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Projekt Kliniksanitäter gewinnt Zukunftspreis

Projekt "Kliniksanitäter" gewinnt Zukunftspreis (Evangelisches Klinikum Bethel).

Das Projekt Kliniksanitäter hat den Zukunftspreis 2021 der Björn-Steiger-Stiftung für Innovationen im Rettungsdienst gewonnen. Das Kooperationsprojekt des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB) und des Studieninstituts Westfalen-Lippe (StiWL) hatte zu Beginn der...

Das Projekt Kliniksanitäter hat den Zukunftspreis 2021 der Björn-Steiger-Stiftung für Innovationen im Rettungsdienst gewonnen. Das Kooperationsprojekt des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB) und des Studieninstituts Westfalen-Lippe (StiWL) hatte zu Beginn der
Corona-Pandemie dafür gesorgt, in kurzer Zeit personelle Entlastung für die Intensivstationen zu schaffen. Eine Leistung, die nur im Team gelingen konnte.
„Wir hatten damals die Fernsehbilder aus Italien vor Augen, wo die
Intensivstationen völlig überfüllt waren“, erinnert sich Dr. Gerrit Jansen,
Oberarzt der Universitätsklinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin,
Transfusionsmedizin und Schmerztherapie am EvKB, an die erste Welle der
Pandemie im März 2020. Die deutsche Politik forderte die Krankenhäuser auf, die
Intensivkapazitäten zu verdoppeln. „Doch es stellte sich schnell heraus, dass
es weniger an medizinischem Gerät mangelt als an qualifizierten Mitarbeitenden
der Intensivpflege. Wir haben uns gefragt: Wenn wir das Fachpersonal nicht aus
dem Hut zaubern können – wie lösen wir diese kritische Situation?“

Eugen Latka leitet den Fachbereich Medizin und Rettungswesen am StiWL, das eng
mit dem EvKB kooperiert, zum Beispiel in der Ausbildung der Rettungskräfte.
„Wir haben gemeinsam analysiert, welches Personal wir rekrutieren könnten. Und
wir haben gesehen, dass sich bei der Intensivpflege und den Rettungskräften die
Ausbildungsziele stark ähneln. Das Arbeitsumfeld und die Arbeitsabläufe sind
aber sehr verschieden. Außerdem war der Rettungsdienst von Überlastung nicht
auf die Art betroffen wie die Intensivpflege. Zusätzlich kamen Medizinstudenten
hinzu und ehemalige Sanitäter. Auf dieser Grundlage konnten wir aufbauen.“ Das
Team im StiWL, das über moderne Technik verfügt um digitale Lerninhalte wie
Videos und Fragebögen auf einer Online-Plattform abzubilden, hat dann in
Zusammenarbeit mit Fachpflegekräften der Klinik den theoretischen Teil
erstellt.

Unterstützung für die Intensivstation: Für das Projekt Kliniksanitäter gab es
den Zukunftspreis der Björn-Steiger-Stiftung. V.l.n.r.: Dr. Rainer Borgstedt,
Dr. Gerrit Jansen und Eugen Latka.
Um diese Lerninhalte praktisch anzuwenden, koordinierte Oberarzt Dr. Rainer
Borgstedt Praxiseinsätze auf der Intensivstation oder in der Zentralen
Notaufnahme: „Dabei haben wir gesehen, wer für welchen Einsatz gut geeignet
ist. Zum einen gibt es Kliniksanitäter, die direkt auf der Intensivstation zum
Einsatz kommen und dort die Pflegekräfte durch unterstützende Tätigkeiten
entlasten. Zum anderen werden Kliniksanitäter in der Zentralen Notaufnahme
eingesetzt, so dass das Fachpersonal von dort auf der Intensivstation
unterstützen kann.“

Insgesamt wurden im EvKB 40 Kliniksanitäter qualifiziert, die neben ihrem
beruflichen Alltag auch im Krankenhaus zum Einsatz kamen. „Das ist eine sehr
hohe Zahl. Da auf dem Arbeitsmarkt praktisch keine Fachpflegekräfte zu bekommen
sind, hätten wir auf dem Wege niemals die notwendige Unterstützung bekommen“,
zeigt sich Dr. Gerrit Jansen zufrieden. Eine Leistung, die ohne die
Zusammenarbeit vieler Beteiligter nicht möglich gewesen wäre. Über den Preis
hat sich das gesamte Team riesig gefreut. „Die Björn-Steiger-Stiftung ist eine
Institution für sich: quasi die Erfinderin des europaweiten Notrufs und des
Rettungsdienstes. Eine Auszeichnung von dieser Stelle ist für uns etwas ganz
Besonderes!“

Info
Das Konzept „Kliniksanitäter“ hat das Potential sich auch nach der
Corona-Pandemie als hilfreich zu erweisen: Es ermöglicht zum einen eine Reserve
an Mitarbeitenden, zum anderen bietet es die Möglichkeit für ältere
Mitarbeitende des Rettungsdienstes, die ihrer Tätigkeit nicht mehr nachgehen
können, sich weiterhin im medizinischen Bereich zu engagieren. Generell
ermöglicht es einen tiefen Einblick in das klinische Umfeld.

Quelle: Evangelisches Klinikum Bethel, 06.07.2021

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erschienen am Dienstag, 06.07.2021