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Sterbefallzahlen in der 7. Kalenderwoche 2021: 4 % unter dem Durchschnitt der Vorjahre

Sterbefallzahlen in der 7. Kalenderwoche 2021: 4 % unter dem Durchschnitt der Vorjahre (Destatis).

Nach einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind in der 7. Kalenderwoche (15. bis 21. Februar) in Deutschland 20 162 Menschen gestorben. Diese Zahl liegt 4 % oder 776 Fälle...

Nach einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind in der 7. Kalenderwoche (15. bis 21. Februar) in Deutschland 20 162 Menschen gestorben. Diese Zahl liegt 4 % oder 776 Fälle unter dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis
2020 für diese Kalenderwoche. Dies geht aus einer Sonderauswertung der
vorläufigen Sterbefallzahlen hervor. Durch ein Hochrechnungsverfahren
unvollständiger Meldungen können die ersten Sterbefallzahlen für Deutschland
bereits nach etwa einer Woche veröffentlicht werden.

Wöchentliche Sterbefallzahlen in Deutschland
[...]

Zahl der COVID-19-Todesfälle geht weiter zurück

Ein Vergleich der gesamten Sterbefälle mit der Zahl der beim Robert
Koch-Institut (RKI) gemeldeten COVID-19-Todesfälle ist derzeit bis
einschließlich der 5. Kalenderwoche 2021 (1. bis 7. Februar) möglich. In dieser
Woche gab es laut dem RKI 2 974 COVID-19-Todesfälle. Die Zahl ist damit
gegenüber der Vorwoche um 841 Fälle gesunken.

Die gesamten Sterbefallzahlen gingen in der 5. Kalenderwoche weiter zurück und
lagen 796 Fälle beziehungsweise 4 % über dem Durchschnitt der vier Vorjahre.
Laut aktuellem Influenza-Wochenbericht des RKI ist die Aktivität sonstiger
Atemwegserkrankungen, die normalerweise mit einem Anstieg der Sterbefallzahlen
am Jahresanfang zusammenhängt, in dieser Wintersaison auf einem vorher nie
erreichten, niedrigen Niveau. Insbesondere in den Jahren 2017 und 2018 waren
die Sterbefallzahlen durch starke Grippewellen in den ersten Monaten des Jahres
deutlich erhöht.

Wöchentliche Sterbefallzahlen 2021 in Deutschland
[...]

Auf Länderebene lassen sich die Sterbefallzahlen derzeit bis einschließlich der
4. Kalenderwoche (25. bis 31. Januar) und damit für den gesamten Januar 2021
abbilden. Die höchste Differenz zum Durchschnitt der Vorjahre für diesen Monat
wies weiterhin Sachsen auf. Schon im November (+39 %) und im Dezember 2020
(+104 %) waren die Sterbefallzahlen dort sehr deutlich erhöht – jeweils bezogen
auf den Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Im ersten Monat des neuen Jahres
lagen die Zahlen in Sachsen nun 57 % oder 2 930 Fälle über dem Durchschnitt der
Jahre 2017 bis 2020. In Thüringen (+45 % oder 1 221 Fälle) und Sachsen-Anhalt
(+44 % oder 1 322 Fälle) waren die Abstände zum Durchschnitt der Vorjahre im
Januar höher als noch im Dezember 2020 – dem Monat, in dem bundesweit im Zuge
der Pandemie der höchste Abstand zum Durchschnitt erreicht wurde (bundesweit
+31 %; Thüringen: +43 %; Sachsen-Anhalt: +33 %). Auch Brandenburg (+42 % oder 1
268 Fälle) gehört zu den Ländern, in denen die Zahl der Sterbefälle im Januar
2021 noch mindestens 30 % über dem Vierjahresdurchschnitt lag – jedoch wie in
Sachsen und den meisten anderen Bundesländern mit rückläufiger Tendenz im
Vergleich zum Vormonat.

Eine grafische Übersicht zur Entwicklung der Sterbefallzahlen für alle
Bundesländer ist hier verfügbar.

Innerhalb Europas Portugal, England und die Niederlande derzeit am stärksten
betroffen

Das EuroMOMO-Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen ordnet
Befunde zur Übersterblichkeit mit einem anderen Ansatz europaweit vergleichend
ein. Auf Basis einer eigenen Hochrechnung unvollständiger Meldungen liegen dort
ebenfalls erste Ergebnisse bis zur 7. Kalenderwoche vor, die sich durch
Nachmeldungen noch verändern können. Für diese Woche wird bei EuroMOMO derzeit
eine mäßige Übersterblichkeit („moderate excess“) für England, die Niederlande
und Portugal gemeldet. Für Schottland wird eine niedrige Übersterblichkeit
(„low excess“) angegeben.

Methodische Hinweise zu den Sterbefallzahlen für Deutschland:

Grundlage der Sonderauswertung für die Jahre 2020 und 2021 sind erste
vorläufige Daten (Rohdaten). Dabei handelt es sich zunächst um eine reine
Fallzahlauszählung der eingegangenen Sterbefallmeldungen aus den Standesämtern
ohne die übliche Plausibilisierung und Vollständigkeitskontrolle der Daten.
Durch gesetzliche Regelungen zur Meldung von Sterbefällen beim Standesamt und
Unterschiede im Meldeverhalten der Standesämter an die amtliche Statistik sind
diese Daten noch unvollständig.

Aufgrund der hohen Relevanz aktueller Sterbefallzahlen in der Corona-Pandemie
hat das Statistische Bundesamt ein Schätzmodell zur Hochrechnung der
unvollständigen Daten entwickelt. Mit diesem Modell lassen sich bundesweite
Sterbefallzahlen bereits nach etwa einer Woche bereitstellen. Dabei werden die
Sterbefallzahlen der letzten neun dargestellten Wochen auf Basis der bislang
eingegangenen Meldungen aus den Standesämtern hochgerechnet. Die Zahlen können
deshalb zu einem späteren Zeitpunkt geringfügig höher oder geringfügig
niedriger sein. Die Schätzung basiert auf in der Vergangenheit beobachteten
Mustern im Meldeverzug, die sich regional zum Teil deutlich unterscheiden.
Miteinander vergleichbare Ergebnisse für die Bundesländer liegen deshalb erst
nach etwa vier Wochen vor.

Detailliertere Informationen zur Vorgehensweise bei der Hochrechnung bietet der
Hinweistext der Sonderauswertung „Sterbefälle – Fallzahlen nach Tagen, Wochen,
Monaten, Altersgruppen, Geschlecht und Bundesländern für Deutschland 2016 bis
2021“. Mit den Tabellen sind auch eigene Analysen der Sterbefallzahlen
möglich.

Anhand der vorläufigen Sterbefallzahlen lassen sich Phasen der
Übersterblichkeit im Laufe eines Jahres identifizieren. So werden direkte und
indirekte Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Sterbefallzahlen zeitnah
sichtbar. Hierfür wird – wie auch von der europäischen Statistikbehörde
Eurostat – ein Vergleich zu einem Durchschnitt von vier Vorjahren herangezogen,
um das unterschiedliche Ausmaß von saisonal wiederkehrenden Effekten (z. B.
durch Grippe- oder Hitzewellen) zu berücksichtigen. Für Sterbefälle im Jahr
2020 wird folglich der Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 verwendet und für
Fälle im Jahr 2021 der Durchschnitt 2017 bis 2020. Der Effekt der steigenden
Lebenserwartung und des steigenden Anteils älterer Menschen auf die zu
erwartende Zahl an Sterbefällen kann in diesen Vergleich nicht einberechnet
werden.

Ab März 2020 lassen sich die Zahlen nur vor dem Hintergrund der Maßnahmen zur
Eindämmung der Corona-Pandemie interpretieren. Neben der Vermeidung von
COVID-19-Todesfällen können die Maßnahmen und Verhaltensänderungen auch dafür
gesorgt haben, dass weniger Sterbefälle durch andere Infektionskrankheiten wie
beispielsweise die Grippe verursacht werden, was sich ebenfalls auf die
Differenz zum Durchschnitt auswirkt. Rückgänge oder Anstiege bei anderen
Todesursachen können ebenfalls einen Effekt auf die gesamten Sterbefallzahlen
haben. Über die Häufigkeit einzelner Todesursachen können die Sterbefallzahlen
jedoch keine Auskunft geben.

Für die abschließende Einordnung der Sterblichkeitsentwicklung werden die
Sterbefälle noch ins tatsächliche Verhältnis zur Bevölkerung gesetzt, um
beispielsweise auch den Alterungsprozess der Bevölkerung adäquat einzubeziehen.
Die dafür erforderlichen endgültigen Ergebnisse inklusive aller Nachmeldungen
liegen turnusgemäß zur Mitte des Folgejahres vor – für das Jahr 2020 also Mitte
2021. Eine erste Einschätzung bietet die Pressemitteilung Nr. 044 vom 29.
Januar 2021.

Die vorläufigen Sterbefallzahlen beziehen sich auf den Sterbetag, nicht auf das
Meldedatum. Da die gemeldeten COVID-19-Todesfälle vom RKI nach Sterbedatum
derzeit bis zur 5. Kalenderwoche 2021 veröffentlicht werden, ist ein zeitlicher
Vergleich mit den vorläufigen Gesamtsterbefallzahlen aktuell bis zu dieser
Woche möglich. Bei dieser Auswertung des RKI handelt es sich um die Anzahl
verstorbener Personen, die zuvor laborbestätigt an COVID-19 erkrankt waren.
Fälle, für die keine oder unplausible Angaben zum Sterbedatum übermittelt
wurden, sind nicht enthalten. Diese Ergebnisse sind noch nicht für den
Meldeverzug korrigiert und werden sich voraussichtlich durch Nachmeldungen noch
weiter erhöhen.

Quelle: Destatis, 02.03.2021

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erschienen am Mittwoch, 03.03.2021