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BWKG-Indikator 2/2021: Fachkräftemangel belastet Reha-Kliniken und Pflegeeinrichtungen / Bürokratieentlastung hat Schlüsselrolle

BWKG-Indikator 2/2021: Fachkräftemangel belastet Reha-Kliniken und Pflegeeinrichtungen / Bürokratieentlastung hat Schlüsselrolle (BWKG).

Die Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden, werden immer größer, so der Vorstandsvorsitzende der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), Heiner Scheffold, zu den Ergebnissen des BWKG-Indikators 2/2021 für die Reha-Kliniken und die Pflegeeinrichtungen....

Die Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden, werden immer größer, so der Vorstandsvorsitzende der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), Heiner Scheffold, zu den Ergebnissen des BWKG-Indikators 2/2021 für die Reha-Kliniken und die Pflegeeinrichtungen. Im Rahmen des BWKG-Indikators werden die Geschäftsführer der
BWKG-Mitgliedseinrichtungen regelmäßig zu ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Situation und zur Gewinnung von Fachkräften befragt. Die Geschäftsführer von 97,3 % der Reha-Kliniken und 89,3 % der
Pflegeeinrichtungen schätzen es als schwierig oder eher schwierig ein,
Pflegefachkräfte zu finden. 78,9 % der Reha-Kliniken haben Probleme, freie
Stellen im Ärztlichen Dienst neu zu besetzen.

„Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, müssen verschiedene Maßnahmen
umgesetzt werden. Dabei nimmt der Abbau von Bürokratie sicherlich eine
Schlüsselrolle ein“, so Scheffold. Wenn Pflegekräfte und Ärzte immer mehr Zeit
mit Bürokratie verbringen und so immer weniger Zeit für ihre Patienten hätten,
sei es kein Wunder, wenn sie weniger im eigentlichen Berufsfeld arbeiten oder
sich ein anderes Betätigungsfeld suchen. „Außerdem müssen ausländische
Fachkräfte schneller anerkannt werden und es muss mehr Flexibilität beim
Personaleinsatz geben“, fordert der BWKG-Vorstandsvorsitzende, der gleichzeitig
Landrat des Alb-Donau-Kreises ist. Starre Personalvorgaben und die Festlegung
auf be-stimmte berufliche Qualifikationen verhinderten einen modernen
Personalmix. Alle Einrichtungen, die ausbilden können und wollen, müssen das
auch dürfen. Im Koalitionsvertrag auf der Bundesebene sei vorgesehen, dass die
Pflegeausbildung in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und der
Rehabilitation ermöglicht werden soll, soweit diese die Voraussetzungen
erfüllen. Dieser Plan müsse nun möglichst bald umgesetzt werden.

„Außerdem ist und bleibt es natürlich von zentraler Bedeutung, dass der
finanzielle Rahmen stimmt“, so Scheffold. Nach den Zahlen des BWKG-Indikators
sei man aber nach wie vor weit davon entfernt. 59,7 % der Reha-Kliniken und
fast 30 % der Pflegeeinrichtungen im Land gehen aktuell davon aus, dass sie das
Jahr 2021 mit roten Zahlen abschließen werden.

Die Reha-Kliniken leiden zum einen unter einer rückläufigen Auslastung in der
Pandemie und zum anderen unter den überdurchschnittlichen Kosten im
Hochlohnland Baden-Württemberg. „Unsere Forderung, dass die
überdurchschnittlichen Kosten in Baden-Württemberg finanziert werden müssen,
gilt natürlich für alle Einrichtungen, insbesondere auch für die
Reha-Kliniken“, sagt Scheffold. Diese hätten nach wie vor große
Schwierigkeiten, eine leistungsgerechte Vergütung mit den Kostenträgern zu
verhandeln. Es hätte hier zwar Verbesserungen gegeben. Diese stünden aber
bislang nur auf dem Papier und ließen sich in Verhandlungen nicht durchsetzen.

„In der Altenpflege wird es immer wichtiger, auch qualifizierte Hilfskräfte zu
haben. Hierzu gibt es eine einjährige Helferausbildung und es wäre eine große
Hilfe, wenn diese – wie schon die dreijährige Fachkraftausbildung – solidarisch
über einen Fonds finanziert werden könnte“, macht Scheffold deutlich. Momentan
werden die ausbildenden Einrichtungen einschließlich deren Bewohnerschaft und
Klienten einseitig durch die Ausbildungskosten belastet. „Hier kann das Land
tätig werden und den Pflegeheimen mit der Einrichtung eines Ausbildungsfonds
schnell helfen“, ergänzt Scheffold.

Die Ergebnisse des BWKG-Indikators (2/2021) für die Reha-Kliniken und
Pflegeeinrichtungen sind beigefügt.

Quelle: BWKG, 29.12.2021

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erschienen am Mittwoch, 29.12.2021