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Die Pandemie zeigt die Leistungsfähigkeit der deutschen Krankenhauslandschaft

Die Pandemie zeigt die Leistungsfähigkeit der deutschen Krankenhauslandschaft (DKG).

Der Krankenhausreport der AOK und des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WIDO) zeigt, dass die Krankenhäuser 2020 sehr verantwortungsvoll bei der Verschiebung planbarer Leistungen vorgegangen sind. Konsequent wurden, wie in den...

Der Krankenhausreport der AOK und des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WIDO) zeigt, dass die Krankenhäuser 2020 sehr verantwortungsvoll bei der Verschiebung planbarer Leistungen vorgegangen sind. Konsequent wurden, wie in den Rechtsverordnungen der Bundesländer verlangt, weniger
dringliche medizinische Leistungen verschoben, um den Schutz der Bevölkerung in der Corona-Pandemie zu gewährleisten. Feststellbar war aber auch ein teilweiser Leistungsrückgang bei schweren Erkrankungen, die sich dadurch
ergeben haben, dass Patienten keine ambulante Diagnostik in Anspruch genommen
haben und somit nicht in Krankenhäuser eingewiesen wurden, dies vor allem bei
Brustkrebs und Darmkrebs. „Die Fallzahlenrückgänge zeigen, dass die
Krankenhäuser ihrer Verantwortung in der Pandemie nachgekommen sind, nicht nur
in der direkten Versorgung der Corona-Infizierten. Fast die Hälfte der
Hüftgelenk-OPs ist verschoben worden, um Kapazitäten für die Versorgung der
Covid-Patientinnen und -Patienten freizumachen, und das oft unter großen
finanziellen Unsicherheiten“, erklärt Dr. Gerald Gaß, designierter
Vorstandsvorsitzender der DKG.

Nicht nachvollziehbar und unbewiesen ist die These der Ortskrankenkassen, dass
die Fallrückgänge bei COPD und Herzinsuffizienz, nach AOK Idee, durch eine
verstärkte ambulante Behandlung zustande gekommen sei. Dies beweise nach
Ansicht der Ortskrankenkassen, dass die Betroffenen auch sonst keine stationäre
Betreuung benötigen würden. Die Frage, ob es diese verstärkte ambulante
Behandlung überhaupt gab, und welche negativen Konsequenzen diese nicht
stattgefundenen Behandlungen für die betroffenen Patienten haben, bleibt
gänzlich unbeantwortet. Hier können die Ortskrankenkassen keinerlei Daten,
Beweise oder wenigstens Hinweise vorlegen. Zusätzlich haben die Vertreter der
Ortskrankenkassen offenbar selbst einen deutlichen Widerspruch nicht bemerkt:
Die Rückgänge der Fallzahlen bei Brust- und Darmkrebs-Operationen begründen sie
mit möglicherweise verringerter ambulanter Diagnostik und daraus folgend
weniger Einweisungen. Warum Patienten einerseits mehr, andererseits weniger in
den ambulanten Bereich gegangen sein sollen, die Begründung bleibt das WIDO
schuldig. Sie liegt wohl einzig in der politischen Zielsetzung der AOK schon
aus der Zeit vor der Pandemie, Krankenhausstandorte und Krankenhauskapazitäten
massiv zu reduzieren.

Ähnlich vage bleibt die AOK bei ihrer These, große Krankenhäuser wiesen bei der
Intensiv- und vor allem Beatmungsbehandlung von Covid-Patientinnen und
-Patienten gegenüber kleineren Häusern eine weitaus höhere Qualität auf. Auch
dafür findet die AOK nicht einmal den Ansatz eines Beweises. Dass dieser Beweis
nicht existiert, gibt sie sogar offen zu, fordert aber trotzdem eine stärkere
Zentralisierung der Krankenhäuser – sprich: Schließungen. „Es ist inakzeptabel,
dass die AOK gerade die Corona-Pandemie als Anlass nimmt, ihre auf Schließung
gerichtete Strukturpolitik weiter zu propagieren. Kleinere Krankenhäuser und
ihre Beschäftigten haben ebenso unverzichtbare Arbeit geleistet, wie große
Kliniken. Oft haben sie nicht nur direkt Covid-Kranke behandelt und die
wohnortnahe Versorgung gesichert, sondern anderen Krankenhäusern mit ihren
Kapazitäten den Rücken freigehalten. Es gibt nicht den geringsten Hinweis
darauf, dass ihre Behandlungsqualität schlechter gewesen wäre“, sagt Dr. Gerald
Gaß.

Fakt ist, dass es die Krankenhäuser selbst waren, die sich während der Pandemie
über Leistungsschwerpunkte in dieser Ausnahmesituation abgesprochen haben. Es
ist deshalb auch nicht überraschend, dass bewusst einzelne Krankenhäuser zu
COVID-Versorgern definiert wurden. Dies lässt aber keinesfalls den Rückschluss
zu, dass anderen Standorten die Kompetenzen fehlen würden, um solche Patienten
zu behandeln. Im Gegenteil, es ist natürlich vernünftig, Infektionsschwerpunkte
zu bilden.

Die DKG stimmt der AOK bei der Forderung zu, Krankenhäuser sollten in Sachen
Finanzierung keine Bittsteller sein. Umso mehr verwundert es, dass die
Ortskrankenkassen die Liquiditätshilfen in der Krise kritisieren. Ohne diese
hätten die Krankenhäuser ihre Aufgabe als Rückgrat der Gesundheitsversorgung
nicht wahrnehmen können.

Quelle: DKG, 30.03.2021

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erschienen am Dienstag, 30.03.2021
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