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Diabetesbericht 2022 Gesundheitsbericht Diabetes

Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2022: Bestandsaufnahme beinhaltet die neuesten Zahlen und Entwicklungen zur Erkrankung Diabetes mellitus in Deutschland (Download, PDF, 10 MB).

Die aktuelle Zahl der Menschen mit einem dokumentierten Typ-2-Diabetes ist in Deutschland auf 8,5 Millionen gestiegen. Hinzu kommt eine Dunkelziffer von mindestens zwei Millionen weiteren Betroffenen. Auch in Zukunft wird...

Die aktuelle Zahl der Menschen mit einem dokumentierten Typ-2-Diabetes ist in Deutschland auf 8,5 Millionen gestiegen. Hinzu kommt eine Dunkelziffer von mindestens zwei Millionen weiteren Betroffenen. Auch in Zukunft wird mit einem Anstieg der Diabetesprävalenz gerechnet. Die Nationale Diabetesstrategie
wurde zwar vor über einem Jahr verabschiedet, eine wesentliche Umsetzung ist jedoch
bisher nicht erfolgt. Dabei müsste gerade die COVID-19-Pandemie die neue
Regierung aufrütteln, für Menschen mit Diabetes mellitus, kardiovaskulären
Risikofaktoren und Adipositas zeitnah verhaltens- und verhältnispräventive
Maßnahmen umzusetzen, mahnen Expertinnen und Experten im neuen „Deutschen
Gesundheitsbericht Diabetes 2022”. Die jährlich erscheinende Publikation legt
zum Weltdiabetestag am 14. November 2021 neueste Zahlen und Fakten zur
Erkrankung Diabetes mellitus in Deutschland vor. Herausgeberinnen sind die
Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

Der Deutsche Gesundheitsbericht Diabetes 2022 benennt Daten zur
Diabetes-Epidemiologie, erörtert aber auch die speziellen Aspekte der
Diabetologie unter Pandemiebedingungen: „In Deutschland zeigt sich für 2020
eine erhöhte Rate schwerer Stoffwechselentgleisungen bei Manifestation eines
Typ 1 Diabetes im Kindes- und Jugendalter“, erklärt Professor Dr. med. Andreas
Neu, DDG-Präsident und Mitautor des Kapitels dazu. „In der ersten Phase der
COVID-19-Pandemie lag der Fokus auf dem Infektionsgeschehen, andere
Krankheitszeichen wurden entweder nicht wahrgenommen oder zu spät erkannt. In
einzelnen Altersgruppen hat sich dadurch die Rate der schweren, teilweise
lebensgefährlichen Stoffwechselentgleisungen nahezu verdoppelt. „Dies ist eine
besorgniserregende Entwicklung“ betont der Kinderdiabetologe.

„Durch die Coronapandemie wurde neben Politik und Gesellschaft auch Menschen
mit Typ-2-Diabetes schlagartig bewusst, dass ihre Erkrankung tödlich sein kann.
Wir können nur an die Ampel-Koalitionäre eindringlich appellieren, sich dem
Problem anzunehmen.“, ergänzt Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von
diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. „Auch wenn Expertinnen und Experten schon
lange wissen, dass auch ohne Corona jeder 5. Todesfall auf Diabetes
zurückzuführen ist, so macht sich in der Bevölkerung zunehmend die Erkenntnis
breit, dass Diabetes nicht ‚ein bisschen Zucker‘ ist, sondern eine gefährliche
Erkrankung.“ Der niedergelassene Diabetologe mahnt im Kapitel „Unverzichtbare
Handlungsfelder aus Sicht der Menschen mit Diabetes – Probleme, Lösungen,
Erfolge“: „Umso wichtiger sind für Menschen mit Diabetes eine bestmögliche
Versorgung und ein leitliniengerechtes Diabetesmanagement!“

Darüber hinaus gehen Experten auf die häufigsten Komplikationen und
Folgeerkrankungen des Diabetes ein. In Beiträgen wie „Diabetes und
Augenerkrankungen“, „Diabetes und Niere 2021: ein Update“ oder „Diabetes und
Nervenerkrankungen“ beleuchten sie neueste Zahlen und Behandlungsansätze. Auch
„Diabetes als besondere Herausforderung der Geriatrie in Deutschland: ein
Update" und „Diabetes mellitus im (Arbeits-)Alltag – das persönliche Umfeld
wirkt mit!" sind Themen der Veröffentlichung. Neu im „Gesundheitsbericht
Diabetes 2022“ sind außerdem die Beiträge „Diabetologie aus Sicht des
medizinischen und wissenschaftlichen Nachwuchses“ und
„Disease-Management-Programm Adipositas: der Auftrag an den G-BA“.

Der Bericht umfasst rund 276 Seiten und ist auf der Internetseite der Deutschen
Diabetes Gesellschaft und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe kostenfrei als
herunterladbare PDF-Datei oder gedruckt für 17,50 Euro zuzüglich Versandkosten
beim Kirchheim-Verlag erhältlich.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft, 12.11.2021

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erschienen am Donnerstag, 18.11.2021