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Corona-Konjunkturpaket ohne Hochschulmedizin?

Corona-Konjunkturpaket ohne Hochschulmedizin? (Pressemitteilung).

Die besondere Rolle der Universitätsmedizin wird in der gegenwärtigen Corona-Pandemie besonders deutlich. Viele Universitätsklinika übernehmen eine Steuerungsfunktion für die Patientenversorgung in ihrer Region oder stellen im Verbund mit der universitären...

Die besondere Rolle der Universitätsmedizin wird in der gegenwärtigen Corona-Pandemie besonders deutlich. Viele Universitätsklinika übernehmen eine Steuerungsfunktion für die Patientenversorgung in ihrer Region oder stellen im Verbund mit der universitären Forschung ihre fachliche Expertise im Kampf gegen
das Virus zur Verfügung. Die Universitätsmedizin leistet damit einen zentralen
Beitrag, der weit über die Funktion anderer Krankenhäuser hinausgeht. Das
gestern vom Koalitionsausschuss beschlossene Corona-Konjunkturpaket enthält ein
„Zukunftsprogramm Krankenhäuser“, aus dem notwendige Investitionen in die
Ausstattung der Krankenhäuser gefördert werden. Dazu zählen moderne
Notfallkapazitäten und eine bessere digitale Infrastruktur ebenso wie
Investitionen in IT- und Cybersicherheit sowie die Stärkung regionaler
Versorgungsstrukturen. Das Zukunftsprogramm erhöht den bestehenden
Strukturfonds um drei Milliarden Euro. Die Mittel sollen analog zu den
geltenden Regelungen des Strukturfonds verteilt werden.

„Es ist richtig, ein Zukunftsprogramm für die Krankenhäuser aufzulegen, aber
dann müssen auch die Universitätsklinika dabei sein. Mit einer Erhöhung der
Mittel für den Krankenhaus-Strukturfonds muss gewährleistet werden, dass die
Uniklinika auch vollumfänglich förderfähig sind. Das ist bislang nicht der
Fall“, sagt Professor Dr. D. Michael Albrecht, 1. Vorsitzender des Verbands der
Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD). „Spätestens jetzt, wo die
Universitätsmedizin in der Corona-Pandemie Überdurchschnittliches geleistet
hat, darf ihr der Zugang zum Strukturfonds nicht verwehrt werden“, erläutert
Professor Dr. Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentages
(MFT).

Für die Universitätsklinika ist eine Förderung durch den Strukturfonds nur sehr
begrenzt möglich und mit hohen Hürden verbunden. Und das, obwohl die
förderfähigen Maßnahmen gerade für sie von erheblicher Bedeutung sind. So kann
z.B. eine Investitionsmaßnahme des Landes in die IT-Infrastruktur an einem
nicht-universitären Haus durch den Strukturfonds kofinanziert werden, aber
nicht an einem Universitätsklinikum. Es erschließt sich nicht, die
Fördermaßnahmen nur bei Plankrankenhäusern durch den Strukturfonds zu
finanzieren. Der Strukturfonds speist sich anteilig aus Mitteln des
GKV-Gesundheitsfonds. Für den Zugang zu diesen Fördermitteln muss es unter
strukturpolitischen und wettbewerblichen Gesichtspunkten unerheblich sein, ob
ein Plankrankenhaus oder ein Universitätsklinikum sich um Förderung bewirbt.

„Wenn die Bundesregierung jetzt Krankenhäuser ertüchtigen will, können nicht
gerade die Universitätsklinika, die eine entscheidende Rolle bei der
Bewältigung der aktuellen Herausforderungen in der Pandemie spielen, außen vor
gelassen werden“, so Jens Bussmann, Generalsekretär des VUD.

Quelle: Pressemitteilung, 04.06.2020

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erschienen am Montag, 08.06.2020
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