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Auch verschärfte Pflegepersonaluntergrenzen sind keine Lösung

Auch verschärfte Pflegepersonaluntergrenzen sind keine Lösung (DBfK).

Wie schon im Vorjahr hat das Bundesgesundheitsministerium nun auch für die Jahre 2020 und 2021 eine Ersatzvornahme für Pflegepersonaluntergrenzen in den Krankenhäusern vorgelegt - sie werden ausgeweitet und in Teilen...

Wie schon im Vorjahr hat das Bundesgesundheitsministerium nun auch für die Jahre 2020 und 2021 eine Ersatzvornahme für Pflegepersonaluntergrenzen in den Krankenhäusern vorgelegt - sie werden ausgeweitet und in Teilen verschärft. Was
auf den ersten Blick als gute Nachricht für Patient/innen und
Pflegefachpersonen daherkommt, kann sich allerdings schnell als Bumerang
erweisen, kritisiert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK).

„Dass bundesweit geltende Untergrenzen – zumal wenn sie sich am Personalbestand
der am schlechtesten ausgestatteten Krankenhäuser orientieren – keine
Verbesserung von Pflegequalität bringen und nicht einmal verlässliche
Sicherheit bieten, muss jedem einleuchten. Sie nur für wenige ausgewählte
bettenführende Bereiche einzuführen war der zweite Fehler, der dabei gemacht
worden ist. Seit Januar 2019 bekommen Patient/innen wie Pflegefachpersonen die
negativen Folgen zu spüren. Genau davor hat der DBfK immer gewarnt –
vergeblich. Die bisherige Entwicklung zeigt überdeutlich, dass
Pflegepersonaluntergrenzen keine Lösung sind, sondern mit hoher Dringlichkeit
ein echtes Pflegepersonalbemessungssystem entwickelt und verpflichtend
eingeführt werden muss“, sagt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein.

Seit 1. Januar 2019 gelten in ersten „pflegesensitiven“ Bereichen der
Krankenhäuser Pflegepersonaluntergrenzen und werden bei Nichteinhalten auch mit
Sanktionen belegt. Sie sorgen für erhebliche Turbulenzen und heftige
Widerstände von vielen Seiten. Für die Fortführung in 2020 hat die Deutsche
Krankenhausgesellschaft gerade erst ihre Zustimmung verweigert, daher die
erneute Ersatzvornahme des Bundesgesundheitsministeriums.

Beobachtungen zeigen erhebliche negative Auswirkungen und Verwerfungen durch
die Untergrenzen: z.B. die kurzfristige „Verschiebung“ von Patient/innen und
Beschäftigten zwischen Stationen mit und ohne Untergrenzen, Personalreduktion
in Krankenhäusern mit besserer Personalausstattung, hoher bürokratischer
Aufwand, Bettensperrungen, kurzfristige Änderungen des Dienstplans, Zunahme des
„Holens aus dem Frei“ bei Fachkräften usw. Und zunehmende Berichte zeigen, dass
all dies professionell Pflegende mehr be- als entlastet.

Der DBfK bereitet eine Online-Umfrage vor, die vom 1. Oktober bis 30. November
nach solchen konkreten Erfahrungen fragen wird. Sie richtet sich ausschließlich
an Pflegefachpersonen in Krankenhäusern, die in bettenführenden Bereichen tätig
sind. Ab 1. Oktober aufzurufen unter www.dbfk.de.

Quelle: DBfK, 11.09.2019

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erschienen am Donnerstag, 12.09.2019
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