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BARMER-Heilmittelreport 2021

BARMER-Heilmittelreport 2021 (Download, PDF, 21 MB).

Die rund 80.000 in Praxen angestellten Therapeutinnen und Therapeuten in Heilmittelberufen profitieren nicht ausreichend von dem Geld, das in den letzten Jahren zusätzlich in die Heilmittelversorgung geflossen ist. Die Gesetzgebung...

Die rund 80.000 in Praxen angestellten Therapeutinnen und Therapeuten in Heilmittelberufen profitieren nicht ausreichend von dem Geld, das in den letzten Jahren zusätzlich in die Heilmittelversorgung geflossen ist. Die Gesetzgebung aus den Jahren 2017 und 2019 hatte deutlich höhere Gehälter für diese
Berufsgruppe als Ziel. Allein im Jahr 2020 wurden seitens der Krankenkassen rund drei Milliarden Euro mehr vergütet als im Jahr 2017, was einem Zuwachs um etwa 40 Prozent entspricht. Im ersten Halbjahr 2021 kamen
weitere 1,56 Milliarden Euro hinzu. Laut aktuellem BARMER-Heilmittelreport
kommt dieses Plus aber nicht angemessen bei den Physiotherapeutinnen und
Physiotherapeuten an. „Der Gesetzgeber hat sich mit seinen Reformen im
Heilmittelbereich zum Ziel gesetzt, Berufe in der Physio- und Ergotherapie
sowie Logopädie attraktiver zu gestalten. Mit einem höheren Gehalt gelingt es
besser, Nachwuchs für diese Berufe zu gewinnen und damit langfristig die
Versorgung der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten“, sagt Prof. Dr.
Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER. Im Jahr 2021 sei
beispielsweise jede Therapieminute Krankengymnastik um 51 Prozent höher
vergütet worden als im Jahr 2017. Die Gehaltssteigerungen der
Physiotherapeutinnen und -therapeuten lagen im selben Zeitraum jedoch lediglich
bei 21 Prozent. Der Zuwachs sei somit noch nicht einmal halb so hoch wie die
Steigerung der Preise und Umsätze der Praxisinhaber.
Weiterhin bessere Vergütung in Kliniken
Physiotherapeutinnen und -therapeuten in Kliniken würden mit durchschnittlich
31.700 Euro im Jahr weiterhin deutlich besser bezahlt als die Angestellten in
Praxen mit 27.500 Euro. Der Unterschied habe damit im Jahr 2020 im Durchschnitt
15 Prozent betragen. Zur vollständigen Schließung dieser Lücke hätte es daher
nicht einmal der vollständigen Weitergabe der bisherigen Umsatzsteigerungen
durch die Arbeitgeber bedurft. Geschehen sei jedoch zu wenig. „Die Absicht des
Gesetzgebers, die Gehälter anzugleichen, wurde deutlich unterlaufen“, so
Straub. Es sei dringend an der Zeit, dass die Milliarden Euro auch dort
ankommen, wo sie hingehörten. Bislang zeige sich aber kein anderer Trend. Die
Preis- und Umsatzsteigerungen hielten auch im Jahr 2021 unvermindert an.

Quelle: Pressemitteilung, 23.11.2021

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erschienen am Dienstag, 23.11.2021