Hypertensive Krise

  • Hallo liebe Kollegen,


    habe eine Frage zur Kodierung von Hyoertonie und Herzinsuffizienz.Die DKR sagt ja,wenn ein kausaler Zusammenhang vorliegt ist ein Kode der Kategorie I11 anzugeben. Bei meiner Schulung zur klinischen kodierfachkraft wurde gesagt,dieser Kode ist grundsäztlich zu verwenden,da quasi immer ein kausaler Zusammenhang besteht. Ist das so richtig? Und wie kodiere ich zB wenn ein Pat mit einer hypertensiven Krise behandelt wird? Ist dann die Hypertonie die Hauptdiagnose und die Herzinsuffizienz die Nebendiagnose oder muß hier die HD auch ein Kode aus I11 sein?


    Schöne Grüße

  • Schönen guten Tag Arielle!


    Ich bin zwar kein Internist, würde aber zumindest nicht in dieser endgültigen Form behaupten, dass immer ein Zusammenhang zwischen Hypertonie und herzinsuffizienz besteht. Allerdings würde ich bei Vorliegen beider Diagnosen in der Regel die Verwendung von I11 vorziehen.


    Sowohl die I10, als auch I11 ist im ICD 2004 erweitert worden: Über die 5. Stelle kann bzw. muss das vorliegen einer Hpertensiven Krise angegeben werden.


    Schönen Tag noch,

  • Nein, die Beziehung ist nicht immer zwangsläufig kausal. Es muß schon der Nachweis einer hypertensiven Herzerkrankung geführt werden, also verdickte Kammerwände etc. Erst dann kann man m. E. die I11.-- verwenden.


    Es gibt auch Patienten, bei denen aufgrund einer Kardiomyopathie (z. B. ICM, DCM, alkoholisch etc.) eine Herzinsuffizienz vorliegt, die sozusagen \"nebenbei\" noch einen Hypertonus haben, der aber nicht kausal mit der Herzinsuffizienz zusammenhängt und dann separat über die I10.-- abzubilden ist. Klar ist aber auch, daß diese Differenzierung in der Praxis nicht immer leicht durchzuführen ist.


    Viele Grüße,


    V. Blaschke

    _____________________
    Dr. med. Volker Blaschke

  • Hallo Forum!


    Ich denke, ein gut gehbarer Weg ist die Forderung eines Nachweises der hypertensiven Herzerkrankung in Form z.B. eines Echo-Befundes!
    Wenn linksventrikuläre Hypertrophie, dann I11.-


    Gruß

    T. Flöser

  • Hallo Forum ,


    wir verschlüsseln in Absprache mit unseren Internisten wie folgt :


    wenn lt. Echo - Befund mindestens mittelgradige Wandhypertrophie und zusätzlich eine Hypertonie besteht
    ->


    dann: I11.- Hypertensive Herzkrankheit



    Mit freundlichen Grüßen


    Mario Schädlich

  • Eine Anregung aus der Praxis:
    wenn ein Patient einen Hypertonus hat und eine Herzinsuffizienz und sonst nix kardiales (keine KHK, CMP etc), dann ist nach der Devise \"Häufiges kommt häufig vor und Seltenes eher selten\" von einer hypertensiven HKH mit konsekutiver Herzinsuffizienz auszugehen. Auch wenn dies nicht explizit durch Echo etc. gesichert wird. Es wird aber so therapiert.
    Allein die Behandlung der Herzinsuffizienz rechtfertigt die Kodierung der I.11.-
    Und jetzt zum Problem: im ICD-Text heisst es Hypertonie mit (kongestiver) Herzinsuffizienz. Kongestiv ist etwas anderes als dekompensiert (Bsp: http://www.herzinsuffizienz-kongestive.de ).
    Leider ist dies noch nicht allen geläufig, insbesondere beim MDK gibt es da und dort Nachholbedarf. Also kodiere ich oft zusätzlich noch etwas aus der Linksherzinsuffizienzschiene (NYHA-Grad) dazu, um den Fall \"anschaulicher\" zu machen, und um nicht so viele Widersrpüche schreiben zu müssen. Lieber Doppelkodierung als Doppelbriefschreibung (man muss ja manchmal auch an sich denken).

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch