chronische Nierenkrankheit 2 Grades

  • Hallo ihr Lieben.


    Der MDK erkennt bei einer Kodierung die N18.2 nicht an. Angeblich kein Ressourcenverbrauch erkennbar.


    Die Patientin hat ein Kreatinin von 1,6 mg/dl. Glomeruläre Filterungsrate liegt bei 46ml/min. Die Patientin bekommt Diuretika ( Furosemid ) Es wurde eine Ein,-u Ausfuhr durchgeführt. Die Patientin bekommt einen ACE Hemmer.


    Könnte mir jemand helfen, ob ich Recht habe oder der MDK.


    Danke aus Hessen über´n Berg :whistling:

  • Hallo,
    bei einer GFR < 60 liegt eine N18.3 vor. Eine nephroprotektive Therapie mit einem ACE-Hemmer ist ein geeigneter Ressourcenverbrauch.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch


  • Der MDK erkennt bei einer Kodierung die N18.2 nicht an. Angeblich kein Ressourcenverbrauch erkennbar.








    Guten Tag


    Zur Ergänzung


    Ressourcenverbrauch:


    Bilanzierung


    Elektrolytkontrolle


    Individualisierte Arzneimitteltherapie bei Niereninsuffizienz


    http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=773


    Obwohl etwa jedes siebte Arzneimittel hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden wird, wird eine Einschränkung der Nierenfunktion bei der Therapie häufig nicht berücksichtigt. Zu hohe Dosierungen, zu kurze Dosierungsintervalle oder kontraindizierte Arzneimittel können zu Arzneimittel-bezogenen Problemen führen.




    Siehe auch:


    Stadium 3:
    GFR zwischen 30 bis 59 ml/min
    Die Nierenschädigung ist nun soweit fortgeschritten, dass auch im Blut erhöhte Kreatinin- und Harnstoffwerte auffallen. Spätestens jetzt sind die Symptome offensichtlich: Betroffene klagen über Bluthochdruck (Hypertonie), Leistungsminderungen und rasche Ermüdbarkeit. Meist sind diese Symptome von den Patienten nur schwer deutbar, denn sie lassen zunächst keinen Rückschluss auf das Organ Niere zu.


    http://www.dgfn.eu/patienten/w…e-niereninsuffizienz.html




    siehe auch


    Behandlung gemäß Leitlinie:


    KDOQI Clinical Practice Guidelines for Chronic Kidney Disease: Evaluation, Classification, and Stratification


    http://www2.kidney.org/profess…guidelines_ckd/p8_cpm.htm


    Patients with GFR <60 mL/min/1.73 m2 should be evaluated and treated for complications of decreased GFR.


    This includes measurement of:



    Anemia (hemoglobin);




    • Nutritional status (dietary energy and protein intake, weight, serum albumin, serum total cholesterol);
    • Bone disease (parathyroid hormone, calcium, phosphorus);
    • Functioning and well-being (questionnaires).



    Gruß


    E Rembs

  • Liebes Forum,


    bei der Stadieneinteilung und Kodierung der N18* haben wir uns bisher nach der eGFR im jeweiligen Aufenthalt gerichtet, vorausgesetzt die eGFR ist länger als 3 Monate pathologisch vermindert. bei höhergradigen Stadien werden wir in letzter Zeit des Öfteren mit folgender Argumentation konfrontiert:

    Zwar liegen die eGFR-Werte im aktuellen Aufenthalt im Stadium 3, jedoch zeigen die Werte der letzten Jahre schwankende Werte, zuletzt 2015 im Stadium 2. Die Chronizität ist damit nicht nachgewiesen.

    (Anm: vor 2015 hatte der Patient schon mal Werte im Stadium 3)

    Fachfrage an die Internisten im Forum: ist diese Aussage korrekt? Aus der Definition der Chron. Niereninsffizienz kann ich das so nicht herauslesen, dort bezieht sich die Chronizität nur auf den Oberbegriff der CNI, nicht aber auf die Stadien.

    Anders gefragt: welches Stadium der CNI wird kodiert, wenn die Werte zwischen mehreren Stadien schwanken.


    Für Aufklärung dankt

    AnMa

  • Hallo.


    Ist jetzt nur meine Ansicht:


    Chronizität bedeutet nicht, dass die Werte immer auf dem gleichen Level schlecht ist; die Werte können schwanken. Eigentlich so wie z.B. bei einer Herzinsuffizienz. Die Patienten sind da auch nicht ständig dyspnoeisch in Ruhe, das kann auch schwanken. Aber wenn eine HI NYHA Stadium IV vorliegt, kann man ja auch nicht verlangen, dass Stadium 2 kodiert wird, nur weil der Patient das auch mal hatte.


    Viele Grüße und viel Erfolg

    stellv. Leitung Medizincontrolling
    Fachwirt Gesundheits- und Sozialwesen (IHK)
    MDA

  • Hallo.


    Ist jetzt nur meine Ansicht:


    Chronizität bedeutet nicht, dass die Werte immer auf dem gleichen Level schlecht ist; die Werte können schwanken....

    Volle Zustimmung von mir dazu.

    Mit freundlichen Grüßen

    Breitmeier

  • Hallo,

    na ja Stadium II ist nur dann pathologisch, wenn pathologische Bildgebung dazu vorhanden ist. Eine isolierte GFR > 60 ist keine Nierenfunktionsstörung nach Leitlinien. Insofern würde ich das mit der Chronizität bei Stadium 2 und 3 kritisch sehen.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Guten Tag,


    der MDK Baden-Württemberg erkennt unabhängig vom Stadium die Behandlung mit ACE-Hemmern wie z.B. Enalapril nur bei Niereninsuffizienz im Rahmen einer "Diabetischen Nephropathie" als Aufwand an. Der Einsatz bei Niereninsuffizienz mit anderer Genese wird als "Off-Label Use" bewertet, da die Zulassung des Medikaments die Erkrankung nicht erfasse. Ist das ein regionales Phänomen ? Gibt es Meinungen hierzu ?


    Grüsse aus dem sonnigen Süden.


    k-ontroller

    Mit freundlichen Grüßen


    k-ontroller

  • Hallo,

    der ACE-Hemmer wird ja nicht zur Behandlung der Nierenerkrankung eingesetzt, sondern zur Senkung des Blutdrucks oder der Herzinsuffizienz. Dabei sollen wegen der nephroprotektiven Wirkung vorrangig ACE-Hemmer vor anderen Medikamenten verwendet werden. Das liest sich dann zum Beispiel so (Leitlinien für das Management der arteriellen Hypertonie) :


    Behandlungsstrategien bei hypertensiven Patienten mit Nephropathie

    RAS-Blocker reduzieren die Albuminurie effektiver als andere antihypertensive Substanzen und sind bei hypertensiven Patienten mit einer Mikroalbuminurie oder Proteinurie indiziert.

    Das Erreichen der Blutdruck-Zielwerte erfordert gewohnlich eine Kombinationstherapie. Es wird empfohlen, RAS-Blocker mit anderen antihypertensiven Substanzen zu kombinieren.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo,

    na ja Stadium II ist nur dann pathologisch, wenn pathologische Bildgebung dazu vorhanden ist. Eine isolierte GFR > 60 ist keine Nierenfunktionsstörung nach Leitlinien. Insofern würde ich das mit der Chronizität bei Stadium 2 und 3 kritisch sehen.

    Hallo Herr Horndasch,


    nach meinem Verständnis liegt eine chronische Nierenerkrankung im Stadium II nicht nur dann vor, wenn entsprechende Bildgebung vorhanden ist, sondern z.B. auch bei einer Albuminurie ≥ 30 mg/24 Std.


    Oder allgemeiner, bei entsprechender GFR (≥ 60, <90) und einem Schadenskriterium (s.u.) über mindestens 3 Monate, wobei pathologische Befunde in der Bildgebung mit einer dreimonatigen Dauer gleichzusetzen sind (KDIGO, CKD 2012 - Tab. 2 S. 20) :

    • Albuminuria (AER ≥ 30 mg/24 hours; ACR ≥ 30 mg/g [ ≥ 3 mg/mmol])
    • Urine sediment abnormalities
    • Electrolyte and other abnormalities due to tubular disorders
    • Abnormalities detected by histology
    • Structural abnormalities detected by imaging
    • History of kidney transplantation

    Viele Grüße


    Medman2

  • Hallo Medman2,
    danke für die ergänzende Erläuterung. Die Reduktion auf die Bildgebung war zu wenig. Aber ich hatte beim Posten die KDIGO-LL nicht im Kopf.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch