Eisenmangel oder Eisenmangelanämie

  • Hallo,


    die Diagnose lautet:
    transfusionsbedürftige mikrozytäre Anämie bei Eisenmangel/untere gastrointestinale Blutung bei Divertikulose des gesamten Colons.


    Wegen der akuten Blutungsanämie (Hb 6,5) wurden 3 EKs tranksfundiert


    Hauptidagnose ist die K57.31 - Divertikulose des Dickdarms ohne Perforation oder Abszess, mit Blutung.


    Nebendiagnosen:D62 - Akute Blutungsanämie


    Der Ferretinwert lag bei 7 und und das Serumeisen bei 14, der Pat. erhielt Ferrlecitinfusionen.
    Kann ich jetzt zusätzlich die E61.1 (Eisenmangel) kodieren oder müsste es dann die D50.0 (Eisenmangelanämie) sein. Wo sind da die Unterschiede, bzw. wann muss ich was kodieren (welche Werte brauche ich wofür)?


    Viele Grüße


    Tanja

  • Guten Morgen,


    kann mir denn wirklich keiner weiter helfen? In meinem Fall wäre der Eisenmagel Erlösrelevant.


    Viele Grüße und einen schönen Tag


    Tanja

  • Hallo,


    Zitat

    Kann ich jetzt zusätzlich die E61.1 (Eisenmangel) kodieren oder müsste es dann die D50.0 (Eisenmangelanämie) sein. Wo sind da die Unterschiede, bzw. wann muss ich was kodieren (welche Werte brauche ich wofür)?


    die Antwort können Sie sich doch leicht selbst aus der ICD-10 herleiten: der Kode E61.1 findet sich im Abschnitt \"Sonstige alimentäre Mangelzustände\", bezeichnet also Mangelzustände aufgrund zu geringer Eisenaufnahme, während D50.0 Mangelzustände aufgrund eines chronischen Eisenverlustes bezeichnet.


    In dem von Ihnen beschriebenen Fall dürfte allerdings wohl die akute Blutung Ursache des gemessenen Eisenmangels sein - daher können Sie m.E. weder E61.1 noch D50.0 zusätzlich kodieren.


    Mit freundlichen Grüßen


    Markus Hollerbach

  • Hallo,


    ich denke nicht, dass eine Blutung immer zwangsläufig zu einer Anämie führt.
    Deswegen können Sie, je nach Rücksprache mit dem Arzt (zur Klärung des med. Sachverhalts), Nebendiagnosen verschlüsseln.

    _______________
    Freundliche Grüße


    S.

  • hallo tanita1707!


    Ihr patient/in hatte bereits bei stat. aufnahme eine mikrozytose bzw eine mikrozytäre anämie. So etwas entwickelt sich langsam, Monate.
    Dann pfropfte sich da noch die blutung drauf, ergebnis insgesamt Hb 65 g/l.


    Bei Ihren laborwerten können Sie von einer eisenmangelanämie ausgehen, folgerichtig auch mit Fe therapiert und mit D50.- kodierbar.
    Falls ihre patientin nicht nur wenige milliliter bei der unteren GI-blutung verloren hat, ist auch die diagnose einer D62 korrekt (nachfragen beim dr ).


    E61.1 dagegen scheidet aus. Herr Hollerbach hat schon gründe angeführt. Und ehrlich gesagt außer pica und kilonychie fällt mir zu Fe-mangel neben der D50 nichts ein. Für vorzeitige wehen dürfte die patientin zu alt sein.


    Den Fe-mangel einer D50.- können Sie bei E61.1 nicht unterbringen. Ein exkkl. beamt Sie da nach D50.-


    mfg ETgkv

  • Hallo,


    wie würden Sie denn eine kombinierte renale und Eisenmangelanämie kodieren? Eisen wurde oral substituiert.


    N18.x, D63.8, E61.1 oder
    N18.x, D50.- (dann fehlt der renale Zusammenhang)
    oder N18.x, D63.8 (dann fehlt der Zusammenhang zum Eisenmangel) oder
    ganz was anderes?


    Vielen Dank

  • hallo DRG_Fan!


    Ihren \" Zusammenhang \" regelt D012, dort allerdings Ätiologie- und Manifestationsverschlüsselung genannt.
    Dabei verweist diese akr sofort auf das alphabetische verzeichnis.
    Und da sollte man, insbesondere wenn man sich am anfang der lernkurve befindet, auch wirklich nachgucken.


    Es findet sich dort:
    Anämie
    -renal N18.9+ D63.8*


    Sie sehen, Sie hatten die lösung, aber halt ohne kreuz-stern.


    Die eisenmangelanämie kodiert mit D50.-
    Bitte beachten Sie das exkl. bei E61.1.


    Also D50.-, N18.-, D63.8 wenn beide D der ND-Definition genügen.


    mfg ETgkv

  • Hallo liebes DRG Forum,
    ist denn die Bestimmung des Ferritinwertes immer ein Muß, damit eine Eisenmangelanämie verschlüsselt werden kann? Habe leider nur einen Eintrag im Arztbrief mit Eisenmangelanämie und im Kardex die FerrosanolGabe, Hb-Wert ist erniedrigt. Patientin ist 89 Jahre und kam wegen Pneumonie.
    Wie kann ich diese Anämie noch begründen? Therapiert wurde sie ja, leider ohne Nachweis
    Danke :-)

  • Hallo,
    wie schat denn das Blutbild aus. Spricht es für eine Eisenmangelanämie (Färbekoeffizienten) ?

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo,
    leider hab ich außer dem niedrigen HB Wert keine weiteren Werte die für eine Anämie sprechen könnten.... :-(, aber nach DKR reicht doch eigentlich eine therapeutische Maßnahme, also die Gabe von Ferrosanol, um diese Anämie als ND verschlüsseln zu können?!

  • Hallo,
    wenn Sie bei niedrigem Hb auch keine Auslenkungen von MCV... etc. haben, dann ist die Anämie normozytär- normochrom und dann brauchen sie auch kein Ferritin, was dann auch wohl kaum jemand untersuchen würde. Ohne andere Ursachen kommt dann die D64.8 oder D64.9 ins Spiel.


    Schönes WE

    Uwe Neiser



    "Kenne Dich und Deinen Gegner"
    nach Sunzi