COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz und Ausgleichszahlung

  • Guten Tag zusammen,

    ich hab da mal ne Frage:

    Jedes nicht belegte Bett geht nach §21 (2)f. Krankenhausfinanzierungsgesetz mit einer tagesbezogenen Pauschale von 560 EUR in die Ausgleichszahlung ein.

    Was ist ein belegtes/nicht belegtes Bett? Ein Bett in dem ein Patient liegt oder ein Bett in dem ein aus medizinischen Gründen stationär behandelter Patient liegt? Also der Umgang mit primärer und sekundärer Fehlbelegung.

    Die Statistik laut Gesetzestext:

    Die Krankenhäuser ermitteln die Höhe der Ausgleichszahlungen nach Absatz 1, indem sie täglich, erstmals für den 16. März 2020, von der Zahl der im Jahresdurchschnitt 2019 pro Tag voll- oder teilstationär behandelten Patientinnen und Patienten (Referenzwert) die Zahl der am jeweiligen Tag stationär behandelten Patientinnen und Patienten abziehen.

    Wissen Sie schon, wie Ihre KIS-Auswertung / Statistik mit den nicht abrechenbaren Tagen umgeht?

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Guten Tag Herr Horndasch,


    das ist eine interessante Frage! Aufgrund des Wortlauts ("behandelten" und nicht "behandlungsbedürftigen") würde ich dazu tendieren, dass Fehlbelegungstage mit zu zählen sind. Wenn ich mir hingegen die Intention des Gesetzgebers vergegenwärtige, tendiere ich eher dazu, dass die Fehlbelegungstage abzuziehen sind, da für diese ja auch in 2019 keine Vergütung gezahlt wurde.


    Unabhängig von der Frage, ob Fehlbelegungstage einzubeziehen sind, ist mir jedoch auch die grundsätzliche Herangehensweise zur Berechnung des Referenzwerts nicht klar. Man könnte einerseits die Werte der täglichen Mitternachtsstatistik + die täglich behandelten teilstationären Fälle aufsummieren und durch 365 teilen. Das ist sozusagen ein fall-basierter Ansatz. Alternativ ist ein Verweildauer-basierter Ansatz denkbar, bei dem die Summe der stationären Belegungstage über das ganze Jahr (inkl. oder exkl. Fehlbelgungstage) zuzüglich der Summe der teilstationären Behandlungstage durch 365 geteilt wird. Bei der zweiten Variante erhält man einen deutlich geringeren Referenzwert, da hier die Entlassungstage, die nicht zugleich Aufnahmetage sind, rausfallen.


    Welche Herangehensweise erscheint Ihnen plausibler?


    Für die Höhe der Ausgleichszahlungen ist es auch nicht unerheblich, ob der Referenzwert auf eine ganze Zahl gerundet wird oder ob mit Bruchteilen gerechnet werden soll.


    Viele Grüße,
    B. Liebermann

  • Guten Tag Herr Liebermann,

    ich behaupte jetzt mal, dass sich der Gesetzgeber über diese Problematik null Gedanken gemacht hat, da er dieses Problem gar nicht als Problem erkennt. Welchen Ansatz ich präferiere? Ich gehe davon aus, dass es die tatsächlich belegten Betten sind.

    Also

    • ein Datum
    • ein Patient
    • ein abrechenbarer Tarif


    Auch bei einer Statistik der Belegungstage nach der FPV ist ja pro Tag ein Tarif im KIS hinterlegt. Es stellt sich nur die Frage ob es ein abrechenbarer Tarif oder ein Pseudotarif (Fehlbelegung) ist.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch