PEPP MDK Prüfungen

  • Hallo Peppler,


    wollte mal fragen wie eure MDK-Prüfquote ist und wie ihr damit umgeht?


    Wir haben sehr viele Gutachten bezüglich primärer und sekundärer Fehlbelegung.


    Und die Intensivbehandlung wird auch häufig angezweifelt.


    Freue mich auf Rückmeldungen und Erfahrungsaustausch.


    Viele Grüße
    Kitama

  • Hallo Kitama,


    also unsere Prüfquote lag im letzten Jahr zwischen 5-10 % und bei uns werden natürlich auch oft die erlösbringenden Intens. Merkmale und die 1:1 Betreuung angefragt. Die Streichung von Behandlungstagen oder ganzen TK-Fällen nach einem vollstat. Aufenthalt gab es ja früher auch schon.


    Mit freundlichen Grüßen
    Psych_Code

  • Hallo,


    unsere Prüfquote liegt 1 Jahr nach dem Umstieg bei rund 9%.
    Schwerpunkte sind sekundäre Fehlbelegung, 1:1 Betreuung und Intensivmerkmale.
    Die Gutachten sind häufig sehr knapp, oft unverständlich, fast immer unbegründet und oft unverschämt.
    Ein hartes Brot...


    Viele Grüße - NV

  • Guten Morgen,


    ich fürchte, ich muss Ihnen mitteilen, dass da noch erheblich Luft nach oben ist. Im 4. Jahr nach dem Umstieg steigt die Prüfquote weiter an und erreicht somatische Gefilde...


    Gruß


    merguet

  • Danke für Eure Rückmeldungen.


    Ich bin in Baden-Württemberg tätig und unser MDK ist sehr aktiv, wir haben die Höchstprüfquote in der AKG.
    Die Gutachten sind im Durchschnitt ca. 15 Seiten lang, je nach Aufenthaltsdauer.
    Im Grunde genommen wird alles angezweifelt was den Erlös triggert.


    Und als unverschämt empfinde ich so manches Gutachten auch.
    Da beschreibt der Gutachter ausführlich den schlechten psychischen Zustand des Patienten und behauptet dann im Schlusssatz, dass es sich in diesem Fall um eine Regelbehandlung handelt.
    Glaube die Gutachter sind mit den PEPP-Regeln gar nicht ganz vertraut.


    Leider ist unserer Dokumentation noch nicht so ausgereift um immer wirkungsvoll argumentieren zu können.


    Und Fallverhandlungen werden bisher von den Krankenkassen abgelehnt.


    Wünsche Euch ein erholsames Wochenende :)

  • Guten Morgen liebe Forumsteilnehmer,

    die Beiträge zu diesem Thema sind zwar schon älter, aber ich denke dass meine Frage trotzdem noch hierher gehört:


    Bei uns wurden vom MDK auch einige 1:1 Behandlungen gestrichen. Das Problem war die Dokumentation. Bei fixierten Patienten mit Sitzwache und 1/4 stündlichen Einträgen im Fixierungsprotokoll gab es kaum Probleme, aber bei nicht fixierten P.

    Die Pflegenden machen hier auch alle 1/4 einen Eintrag in einem Protokoll. Ärztl. Anordnung vorhanden.

    Vom MDK wird bemängelt dass es sich dabei nur um Sichtkontrollen handeln würde.

    Wie wird bei Ihnen dokumentiert?


    Ich hoffe ich erhalte hier einige Denkanstöße und freue mich auf Antworten.


    Vielen Dank und viele Grüße

    Suse

  • Hallo Suse,


    auch bei uns (Bundesland: BW) werden mit Begeisterung 1:1 Betreuungen bzw. ET01 gestrichen.

    Das ist die Cash-Cow für MDK und Kasse.


    Die Forderung nach viertel- oder halbstündlicher Dokumentation ist frei erfunden und ergibt sich nicht aus dem OPS.

    Hier wird eine fortlaufende, ununterbrochene Betreuung gefordert. Ob man das durch engmaschige, oft sinnlose Dokumentation nachweisen muss steht da nicht.


    Dem Vernehmen nach laufen Klagen vor dem SG gegen diese Anforderung des MDK.


    Wenn bei einem nicht fixierten Pat. eine viertelstündliche Doku vorliegt muss (analog zur Sitzwache) von einer fortlaufenden, ununterbrochenen Betreuung ausgegangen werden. Hier eine Sichtkontrolle zu unterstellen ist frech und hält sicher nicht stand.


    Wir dokumentieren bei jeder Form der 1:1 Betreuung mind. alle 30 Minuten, auch nachts bzw. wenn der Pat. mal schläft.

    So fordert es unser MDK. Das von Ihnen geschilderte Problem hatten wir (bisher) nicht.


    Viele Grüße - NV

  • Hallo allerseits,


    ich finde es schon etwas erstaunlich, dass in einem anderen Thread darüber diskutiert wird, ob das DIMDI inhaltliche Vorgaben machen kann, und hier werden Vorgaben des MDK einfach so hingenommen - aber so ist die Krankenhauswelt.


    Dies zeigt auch, dass die Macht des MDK eindeutig zu groß ist. Auch bei uns werden häufig ETs ohne eine nachvollziehbare Begründung gestrichen (der schlichte Satz, dass die Merkmale nicht erfüllt seien, sollten doch für ein "Gutachten" eigentlich zu wenig sein). In den letzten Jahren werden die Begründungen für Streichungen, wenn sie überhaupt genannt werden, immer obstruser. Klar gibt es den Klageweg, aber der ist ziemlich arbeitsaufwändig und zieht sich über Jahre hin, und vor Gericht ist man auch bei scheinbar sicheren Fällen "in Gottes Hand". Außerdem freuen sich die Krankenkassen mittlerweile über jede Klage, weil sie dann nämlich ganz legal Einsicht in die Krankenakten erhalten und zwar auch ohne Zustimmung des Patienten (soviel zum Thema Datenschutz...völlig lachhaft ist das).

    Wenn sich hier die Krankenhausgesellschaften nicht schleunigst mit einer gewissen Vehemenz positionieren und intervenieren, dann sehe ich schwere Zeiten auf uns zukommen...

    Alternativ könnte man natürlich auch grundsätzlich alles weglassen, was zu ETs führt - das Budget ändert sich ja dadurch nicht - aber das kann doch auch nicht im Sinne des Erfinders sein.

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für die Antworten.

    Bei uns wird schon genauer begründet warum ein ET gestrichen wird. Manche Dinge finde ich auch nachvollziehbar...

    Also muss auch an der Dokumentation etwas verändert werden.

    Einen schönen Tag

    Gruß Suse

  • Hallo zusammen,


    ich kann hinsichtlich der steigenden Prüfquoten nur zustimmen. Im Bezug auf die 1:1 Betreuung haben wir auch gehäuft Anfragen. Der MDK hätte hier gerne einen viertelstündlichen Eintrag über den Zustand des Patienten (analog zu den fixierten Patienten). Also am besten ein Überwachungsprotokoll auch für die nicht fixierten Patienten anlegen und fleißig dokumentieren. Die Anforderungen werden ähnlich wie in der Somatik immer höher geschraubt. Ich kann es auf der einen Seite nachvollziehen, da ich finde der Behandlungsverlauf sollte sich schon in der Akte wiederfinden. Auf der anderen Seite lösen sich die Dokumentationsforderungen immer mehr von dem was eigentlich im OPS steht. Zusätzlich legt der MDK seine "eigenen" Kriterien an die Dokumentation immer schärfer aus und streicht sehr rigoros.

    Zusätzlich werden Diagnosen die theoretisch nachkodiert werden könnten, gerne vom MDK übersehen. Von neutralen Gutachtern die nur Ihrem ärztlichen Gewissen unterliegen, würde ich mir in solchen Fälle mehr wünschen.

    Vermehrt sind aktuell handschriftliche Gutachten im PEPP-Bereich im Umlauf (teilweise schwer zu entziffern), nach Aussage des MDK wohl aufgrund der Arbeitsbelastung (soll schneller gehen). Sind bei Ihnen auch schon handschriftliche Gutachten eingegangen?


    MFG MedCO-Smutje

  • Hallo MedCO-Smutje,


    handschriftliche Gutachten??? *Lachkrampf*

    Dann würde ich dem MDK eine Schreibmaschine schenken... natürlich nur gegen Spendenquittung!


    Scherz beiseite - sowas würden wir hier nicht als Gutachten akzeptieren und die entprechende Krankenkasse um Unterstützung bitten, denn die dürften sowas auch nicht besonders toll und hilfreich finden.

    Schöne Grüße

    Anyway

  • Hallo Anyway,


    gelacht habe ich auch zuerst. Danach nur noch geweint, laut KK kann der MDK die Form seiner Gutachten frei wählen. Fall wurde verrechnet und somit aus KK-Sicht erstmal erledigt. Anbei ein Beispiel, es sind aber zum Glück nur vereinzelt solche Gutachten aufgetaucht.




    MFG MedCo-Smutje