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Geschäftsführer des Klinikums Bielefeld zur DKG-Forderung nach weiterer Unterstützung der Krankenhäuser myDRG Stellenmarkt Gesundheitswesen

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Geschäftsführer des Klinikums Bielefeld zur DKG-Forderung nach weiterer Unterstützung der Krankenhäuser

Geschäftsführer des Klinikums Bielefeld zur DKG-Forderung nach weiterer Unterstützung der Krankenhäuser (Pressemitteilung).

Der Hilferuf der DKG für finanzielle Ausgleichsunterstützung unserer Krankenhäuser in Deutschland wird auch von mir absolut unterstützt. Der derzeitige Zustand ist für viele Krankenhäuser bedrohlich und wird ohne Nachbesserungen der...

Der Hilferuf der DKG für finanzielle Ausgleichsunterstützung unserer Krankenhäuser in Deutschland wird auch von mir absolut unterstützt. Der derzeitige Zustand ist für viele Krankenhäuser bedrohlich und wird ohne Nachbesserungen der gesetzlichen Regelung zur Existenzbedrohung. Auch wir haben uns in erster Linie der notwendigen Versorgungsaufgabe
in der Pandemie von an Covid-19 erkrankten Patienten*innen sowie dringender und nicht
aufschiebbarer Notfallversorgungsleistungen verpflichtet gesehen und im guten
Glauben auf das Versprechen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn verlassen
„Kein Krankenhaus soll aus der Pandemie wirtschaftlichen Schaden erleiden –
Whatever it takes“.
Nun erleben wir leider für den aktuellen Zeitraum ein sehr kompliziertes
Regelwerk für 2 ½ Monate womit nur unser Standort Mitte bisher die Bestätigung
für Ausgleichszahlungen erhalten hat. Bei genauerem Hinsehen wären auch unsere
Basisnotfallversorgungsstandorte „Rosenhöhe“ und „Halle“ auf der niedrigen
Grundlage von 75% anspruchsberechtigt. Dieses haben wir auch der
Bezirksregierung Detmold schriftlich angezeigt und die abschließende Klärung
steht noch aus.

Das Hauptproblem ist jedoch die Unsicherheit ab Februar 2021. Bisher gibt es
keinen Rettungsschirm der fehlenden Umsatz ausgleichen würde. Die Pandemie wird
uns Krankenhäuser im Jahr 2021 allerdings am längsten beschäftigen, denn der
Impfverlauf wird im ersten Halbjahr die Krankenhäuser nicht entlasten. Wir
werden weiterhin die schweren Verläufe versorgen, wenn das Alltagsleben ohne
Lockdown-Massnahmen erwacht und zunehmend die Bedrohung aus den Köpfen und
Verhaltensweisen der Bevölkerung verschwindet.

Damit vorstellbar wird, warum wir die elektiven Leistungen reduzieren, möchte
ich Ihnen folgende Beispiele benennen.
Im Klinikum Bielefeld Mitte wurde eine zusätzliche Intensivbeatmungsstation mit
16 Plätzen eingerichtet und seit Anfang November aufgrund der erhaltenen
Beatmungsgeräte vom Bund in Betrieb genommen. Um diese Station personell zu
betreiben haben wir 5 Operationsäle geschlossen und mit über 20 Anästhesie- und
OP-Pflegekräften aus diesem Bereich täglich im 3-Schicht-Betrieb besetzt. Durch
Schließung dieser Operationssäle können täglich 18-20 Operationen nicht
stattfinden, was im Monat 400 Operationen betrifft.

Unsere Normalstationen können wir aufgrund von Abstands- und Hygieneregeln
nicht vollständig belegen, aufgrund Einzelisolation. In unseren Standorten
versorgen wir seit Anfang November wieder täglich über 80 an Covid-19
erkrankten Patienten*innen mit deutlich höherem Personaleinsatz und Isolations-
und Hygieneaufwand.

Hätten wir die zusätzliche Covid-Intensivstation nicht betreiben sollen? Hätten
wir in der Pandemieversorgung unsere Versorgungsstruktur nicht ändern sollen?
Natürlich nicht … aber trotzdem wird der finanzielle Schaden von der Politik
nicht angemessen ausgeglichen bzw. in 2021 bisher gar nicht!

Das ist nicht mehr zu vermitteln und wir fordern hier mit allen Kräften, dass
das Gesundheitsministerium einlenkt und nachbessert. Auch unsere
Mitarbeiter*innen wollen mit einem guten Gefühl diese
Pandemieversorgungsaufgabe weiter meistern und haben auch von der Politik
Unterstützung verdient!“

Quelle: Pressemitteilung, 29.12.2020

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erschienen am Dienstag, 29.12.2020
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