Kodierfachkraft

  • Hallo alle zusammen.
    Was hält die DRG Gemeinde von Kodierern ?
    Macht es Sinn den Ärzten diese Aufgabe abzunehmen, um ihnen etwas mehr Zeit für eine ausführlichere Dokumentation einzuräumen?
    Viele Häuser sind da verschiedener Ansicht. Die einen geben richtig Geld aus um Mitarbeiter zu Schulen, die später diese Aufgabe übernehmen sollen. Nach erfolgreicher Einführung sind alle Beteilligten sehr zufrieden mit den neuen Strukturen.
    In anderen Fällen fühlen sich die "noch kodierenden" Ärzte auf den Schlips getreten und in Ihrer Kompetenz beschnitten.
    Is es denn wirklich so schlimm, das Kodieren auf andere Berufsgrupen, bzw. neue Berufsgruppen zu verlagern. Macht es nicht sogar Sinn einige Leute gut zu schulen, um eine qualitativ konstante Kodierung zu erhalten ?

  • Guten Tag Dingel,


    dieses Thema ist schon oft diskutiert worden.
    Rufen Sie bitte in der oberen Leiste die Funktion "Suche" auf und geben entsprechende Schlagwörter ein.
    Sie werden dann viele Meinungen dazu finden.


    Mit freundlichen Grüßen
    --
    D. D. Selter

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Ja vielen Dank,


    habe in diversen Beiträgen nachgelesen.
    Fazit scheint ja weiterhin zu sein, dass es keiner weiß ob es richtig oder flasch ist Kodierer einzusetzen. Oder wenn ja, ob sie dann kodieren sollen oder Kontrollieren und optimieren.
    Wobei mir persönlich die Kontrollfunktion und die Optimierung am besten gefällt. Da ich vom Arbeitgeber voraussichtlich 1/2 Stelle Zeit für´s Kodieren bekomme und 1/2 Stelle im Pflegedienst tätig sein soll. Da wird eine reine Kodierung relativ unmöglich. Zumal ich ja auch irgendwann in Urlaub gehe und dann keie Vertretung da ist.
    Ich werde in den nächsten Tagen diverse Gepräche führen und mal "ausleuchten" was die Geschäftsleitung eigentlich will. Aus irgendeinem Grung werden die mich ja zur Weiterbildung geschickt haben.


    Schönes Restwochenende aus den weissen Lohne

  • Hallo Herr DinGel,
    Hallo Forum,


    durch meine Tätigkeit komme ich in viele Häuser,
    ich kenne einige Häuser, die sich mit diesem Thema
    beschäftigen. Aus meiner Sicht kann ich sagen:
    Es liegt an der internen Organisation und an den Möglichkeiten,
    die Sie mit Ihrer Software haben.
    In der heutigen Zeit ist es sehr wichtig, differenzierte
    Diagnosen zu stellen und auch zu dokumentieren.
    Das Gleiche gilt für die Prozeduren.
    Wenn ein Arzt den MDA als Partner ansieht und eine gute
    Kommunikation zwischen Arzt und MDA besteht, ist die Hälfte
    geschafft. Nur leider ist es nicht immer so. Der genervte Arzt
    sieht in vielen Fällen einen lästigen Mitarbeiter der Ihm
    seine Zeit nimmt die er lieber für den Patienten einsetzen würde.
    Einige Ärzte sehen in der Dokumentation ein mehr oder weniger
    notwendiges Übel.
    Ich kenne nicht die Einstellung der Ärzte in Ihrem Haus.
    Eine große Klinik hat mal einen Versuch gemacht.
    Es wurden sogenannte Stationsassistenten eingesetzt die dem Arzt
    die Dokumentation und das Codieren abnehmen sollten. Es wurde aber
    auch auf die Qualität der Verschlüsselung geachtet. Dabei hatten die
    Assistenten so viele Rückfragen, dass die Ärzte den Versuch abgebrochen haben. Die Begründung war, bei so vielen Rückfragen, kann ich die Doku gleich selber machen.
    Vor ein paar Tagen war ich in einer Klinik, die haben es mit Hilfe der Software elegant gelöst.
    Die Ärzte haben die Diagnose im Rechner eingegeben. Zu jeder Diagnose konnte ein Kommentar geschrieben werden. Dieser Kommentar differenzierte die angegebene Diagnose und gab dem MDA wichtige
    Hinweise zur Codierung. Es ging alles sehr schnell, die Ärzte meinten
    es sei schneller als selber in ein Codiertool zu verzweigen, zumal
    Diagnosen und Prozeduren auf einer Bildschirm-Maske waren.


    Ich möchte schätzen, dass ca. 80% der Dokumentation "Routine" ist und die kann vom MDA übernommen werden. Bei den anderen 20% muss der Arzt selber dokumentieren und codieren. Da kann es aber auch um viel Geld gehen. Des weiteren möchte ich eine kleine Anmerkung zur Auswahl der MDA´s machen. Ich sehe immer wieder, dass es zwar nette Damen sind aber die meistens nicht in der Lage sind, mit aller Konsequenz dem Arzt die Informationen zu entlocken, die sie braucht.


    Wie Sie sehen sind es viele Faktoren die stimmen müssen, um bedenkenlos die Dokumentation in andere Hände als in die des Arztes zu legen.



    --
    MFG
    aus Stuttgart
    Peter Hackmann

    MFG
    aus Stuttgart
    Peter Hackmann

  • :D Ja ich hab heute grade mal das erste ernste Gespräch führen können.
    Unsere Geschäftsleitung ist der Meinung, dass ich wirklich "nur" kodieren soll. Und das mit einer halben Stelle (hörte ich zumindest so an) und nur für den Bereich "Innere Medizin".
    Stimmt mich wirklich glücklich, nur was passiert im Urlaub.
    War unsere Geschäftsleitung etwas blauäugig ?
    Wenn unser Medizin controler wieder da ist, werd ich das mal mit ihm diskutieren.
    Bis dahin bleib ich fein auf Station und mache meine alte Arbeit weiter.


    Gruß an alle



  • Hallo Herr DinGel,


    auf Ihre initiale Frage, ob das mit den Kodierfachkräften eine gute Idee ist oder nicht, kenne ich auch keine allgemeingültige Antwort. Da kommt es -glaube ich- wirklich auf die genauen lokalen Verhältnisse in jedem einzelnen Haus an.


    Ihr letzter Post klang für mich jedoch etwas deprimiert. Ich möchte Sie deshalb etwas trösten: Meine Erfahrung als Medizincontroller hat mich gelehrt, gerade in solchen Fragen einfach abzuwarten, da die Zeit für Sie spielen sollte. Ökonomische Zwänge haben schon manche (spätere) Einsicht bewirkt. Die Idee, mal mit Ihrem MC darüber zu reden, ist natürlich gar nicht verkehrt. In der Zwischenzeit können Sie ja durchaus nach dem Motto verfahren: "Soll sich hinterher niemand beschwerden, dass er (sie) genau das geliefert bekommen hat, was bestellt wurde".
    --
    Mit freundlichem Gruß


    Hermann Scheffer
    Berlin

    Hermann Scheffer
    Berlin

  • Naja deprimiert nicht unbedingt, aber viel fehlt nicht.
    Danke für doe aufbauenden Worte *g*.
    Ich denke auch, dass sich alles in Kürze regeln wird.
    Ob und wie ich dann eingesetzt werde, werd ich dann ja sehen.
    Inzwischen werde ich tatsächlich Ruhe bewahren und mir erstmal alle nötigen Informationen suchen, die mir noch fehlen.


    Also fröhliches kodieren !


    Lüers


    Derdingelaucheinenrichtigennamenhathehe

  • Guten Morgen Hr. DinGel
    mit Interesse habe ich die Ausführungen gelesen. Es verwundert mich schon ein wenig wenn Sie schreiben: "Wenn unser Medizin controler wieder da ist, werd ich das mal mit ihm diskutieren."
    Ich sehe es als absolut notwendig, wenn sie schon einen Medizincontroller im Hause haben das dieser von Anfang an in die Planungen mit einbezogen wird.
    Die Geschäftsführung muß sich klar darüber sein welche Ziele sie mit dem Kodierer verfolgen möchte. Nur weil andere Häuser diese Position haben, oder einrichten wollen bedeutet dies doch nicht das im eigenen Hause die Voraussetzungen dafür da sind. Gehen Sie ruhig mal in Häuser in denen Kodierer tätig sind und sehen Sie sich die geänderten Abläufe an. Dann kann ein Haus entscheiden ob sie diesen Weg gehen möchte oder nicht.
    Ich persönlich halte eine Fachkraft im Bereich der Kodierung für sehr sinnvoll. Zumal hier Erkahrungen und Kenntnisse erwachsen die sich in der unmittelbaren Zukunft auszahlen werden. Die Frage ist welche Aufgaben genau erledigt werden sollen und ob einen Person (1/2Tags) dafür ausreicht.
    mfg
    Michael Chudy

    Gruß


    MiChu ;)
    Sei nicht unglücklich vor der Zeit, denn was dich, als dir drohend, in Angst versetzt, wird vielleicht nie kommen. (Seneca)

  • :D Hallo MiChu,


    es ist ja nicht so , dass unser Medizin Controler nu janz wech war.
    er ist lediglich ne woche im Urlaub, so dass ich ihn diese Woche nicht sprechen kann.
    Natürlich muss er großes Mitspracherecht haben bei dieser Sache. Und ganz bestimmt gibt unser KH nicht soviel Kohle für eine Weiterbildung aus, nur weil andere Häuser auch n Kodierer haben. Ich denke diese Vorgehensweise kann sich kein Haus leisten.
    Nein, wegen Assistenzarztmangel soll den Ärzten Arbeit abgenommen werden (ich glaube meine Info´s kommen immer nur kleckerweise kann das sein ?*g*) unter anderem Blutabnahmen und halt auch das Kodieren.
    Das hat verschiedene Vorteile, wie ich meine.
    Die Ärzte können dann wieder etwas besser dokumentieren und sich mehr um die Pat. kümmern (Diagnostik Anamnese etc.)


    Ob ne 1/2 Stelle dann ausreichend ist ist ne andere Frage, die sich erst beantworten läßt wenn ich anfange es zu tun.
    Und das möchte ich natürlich möglichst bald.


    Gruß an alle

  • Ich habe mal mit einem Coder aus Melbourne gesprochen:


    Problem, wenn die Ärzte gar nicht kodieren: sie kennen den ICD10 nicht und drücken daher viele Diagnosen so aus, daß man rückfragen muß, um zum Code zu kommen.
    Es hatte sich als ökonomisch sinnvoll erwiesen, ALLE Entlassungen zumindest kurz zu besprechen, um die Kodierung optimal hinzubekommen. Von Zeitersparnis konnte für die Ärzte kaum die Rede sein.


    Situation bei uns: durch Kodiertools (Kodip, Diacos) und EDV-Hilfen ("Profile": Verschlüsseln von Verfahren- und Diagnosenkombinationen per Knopfdruck für Routinevorgehen) kann das Kodieren in ICD10 für Ärzte deutlich einfacher sein als für die australischen Kollegen.


    Entscheidend scheint auch für mich der Stand Ihrer EDV.
    --
    Jan Haberkorn
    Arzt/Medizincontroller
    St. Elisabeth-Krankenhaus Köln

    Jan Haberkorn
    Internist/Medizincontroller
    St. Elisabeth-Krankenhaus Köln

  • Nja EDV technisch sind wir mit ITB Imed one ausgestattet und Diacos.
    Wegen der Rückfragen bezüglich der Entlassungen, wird sich das doch sicher nach einer kurzen Zeit eingependelt haben denke ich.
    Wenn wir davon ausgehen das 80% aller Fälle immer "Routinefälle" sind, hab ich doch die Formulierungen der Ärzte schnell intus.
    Ich stelle mir vor, dass es nach 1-2 Monaten sicher nur noch wenig Rückfragen gibt.


    Gruß aus dem tauenden Lohne


    Lüers

  • Hallo Hr. Lüers,
    ich freue mich über so viel Tatenlust. Würde mir das für unser Haus auch wünschen.
    M.E. ist die genaue Aufgabenstellung wichtig. Ich halte es persönlich für notwendig das die erste Kodierung durch die behandelnden Ärzte erfolgt. Die Aufgabe einer Kodierfachkraft sehe ich in der Überprüfung der Dokumentation (Akte) und der dazugehörigen Kodierung. Die Fachkraft wird sicherlich nach kurzer Zeit entsprechende Hinweise an die ärztlichen Kollegen geben können, damit diese ihre Kodierung verbessern.
    Welche Aufgaben darüber hinaus noch an die Fachkraft deligiert werden soll bedarf der Absprache. Warum nicht auch Pflege der Akte, Aufnahme des Pat. (administrative A.)u.ä.
    Es gibt einige interessante Konzepte zu dieser Frage.
    Bei Gesprächsbedarf mailen Sie mich an.


    Schönen Abend noch :drink:


    Michael Chudy

    Gruß


    MiChu ;)
    Sei nicht unglücklich vor der Zeit, denn was dich, als dir drohend, in Angst versetzt, wird vielleicht nie kommen. (Seneca)