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Uniklinik Essen: Künstliche Intelligenz soll Einsatz und Nutzung von Blutprodukten verbessern

Uniklinik Essen: Künstliche Intelligenz soll Einsatz und Nutzung von Blutprodukten verbessern (Pressemitteilung).

Forschungsprojekt der UME soll mit KI Einsatz und Nutzung von Blutprodukten verbessern. Blutspenden werden als Blutprodukte für Operationen und zur Behandlung von Krankheiten benötigt. Mit Blick auf die sinkende Spenden-Bereitschaft...

Forschungsprojekt der UME soll mit KI Einsatz und Nutzung von Blutprodukten verbessern. Blutspenden werden als Blutprodukte für Operationen und zur Behandlung von Krankheiten benötigt. Mit Blick auf die sinkende Spenden-Bereitschaft und die demografische Entwicklung in Deutschland ist
künftig mit einem zunehmenden Mangel an Spenderblut zu rechnen. Akut wie
mittelfristig drohen deshalb Lücken in der Versorgung. „AutoPiLoT“ heißt ein
neues Forschungsprojekt an der Universitätsmedizin Essen, mit dem der Einsatz
und die Nutzung von Blutprodukten mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz
verbessert werden sollen.

Mit Hilfe innovativer Technologien und smarter Datennutzung wollen wir in
unserem gemeinsamen Projekt die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten
mit Blutprodukten weiter optimieren“, sagt Prof. Dr. Peter Horn, Direktor des
Instituts für Transfusionsmedizin der Universitätsmedizin Essen, der gemeinsam
mit Privatdozent Dr. Felix Nensa vom Institut für Künstliche Intelligenz in der
Medizin am Universitätsklinikum Essen und Prof. Dr. Britta Böckmann,
Medizinische Informatik der FH Dortmund, an diesem Projekt arbeitet.
„Künstliche Intelligenz ist kein Selbstzweck, sondern ein innovatives Werkzeug,
mit dem man Probleme lösen kann. Unser Ziel ist es, die Patientenversorgung und
die Patientensicherheit weiter zu verbessern“, erklärt PD Dr. Felix Nensa.

Ziel des Projekts „AutoPiLoT“ ist unter medizinischen, ethischen und
ökonomischen Gesichtspunkten ein optimalerer Umgang mit Blutspenden. Dabei
sollen KI-basierte, datengetriebene Ansätze für die Unterstützung der
leitliniengerechten ärztlichen Indikationsstellung für Transfusionen eingesetzt
werden, um eine automatisierte patientenindividuelle Blutproduktezuordnung und
ein verbessertes Logistikmanagement in der Transfusionsmedizin zu entwickeln.
Das soll dann am Universitätsklinikum Essen exemplarisch an einem Krankenhaus
der Maximalversorgung implementiert werden. Das Projekt ist bis September 2022
bewilligt. Die Fördersumme aus dem Bundesgesundheitsministerium beträgt 1,8
Millionen Euro.

Das sogenannte Patient Blood Management (PBM) war, mit Blick auf die zu
erwartende Entwicklung bei den Blutspenden, bereits Thema im Deutschen
Bundestag. Bislang werden allerdings vorliegende patienten- und
krankenhausspezifische Daten noch zu wenig genutzt.

Im Rahmen des Forschungsprojekts „AutoPiLoT“ der Universitätsmedizin Essen
sollen diese Daten mit Verfahren der Künstlichen Intelligenz analysieret und
zwecks Entscheidungsunterstützung aufbereitet werden, auch mit Unterstützung
des neuen KI-Instituts, das in Essen im Frühjahr 2020 an den Start gehen wird.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes sollen die Patientensicherheit
verbessern, indem die leitliniengerechte Blutprodukteanforderung durch
wissensbasierte Expertensysteme geprüft und unterstützt wird. Der individuelle
Transfusionsbedarf soll durch die KI-Verfahren mit größerer Präzision
vorhergesagt werden. Damit erhöht sich ebenfalls die Patientensicherheit, zudem
wird die Lagerhaltung optimiert. Außerdem soll der klinikweite Bedarf an
Blutprodukten genauer prognostiziert werden können, damit das
Logistikmanagement verbessert und die Verfallsrate von Blutprodukten gesenkt
wird. Dieser Ansatz soll mit einer Smartphone-App kombiniert werden, die
idealerweise für die gezielte Mobilisierung von Blutspenderinnen und
Blutspendern eingesetzt wird.

Aktuell werden in Deutschland pro Tag 15.000 Blutkonserven zu klinischen
Zwecken benötigt. Die knappe Ressource wird im medizinischen Alltag ständig
genutzt und kann für Patientinnen und Patienten in Akutsituationen
überlebenswichtig sein. Für einen optimalen Einsatz von Blutprodukten sind drei
Faktoren wesentlich: der leitliniengerechte Einsatz, eine präzise Bestimmung
des patientenindividuellen Bedarfs von Menge und Art des benötigten
Blutprodukts sowie eine bedarfsgerechte Bevorratung und damit verbunden eine
geringe Entsorgungsrate.

„AutoPiLoT“ steht für „Automatisierte leitlinienkonforme Patientenindividuelle
Blutproduktezuordnung und smartes Logistikmanagement in der
Transfusionsmedizin“.

Quelle: Pressemitteilung, 06.01.2020

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erschienen am Dienstag, 07.01.2020
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