, wie z.B. eine Station in der Inneren.


    Gruß


    D. Napieralski

  • Hallo Sie Zwei,
    vieln Dank für die Antworten.


    Vorweg:
    unsere ITS steht im KH-Plan mit 8 Betten und ist im KIS mit einem eigenen §301 Schlüssel versehen.


    Zunächst scheint auf unserer Seite noch ein Verständnisproblem vorzuliegen:
    muß eine vorhandene Fachabteilung mit einem § 301 Schlüssel auch ausgwesiene werden oder können deren Leistungen durch Mapping/Umbuchungsregeln verschoben werden?
    Im Gegengedanken kann man ja auch zwei Abt. mit identischen Schlüssel zu einer zusammenfügen.


    Dass der Leser der Q-Bericht Fingerspitzengefühl hat, erwarten wir nicht, Otto-Normalverbraucher wird die tiefgründigen Probleme nicht kennen. Insofern muß das Ganze \"narrensicher\" sein... :d_zwinker:


    Gruß,

    Dr. J. Cramer
    AGAPLESION Diakonieklinikum Hamburg

  • Lieber Herr Cramer,


    ob das rechtlich geht, weiss ich nicht, aber wenn ich Leiter der Abteilung wäre, würde ich mich aufs schärfste dagegen wehren, daß im QB meine Abteilung auf diese Weise aufgelöst wird und im Nichts aufgeht.


    Sie werden sehen, auch wenn der QB eigentlich nichts damit zu tun hat, bald werden dann die anderen Fachabteilungen kommen, wollen auch die Erlöse der ITS für sich in Anspruch nehmen (die Kosten dagegen sicher nicht) und über die Bettenbelegung verfügen. Dann können sie bald die \"Abteilung\" nicht nur im QB \"mappen\" und auflösen.


    Grüße von einem überzeugten \"intensivmediziner\".

    Dr. Stefan Stern :sterne:
    Klinik für Anästhesiologie
    Klinikum der Universität München

  • Hallo,


    ich sehe es wie die meisten Vorredner. Eine bettenführende Abteilung mit §301-Schlüssel ist gesondert aufzuführen und dard nicht \"umgelegt\" werden.


    Das das natürlich für eine Anästhesie/Intensivmedizin wenig sinnvolle Ergebnisse bringt, dürfte jedem von uns klar sein. In der pdf-Version hindert uns ja auch (auss der 5 MB-Begrenzung) niemand an erläuternden Worten.


    Um eines noch einmal herauszustellen: Die Fälle werden nach entlassender FA berichtet, anzugebende Diagnose ist die DRG-Hauptdiagnose (nicht z.B. die Fachabteilungs-HD). Und Prozeduren sind bei der FA anzugeben, die sie wirklich erbracht hat. Nicht bei der, dür die der Fall mit Entlassungsdiagnose gezählt wird. Sonst sähe es noch so aus, als würde die Anästhesie operieren...


    In der Tat ist hier die Angabe von Kompetenz-Diagnosen und Prozeduren sinnvoll, hier können ja auch Nebendiagnosen (die ja oft für den ITS-Aufenthalt verantwortlich sein dürften) genannt werden.


    Zu diesen und anderen Fragen erwarten wir noch eine FAQ vom G-BA.


    Gruß aus dem zwischen den Schauern kurz sonnigen Münster, J.Helling

  • hallo Forum,
    die Kompetenz-Liste erscheint mir auch sinnvoll, da sie genauer abbilden kann, welches eigentlich die wichtigen Diagnosen einer FA sind.
    Aber eine Frage:
    z.B Mamma Ca, erhält wegen Lungenmetastasen CHT, und dann noch eine Kopfbestrahlung wegen Hirnmetastasen. Lt Kodierregeln taucht c50.9 als HD auf, wird also für den QB gezählt.
    In der Behandlung der Metastasen liegt aber die eigentliche \"Kompetenz\"
    Ist es legitim, einfach alle Fälle zu zählen, die z.B eine C78.0 (lungenmet) beeinhalten, egal ob diese jetzt behandelt wurden? Ich weiß schon, dass jede Diagnose behandelt sein muss, um kodiert werden zu können, trotzdem möchte ich diese Frage so stellen.


    Grüße aus dem Käfig

  • Hallo,
    wir haben schon im letzten Q-Bericht unsere ITS \"aufgelöst\" ohne Protest derselbigen.
    Und die Leistungen verbal dargestellt.
    Diesmal werden wir nur Kompetenzdiagnosen und Prozeduren darstellen, welche ITS-typisch sind (Beatmung, Komplexbehandlung und so)
    Ich denke auch das man nicht auf Fingerspitzengefühl hoffen darf - es muss allgemeinverständlich sein, wenn es denn wirklich Patienten lesen und verstehen sollen.
    Kanari: Es wird keiner nachzählen kommen....

    Viele Grüße aus Sachsen
    D.Zierold

  • Lieber Herr Stern,
    liebes Forum,


    wie stellen Sie denn den Haupt-Versorgungsschwerpunkt der Anästhesie - die Narkosen - dar ? Unter den Schlüsseln für die Versorgungsschwerpunkte der Abteilung ist nichts zu finden.


    Beste Grüße,
    Alexander Stumvoll