drg*s und onkologie

  • als haematologe/onkologe wurde es mich sehr interessieren, wenn jemand mir informationen zugaenglich machen koennte, aus denen ich zumindest anhaltspunkte fuer dieses fachgebiet betreff drg entnehmen kann. offensichtlich ist aufgrund der vollkommen anderen struktur der angloamerikanischen arzteschaft und damit auch der taetigkeit von aerzten am/im krankenhaus gerade fuer diesen fachbereich mit den ar-drg scher zu arbeiten. auf der anderen seite sind die patienten des fachbegietes extrem teure patienten und werden in ca. 5-10 jahren die haupttodesursache werden. vielen dank fuer jede zuschrift.

  • Hallo Herr Dr. Hoeffkes Puh, da muß ich vorerst passen. Vielleicht kann ein anderer Teilnehmer inzwischen weiterhelfen. Gruß B. Sommerhäuser

  • Ich möchte auf ein Update der o. g. Kodierrichtlinie hinweisen.


    Kodierempfehlungen für Diagnosen und Prozeduren in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie


    Interessant finde ich die "Unverfrorenheit", mit der hier dem OPS 2.1 (und historisch 2.0) ein eigener Prozedurenschlüssel zur Seite gestellt wird. Hallo DIMDI :smile:


    Außerdem gefällt mir S. 55 und S. 57, einmal wegen der Möglichkeit, in das genannte EDV-System Freitexte ("eigene Kommentare") einzugeben und die (zwar nur papiermäßig erfasste) Tagesdokumentation von Prozeduren, die im Widerspruch zu den DKR der nur einmaligen Verschlüsselung wiederkehrender Prozeduren steht.
    --
    Mit freundlichen Grüßen


    Dr. Bernhard Scholz
    DRG-Beauftragter
    Kliniken des Landkreises Freyung-Grafenau gGmbH

    [center] Bernhard Scholz [/center]

  • 8) 8) 8)Lieber herr Scholz,


    ich weiß nicht, ob Unverfrorenheit der treffende Ausdruck ist, denn ist es nicht durchaus legitim, wenn man seine Leistungen hausintern erfassen will, auch in Bereichen, die nicht direkt erlösrelevant sind? Machen nicht auch Leistungen Arbeit, die nicht in den offiziellen OPS gehören? Und ist es unter Benchmarkgesichtspunkten nicht sinnvoll, wenn alle Kliniken die gleichen leistungen intern erfassen, und nicht jeder einen eigenen Hauskatalog kreiert?
    Das ist für mich im Moment übrigens genau die Frage und das Problem zwischen DIMDI und Fachgesellschaften. Es geht im offiziellen OPS nicht um eine flächendeckende Erfassung sämtlicher Einzelleistungen, sondern nur um die Erfassung von besonders aufwendigen Leistungen. Trotzdem kann die Erfassung von Einzelleistungen abteilungsinern sinnvoll sein, damit man als Abteilung lernt, wo man effizienter arbeiten kann (z.B. gibt es internistische Abteilungen, bei denen routinemäßig jeder Patient oberbauchsonographiert wird, egal ob es für seine Erkrankung relevant ist oder nicht. :no: Dabei lernen natürlich die neuen Assistenten das Sonographieren, aber auf viele dieser Sonos kann man ohne Qualitätsverlust verzichten. Genauso Laborleistungen (zum Beispiel Leukos-CRP-Elastase)?( ?( , Röntgenleistungen (mein alter Chef hat immer gesagt: "schreiten wir zum Äußersten: untersuchen wir den Patienten.", man könnte ja auch mal auskultieren....) etc. Alle diese Leistungen gehören nicht in den OPS und nicht in ein DRG-Mapping. Aber als Abteilungsleiter will ich wissen, weiviel davon gemacht wird und weiviel andere Abteilungen machen. Wir haben in der Urologie jahrelang vor jeder TUR-Prostata routinemäßig ein Ausscheidungsurogramm gemacht. Bis unser Chef von einem Kongress zurückkam und meinte, es sei nicht mehr nötig. Bei den heutigen guten Sonographiebildern benötigt man AUR´s nur bei pathologischem Sonobefund.


    Inwieweit die australischen DRG´s Tumorerkrankungen nicht ausreichend abbilden, kann ich nicht sagen. Mir persönlich als Nichtonkologem erscheinen sie nicht Deutschland-real gewichtet, aber onkologisch doch recht differenziert. Wir in Deutschland haben ja die Manie, alles immer in einem Rutsch zu behandeln: Diagnostik-Operation-onkologische Therapie alles in einem Aufenthalt, das scheint in Australien nicht so zu sein. Wenn ich jemals einen Tumor bekomme (und ich habe leider gute Chancen dazu), dann werde ich das als patientin ganz sicher nicht mit mir machen lassen. ich werde die Diagnostik ambulant machen lassen, mir meine operative Abteilung aussuchen und dann in einem zweiten Aufenthalt (durchaus im selben Zentrum wie die OP) die Anschlussbehandlung machen lassen. Aber ich will zwischenzeitlich immer wieder in den Schoß meiner Familie zurück, um psychisch mit der Sache fertig zu werden. ich befürchte, dass ich mit dieser Idee nicht alleine bin und dass viele Patienten diese Aufteilung als Qualitätsgewinn und nicht als Verlust ansehen werden, im Ärztekreis aber wird dieses als Fallsplitting schlecht geredet, der MDK läuft sich auch schon mal warm, vielleicht könnte man ja mal die kunden (sprich patienten) fragen?. Aber bei uns in Deutschland werden die Patienten oft gar nicht gefragt.
    Das InEK kann sehr differenziert aufarbeiten, ob in Deutschland eher Kombinationsaufenthalte anfallen (die entsprechend höher gewichtet werden) oder ob gesplittet wird. Dann erst kann man realitätsnah über die Materie diskutieren. Und man muss nicht immer so einen Kult um alles machen, ein wenig rheinischer Pragmatismus täte allen gut.


    Erst jammern wir Monate um den Verlust der Freiheit der ärztlichen Behandlung und jetzt schreien wir alle nach klaren und einheitlichen Vorgaben (ich bin ja ein Anhänger des rheinischen Umgang mit klaren Vorgaben, aber das nur am Rande).
    Und wieder frage ich: oh InEK, wo bist Du?:bombe: :bombe:


    In diesem Sinne
    Patricia
    --
    Patricia Klein

    Patricia Klein

  • I) I) I) PS.: Herr Höffkes: wäre es unverschämt zu fragen, wo und als was Sie tätig sind?
    Dank und Gruss
    Patricia:besen: :besen: :besen:
    --
    Patricia Klein

    Patricia Klein

  • Hallo Frau Klein,


    zu Ihrer letzten Frage (nach dem Verbleib des INEK) vielleicht eine interessante Neuigkeit: Herr Tuschen vom BMG ist gesten in Leipzig mit der Mitteilung aufgetreten, daß der bisherige Geschäftsführer des INEK, Prof. Fritze, die Sache "geschmissen" hat und besagtes Institut damit nur noch aus einer Sekretärin besteht.
    Und was rheinischen Pragmatismus und dessen landesweite Umsetzung angeht, so hoffe ich nicht, daß damit die Diktatur der Müllmänner (sprich Abfallbeseitiger) gemeint ist.


    mfg


    mkaufhold:kangoo: :kangoo:

  • Zitat


    Original von PatKlein:
    ... ist es nicht durchaus legitim, wenn man seine Leistungen hausintern erfassen will, auch in Bereichen, die nicht direkt erlösrelevant sind? Machen nicht auch Leistungen Arbeit, die nicht in den offiziellen OPS gehören? Und ist es unter Benchmarkgesichtspunkten nicht sinnvoll, wenn alle Kliniken die gleichen leistungen intern erfassen, und nicht jeder einen eigenen Hauskatalog kreiert?
    ...


    Liebe Frau Klein,


    wenn nicht jeder einen eigenen Hauskatalog macht, sollte es einen geeigneten DIMDI-Katalog geben. Sie wissen, bei mir rennen Sie hier offene Türen ein. (Oder man schafft das DIMDI ab ;( not really).


    Welche von den Prozeduren groupingrelevant sind, ist eine ganz andere Frage, aber kein Hindernis, Prozeduren in den Katalog aufzunehmen. Auch mind. 3/4 der ICD-Schlüssel sind (zumindest als Nebendiagnosen) nicht groupingrelevant und ich hoffe doch sehr, dass diese uns trotzdem erhalten bleiben.


    Zitat


    Original von PatKlein:
    Trotzdem kann die Erfassung von Einzelleistungen abteilungsinern sinnvoll sein, damit man als Abteilung lernt, wo man effizienter arbeiten kann ...


    Und dass diese sinnvolle Erfassung z. Zt. nicht per OPS erfolgen kann, will mir einfach nicht einleuchten. Nur weil es GOÄ-Kataloge gibt. Sie wollen aber Vergleiche anstellen (ich auch). Also werden wir um einen einheitlichen Schlüssel nicht herumkommen.


    Die "Unverfrorenheit" der onkologischen Fachgesellschaft geht mir leider nicht weit genug. Denn die guten Vorschläge nutzen nicht viel, wenn nur onkologische Abteilungen sie nutzen.


    --
    Mit freundlichen Grüßen


    Dr. Bernhard Scholz
    DRG-Beauftragter
    Kliniken des Landkreises Freyung-Grafenau gGmbH

    [center] Bernhard Scholz [/center]

  • Hallo,


    auch ich würde gerne wissen, ob jemand aus diesem Gremium weiß, wie es mit der chirurgisch-onkologischen Abteilung weitergehen könnte!


    Mir wurde berichtet, dass in Zukunft die chirurgische Leistung (OP) nach der DKR abgerechnet werden soll und z. B. Chemo`s nur noch als ambulante Leistung anerkannt wird!?


    Kann mir irgendjemand über bisherige Erfahrungen oder Informationen berichten?


    Warte auf zahlreiche Antworten. Danke.


    Mit freundlichen Grüßen


    B. Hümmler

  • Lieber Herr Huemmler,
    abhängig von der Verweildauer werden Sie 1-Tages und Mehrtagebehandlungen haben. Wenn die Chemotherapeutika aber nicht separat in Rechnung gestellt werden können (wie bei der ambulanten Behandlung) wird es ein finanzielles Verlustgeschäft werden, abhängig von der Therapie, und Sie werden es ohnehin in den ambulanten Bereich transferieren



    --
    Grüße aus Hanau
    Poschmann

    Poschmann